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01.10.2021

«Es ist schon speziell im Kybunpark zu spielen»

Jubelt der FC St.Gallen-Staad auch gegen YB?
Jubelt der FC St.Gallen-Staad auch gegen YB? Bild: zVg
Nach der ersten Saisonniederlage am letzten Samstag gegen den FCZ empfängt die Wunderlin-Elf am kommenden Samstag die Frauen des BSC Young Boys. Das Spiel findet im Kybunpark statt. Valeria Iseli, Captain des FC St.Gallen-Staad, im stgallen24-Interview.

St.Gallen-Staad präsentiert sich in der neuen Saison sehr selbstbewusst. Das zeigt auch die Tabelle. Mit fünf Punkten aus vier Partien, die u.a. gegen die stark dotierten Teams von GC und Basel geholt wurden, belegen die Ladies von Marisa Wunderlin momentan Platz 6 in der Tabelle.

stgallen24 hat sich vor dem Heimspiel gegen die Frauen vom BSC Young Boys mit Valeria Iseli, Captain der FCSG-Frauen, zum Gespräch getroffen. 

Valeria Iseli, seit anfangs dieser Saison wird das Team neu von Cheftrainerin Marisa Wunderlin und Co-Trainer Hansueli Gerig betreut. Was hat sich mit dem neuen Trainerteam verändert? 

Das neue Trainerteam legt grossen Wert auf Professionalität auf und neben dem Platz. Auch das Thema Teambuilding wird höher gewichtet als früher.  

Kommenden Samstag spielt Ihr zum zweiten Mal im Kybunpark. Wie gross ist die Vorfreunde? Und was sind die Unterschiede zu einem «normalen» Heimspiel im Espenmoos?

Die Vorfreude ist natürlich gross. Für uns Frauen ist die Stadionatmosphäre sehr speziell und nicht alltäglich. Die Nervosität ist sicher etwas grösser als sonst, aber die legt sich nach Anpfiff dann relativ schnell wieder. Allein der Umstand, im Kybunpark spielen zu dürfen, ist für uns speziell motivierend. 

Valeria Iseli traf im ersten Meisterschaftsspiel gegen Aarau doppelt Bild: instagram.com

St.Gallen-Staad spielt seit der neuen Saison einen anderen Fussball – offensiver und mit Pressing. Ist das die Handschrift der neuen Trainerin?

Jede Trainerin bringt ihre eigenen Ideen und Philosophie mit. Marisa Wunderlin hat eine auf uns abgestimmte Spielidee entwickelt, welche aktuell sehr gut passt und uns positive Resultate bringt. 

In den vergangenen Jahren spielten die FCSG-Frauen in der AXA Women's Super League eher gegen den Abstieg. Aktuell hat man den Eindruck, dass Ihr gegen jeden Gegner nicht nur mitspielen, sondern auch gewinnen könnt. Stimmt diese Einschätzung?

Absolut. An einem guten Tag können wir gegen jedes Team in der Liga bestehen. Wir haben mittlerweile das Vertrauen und glauben an unsere Stärken. Im Spitzenfussball ist vieles Kopfsache.  

Der FC St.Gallen-Staad ist ein Team mit vielen jungen Spielerinnen. Fehlt manchmal noch die Routine?

Wir haben viele junge Spielerinnen. Und klar fehlt deshalb in der einen oder anderen Spielsituation noch die Routine. Unsere erfahrenen Akteurinnen wie beispielsweise Eva Bachmann, Naja Glanzmann, Ronya Böni oder Karin Bernet sind in solchen Situationen dann natürlich gefordert. Ich sehe mich hier auch in Pflicht. Der Mix im Kader stimmt. 

Die 26-Jährige spielt seit 2008 beim FC St.Gallen (ab 2017 FC St.Gallen-Staad) Bild: fcsg.ch

Du bist schon sehr lange dabei. Wie hat sich der Frauenfussball aus Deiner Optik entwickelt? 

Ich habe mit 15 Jahren in der höchsten Frauenliga debütiert, also vor 11 Jahren. Die mediale Aufmerksamkeit hat in den letzten zwei, drei Jahren massiv zugenommen. Wir sind heute viel präsenter in den Medien als noch vor einigen Jahren. Am Samstag spielen wir nun zum zweiten Mal im Kybunpark. Diese Wertschätzung ehrt uns sehr. Das zeigt auch, dass unsere Leistungen innerhalb des Vereins anerkannt werden. Herren-Cheftrainer Peter Zeidler und Präsident Matthias Hüppi besuchen ab und an unsere Heimspiele. Für uns ist das dann immer ein spezieller Motivationsschub. 

Sportlich gesehen ist der Frauenfussball in den letzten Jahren dynamischer, schneller und technisch besser geworden. Die Ausbildung auf den Juniorinnen-Stufen hat sich markant verbessert. Ausserdem profitieren wir von der tollen Infrastruktur des Vereins, sei dies im Trainings-, Fitness- oder Medizinbereich. 

Du hast jahrelang in der Innenverteidigung gespielt. Seit der neuen Saison agierst Du als hängende Spitze. Ein Positionswechsel, der eigentlich eher selten vorkommt. Wie kam das?

Die Trainerin hat mich in der Vorbereitung offensiv aufgestellt. Im ersten Moment war ich etwas überrascht, habe aber relativ schnell gemerkt, dass mir diese Rolle auch liegt.

Wie schätzt Du Deine bisherigen Leistungen in dieser Saison ein?

Ich bin zufrieden, kann mich aber sicher noch steigern. Der Positionswechsel von der Defensive in die Offensive war und ist immer noch eine Herausforderung. Aber die Automatismen mit meinen Mitspielerinnen werden von Spiel zu Spiel besser. 

Wie sieht die Fussball-Zukunft bei Dir aus? Wirst Du Deine Karriere beim FC St.Gallen-Staad beenden oder kommt doch irgendwann noch ein Wechsel zur Konkurrenz, oder vielleicht gar ins Ausland?

Darüber zerbreche ich mir überhaupt nicht den Kopf. Ich bin sehr glücklich hier und beschäftige mich mit der Gegenwart. Was irgendwann mal sein könnte oder nicht, interessiert mich nicht. Ich konzentriere mich voll auf mein aktuelles Team und kann mir gut vorstellen, meine Karriere auch hier zu beenden. 

Dein Tipp für das Spiel gegen YB?

Mit der Unterstützung der Fans im schönsten Stadion der Schweiz gewinnen wir 2:0. 

rheintal24/gps