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Stadt St. Gallen
05.08.2021
05.08.2021 10:33 Uhr

Vifor Pharma kehrt langsam zu Vor-Corona-Form zurück

Abbas Hussain leitet ab 16. August 2021 das St.Galler Pharmaunternehmen
Abbas Hussain leitet ab 16. August 2021 das St.Galler Pharmaunternehmen Bild: Archiv
Vifor Pharma hat im ersten Semester 2021 die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie noch immer zu spüren bekommen. Für das Gesamtjahr hält das St.Galler Pharmaunternehmen aber an seinen bisherigen Zielen fest.

Nach den ersten sechs Monaten stand ein Umsatz von 859,3 Millionen Franken zu Buche, ein Plus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zu konstanten Wechselkursen wäre es ein Plus von 5 Prozent gewesen, wie Vifor am Donnerstag mitteilte.

Ferinject als Umsatzträger

Das Eisenpräparat Ferinject/Injectafer habe von dem sich langsam normalisierenden Patientenverhalten profitiert und eine entsprechende Belebung der Umsätze ab dem Frühjahr gesehen, heisst es. Hier kletterten die Umsätze in den ersten sechs Monaten um 22,4 Prozent auf 320,5 Millionen Franken.

Dagegen blieb die Umsatzentwicklung des Hoffnungsträgers Veltassa eher verhalten. Den Nettoumsatz mit dem Kaliumbinder beziffert die Vifor Pharma AG mit Hauptsitz in St.Gallen auf 54,8 Millionen Franken, was einem Minus von 8,1 Prozent entspricht. Die Performance sei in erster Linie durch Hürden beim Marktzugang und bei der Kostenerstattung sowie durch ein geringer als erwartet ausgefallenes Marktwachstum im Bereich der chronischen Erkrankungen beeinträchtigt worden, heisst es dazu.

Eher gemischt verlief auch die Geschäftsentwicklung mit den Therapien zur Behandlung von Nierenerkrankungen. Der Umsatz etwa mit den sogenannten ESA-Wirkstoffen (Erythropoese-stimulierenden Wirkstoffe), die die Bildung roter Blutkörperchen anregen, war rückläufig und sank gegenüber dem Vorjahr um 15,8 Prozent auf 246,4 Millionen Franken. Die negative Entwicklung einzelner Mittel aus dem Portfolio begründet Vifor unter anderem mit geringeren Absatzmengen infolge einer überhöhten Sterblichkeitsrate im Dialysebereich aufgrund von Covid-19.

Deutlicher Anstieg beim Nettogewinn

Der EBITDA wird mit 281,0 Millionen Franken (+0,2%) beziffert. Unter dem Strich blieb ein Gewinn nach Minderheiten von 124,4 Millionen Franken übrig nach 67,9 Millionen im Vorjahr. Der deutliche Anstieg beim Nettogewinn sei durch tiefere Abschreibungen und Wertminderungen sowie ein starkes Nettofinanzergebnis gestützt worden.

Mit den vorgelegten Zahlen hat Vifor die durchschnittlichen Analystenprognosen beim Umsatz und EBITDA knapp und beim Nettogewinn deutlich übertroffen.

Für das laufende Geschäftsjahr 2021 bestätigt das Unternehmen seine bisherig Prognose. So wird ein Umsatzwachstum im tiefen bis mittleren einstelligen Prozentbereich angestrebt. Der EBITDA soll im hohen einstelligen Prozentbereich steigen.

Hussain wird neuer CEO von Vifor Pharma

Das St.Galler Pharmaunternehmen Vifor Pharma bekommt am 16. August den britischen Mediziner und Pharmazeuten Abbas Hussain als neuen CEO. Der bisherige CEO Stefan Schulze verlässt Vifor aus persönlichen Gründen.

Schulze war seit sieben Jahren bei Vifor Pharma tätig und hatte im März 2020 die Funktion des CEO übernommen. Vor seinem Engagement bei Vifor Pharma war er mehr als 20 Jahre lang in verschiedenen Positionen für den deutschen Fresenius-Konzern tätig.

Der 56-jährige Abbas Hussain ist britischer Staatsbürger und blickt auf eine internationale Karriere von mehr als 30 Jahren als Führungskraft im Gesundheitswesen zurück.

Keystone-SDA/stgallen24