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Stadt St. Gallen
21.10.2021
21.10.2021 11:14 Uhr

Al Shahmani liest in der Stadtbibliothek

2002 musste Usama Al Shahmani wegen eines regimekritischen Theaterstücks in die Schweiz fliehen.
2002 musste Usama Al Shahmani wegen eines regimekritischen Theaterstücks in die Schweiz fliehen. Bild: PD
Am 27. Oktober lädt die Stadtbibliothek St.Gallen um 19 Uhr zu einer Lesung mit Usama Al Shahmani im Raum für Literatur ein. Der Iraker liest aus seinem Buch «Im Fallen lernt die Feder fliegen».

Usama Al Shahmani, geboren 1971 in Bagdad und aufgewachsen in Qalat Sukar (Nasiriya), hat arabische Sprache und moderne arabische Literatur studiert. Er publizierte drei Bücher über arabische Literatur, bevor er 2002 wegen eines Theaterstücks fliehen musste und in die Schweiz kam. Er arbeitet heute als Dolmetscher, Kulturvermittler und Autor in Frauenfeld. Für sein im Jahr 2018 erschienenes Buch «In der Fremde sprechen die Bäume arabisch» wurde er mehrfach ausgezeichnet.

Hin- und hergerissen zwischen zwei Welten

Am Mittwoch, 27. Oktober, wird er um 19 Uhr in der Stadtbibliothek aus seinem neusten Buch «Im Fallen lernt die Feder fliegen» vorlesen. In der Geschichte geht es um die Protagonistin Aida, welche wie der Autor selbst, aus dem Irak stammt. Aida vermeidet es, über ihre Herkunft und ihre Fluchtgeschichte zu reden, was immer wieder zu Streit mit ihrem Freund Daniel führt. In ihrer Not setzt sie sich hin und beginnt aufzuschreiben, was sie nicht sagen kann.

Geboren in einem iranischen Flüchtlingslager, kam sie mit ihren Eltern und ihrer älteren Schwester Nosche in die Schweiz. Die Mädchen gehen zur Schule, aber ihre Eltern kommen mit dem westlichen Alltag nicht zurecht und verklären mehr und mehr ihre Heimat. Nach dem Sturz von Saddam Hussein beschliesst der Vater, ein konservativer Theologe, mit der ganzen Familie in den Irak zurückzukehren.

Aber was für die Eltern die Heimat ist, die sie einst verlassen haben, ist für die beiden Schwestern ein fremdes Land. Als die ältere verheiratet werden soll, fliehen sie nun ihrerseits und gelangen als unbegleitete Minderjährige in die Schweiz. Aber auch hier lässt sie die Vergangenheit nicht los.

Der Eintritt ist frei, jedoch ist die Platzzahl beschränkt. Deshalb wird eine Anmeldung über das Online-Formular empfohlen.

pez/pd