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Ehemaliger Bischofssprecher tritt aus Kirche aus

Giuseppe Gracia
Giuseppe Gracia Bild: FB
Der St.Galler Giuseppe Gracia war bis März Sprecher des Bistums Chur. Nun gab er seinen Kirchenaustritt bekannt.

«Aufgrund meiner liberalen Grundwerte, zu denen die Trennung von Kirche und Staat gehört, bin ich aus der römisch-katholischen Landeskirche ausgetreten», so der ehemalige Bischofssprecher, der in St.Gallen lebt, gemäss kath.ch. «Seit Jahren habe ich öffentlich das Schweizer Staatskirchentum kritisiert, eine Vermischung von Staat und Kirche unter anderem zum Zweck der Einnahmen von Steuern. Ein System, das gegen die Trennung von Kirche und Staat verstösst und ich nicht länger mittragen will.»

Schon in seiner Zeit als Medienverantwortlicher im Bistum Chur hätte er den Wunsch nach diesem Schritt gehabt. Obwohl sein Lohn nicht aus Kirchensteuergeldern stammte und der Austritt damit nicht im Widerspruch zu seinen Grundwerten gestanden hätte, «habe ich darauf verzichtet, um dem Bischof keine zusätzliche öffentliche Unruhe zu bescheren».

Seit seinem Weggang sei er jedoch frei und nicht mehr Mitglied der staatlichen Körperschaft, die sich Landeskirche nennt. «Ich betrachte mich aber weiter als Katholik, verbunden mit der eigentlichen, sakramentalen, römisch-katholischen Kirche.»

Was sind Landeskrichen?

Sie sind eine Eigenheit der Schweiz: Die demokratisch organisierten Landeskirchen bestehen als vom Staat geschaffene Körperschaften parallel zur Kirche. Sie verwalten Kirchensteuern und setzen diese für die kirchliche Arbeit ein. 

Bis auf die Kantone Genf und Neuenburg kennen alle Kantone öffentlich-rechtliche anerkannte Religionsgemeinden. Dazu gehören in allen Kantonen die evangelisch-reformierte und die römisch-katholische Kirche, in einigen Kantonen auch jüdische Gemeinden (Basel-Stadt, Bern, Freiburg, St.Gallen, Waadt und Zürich) und die christkatholische Kirche. Diese drei Kirchen werden als Landeskirchen bezeichnet.

 

stgallen24/stz.