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Kanton
26.08.2021

ÖV will mehr Fahrgäste gewinnen

Das Angebot im öffentlichen Verkehr wird im kommenden Jahr weiter verbessert.
Das Angebot im öffentlichen Verkehr wird im kommenden Jahr weiter verbessert. Bild: zVg
Nach dem starken Einbruch der Fahrgastzahlen im Frühling 2020 erholt sich die Nachfrage im öffentlichen Verkehr laufend. Um Fahrgäste zurückzugewinnen wird die Qualität und das Angebot des ÖVs verbessert.

«Bleiben Sie zu Hause!»: Diese Empfehlung vom März 2020 leitete den stärksten Fahrgastrückgang im öffentlichen Verkehr in der jüngeren Zeit ein. Insbesondere im Frühling 2020 sank aufgrund der Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie die Auslastung bei Bus und Bahn massiv. Folglich reduzierten die Transportunternehmen ihre Leistungen für einige Wochen. Im Jahr 2020 nutzten 63 Millionen Fahrgäste den abgeltungsberechtigen öffentlichen Verkehr im Kanton St.Gallen, was einem Rückgang von rund 24 Prozent gegenüber dem Jahr 2019 entspricht. Die Erholung der Nachfrage ab Sommer 2020 erfolgt zwar zögerlich, aber stetig.

Dies zeigt der aktuelle Bericht zum öffentlichen Verkehr. Im ersten Halbjahr 2021 stieg die Zahl der Reisenden gegenüber dem Jahr 2020 wieder deutlich. Die Transportunternehmen gehen aber davon aus, dass das Vorkrisenniveau erst im Jahr 2024 erreicht wird. Der Rückgang der Nachfrage führt zu einem erhöhten Abgeltungsbedarf für die öffentliche Hand.

Mit Bushöfen Fahrgäste zurückgewinnen

Die Transportunternehmen und Kantone sind bestrebt, die Fahrgäste zurückzugewinnen. Der jüngste Bericht zum öffentlichen Verkehr zeigt auf, welche Massnahmen zu einer erhöhten Qualität führen können, um dieses Ziel zu erreichen. Der Kanton unterstützt Gemeinden, die neue Bushöfe errichten möchten, mit Finanzbeiträgen. Gut ausgebaute Bushöfe erleichtern das Umsteigen von einem Verkehrsmittel zum anderen und machen damit den öffentlichen Verkehr besser zugänglich und attraktiver. Im Jahr 2020 weihten die Gemeinden St.Margrethen und Goldach moderne sowie kundenfreundliche Anlagen ein. Zudem sicherte der Kanton die Mitfinanzierung des Bushofs beim Bahnhof Rorschach Stadt zu. Dieser wurde Mitte 2021 eröffnet.

Kritische Fahrplanstabilität in den Städten

Weiter befasst sich der Bericht mit der Problematik der Pünktlichkeit im Busverkehr. Besonders in städtischen Gebieten ist die Fahrplanstabilität auf verschiedenen Linien kritisch, weil die Busse durch Staus behindert werden. Das führt unter anderem auch zu höheren Betriebskosten. Eine Massnahme zur Verbesserung der Fahrplanstabilität ist das Erstellen von ausgewählten Haltestellen als Fahrbahnhaltestellen. Der Kantonsrat ist in der Junisession 2021 auf eine Motion eingetreten, die fordert, dass künftige Haltestellen als Busbuchten ausgestaltet werden sollen. Eine Ausgestaltung als Fahrbahnhaltestelle soll nur noch im Ausnahmefall möglich sein. Die Regierung erarbeitet nun einen Entwurf zur Ergänzung des Strassengesetzes. Sollte der Kantonsrat das Gesetz ergänzen, muss künftig in der Regel auf kostengünstige und flächeneffiziente Fahrplanhaltestellen verzichtet werden.

Das Angebot wird besser

Nicht nur die Qualität, auch das Angebot des öffentlichen Verkehrs werde im kommenden Jahr weiter verbessert. Die Eurocity-Züge benötigen für ihre Fahrt von St.Gallen nach München spätestens ab Frühling 2022 nur noch 2 Stunden und 30 Minuten. Die S-Bahn Romanshorn-Rorschach wird am Wochenende nach Bregenz-Lindau verlängert. Die Städte entlang des östlichen Bodensees werden damit untereinander stündlich mit dem Fernverkehr verbunden. Der IC5 Genève-Zürich-St.Gallen wird stündlich bis nach Rorschach verlängert und in Wil wird die Buslinie nach Kirchberg ausgebaut, womit einige Siedlungsgebiete neu erschlossen werden können.

Die detaillierten Fahrgastzahlen und weitere Informationen veröffentlicht das Volkswirtschaftsdepartement in seinem Bericht zum öffentlichen Verkehr.

pez/pd