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Stadt St. Gallen
14.05.2021
14.05.2021 12:06 Uhr

Kooperieren statt aneinander vorbei bauen

So soll die Gossauer Sportanlage Buechenwald dereinst aussehen: Links der Fussballplatz, rechts das Hallenbad
So soll die Gossauer Sportanlage Buechenwald dereinst aussehen: Links der Fussballplatz, rechts das Hallenbad Bild: PD
Kürzlich wurde die «IG RESAK» gegründet. Sie will Sport und Sportinfrastruktur in der Region St.Gallen fördern – mit einem gemeindeübergreifenden Sportanlagenkonzept, das unkoordinierte Alleingänge verhindern soll.

Der Name IG RESAK steht für Interessengemeinschaft Regionales Sportanlagen-Konzept. Er ist an die ursprünglichen Namen des Gossauer und St.Galler Projekts, GESAK (Gemeindesportanlagen-Konzept) angelehnt. Dieses möchte die IG RESAK nachhaltiger gestalten. Daher ist sie um eine regionale Ausweitung bemüht.

Zur Region St.Gallen zählen die Gemeinen Andwil, Eggersriet, Gaiserwald, Gossau, Häggenschwil, Muolen, St.Gallen, Waldkirch und Wittenbach. Die IGR wolle keinesfalls sportliche Aktivitäten und entsprechende Infrastruktur verhindern oder anderweitig beeinträchtigen, teilt sie mit. Sie wolle jedoch ein nachhaltiges sowie politisch und finanziell tragbares Fundament für den Sport in der Region erreichen. Ganzheitliche, integrative Lösungen sind daher zu erarbeiten. Die IGR ist überzeugt, dass die regionale Zusammenarbeit sowie die gemeinsame und gemeindeübergreifende Finanzierung von Sportinfrastruktur die einzige wirtschaftliche, politische und ökologische Lösung ist.

120 Millionen unkoordiniert verbauen?

Die IGR entstand aus einer Notwendigkeit. Die beiden einwohnerstärksten Gemeinden der Region, St.Gallen und Gossau, befinden sich bereits in der Planung und Umsetzung gemeindespezifischer Sportanlagen-Konzepte. Bisher findet aber keine Zusammenarbeit auf politischer Ebene statt. So wird bspw. das Konzept in Gossau Kosten von über 120 Millionen Franken verursachen, die Gossau alleine tragen muss. Dazu kommen jährliche Betriebskosten, die diesen enormen Betrag über die gesamte Nutzungsdauer betrachtet sogar übersteigen werden.

Nebst der gemeinsamen Finanzierung von Sportinfrastruktur sind für die IGR auch weitere Aspekte regional zu betrachten. Dazu zählen
• die verkehrstechnische Anbindung,
• die Erschliessung geeigneter Grundstücke,
• die Erarbeitung regionaler Nutzungs- resp. Betriebskonzepte und -abkommen

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Da St.Gallen mit identischen Infrastrukturproblemen konfrontiert ist wie Gossau, ist eine Zusammenarbeit unumgänglich. Auch die weiteren Gemeinden werden in den kommenden Jahren ihre Sportinfrastruktur erneuern resp. vergrössern müssen. Es ist daher sinnvoll, auch sie in den Prozess einzubeziehen. Da der gesamte Prozess noch wenig fortgeschritten ist (mit Ausnahme des Moduls 1 in Gossau), ergibt sich jetzt ein optimaler Zeitpunkt für eine gemeinsame Planung und Umsetzung. Vorteile einer Zusammenarbeit sind:
• Verteilung der Investitionskosten auf verschiedene Gemeinden
• Senkung der Betriebskosten
• tiefere Steuerlast aufgrund tieferer Kosten
• gemeinsame Nutzungskonzepte und einheitliche sowie faire Nutzungsabkommen
• höherer Auslastungsgrad der Infrastruktur
• städtebaulicher Fortschritt und Optimierung aufgrund gemeinsamer Infrastruktur
• verschiedene ökologische Vorteile • integrative und fortschrittliche Verkehrskonzepte
• Annäherung der gesamten Region

Die IGR ist überzeugt, dass eine ganzheitliche, integrative und regionale Sportinfrastruktur über Generationen hinaus Mehrwert bringen wird. Die Zusammenarbeit ist nachhaltig und ökologisch, politisch durchsetzbar und wirtschaftlich vertretbar.

Die IGR besteht aus einer Kerngruppe, einem Vorstand und ihren Mitgliedern. In Kerngruppe und Vorstand sind Vertreter sämtlicher involvierter Gemeinden vertreten. Mitglieder sind natürliche und juristische Personen, die die Werte und Ansichten der IG RESAK teilen. Trotz der anhaltenden Corona-Situation konnten die IGR erfolgreich gegründet und eine erste Sitzung mit Kerngruppe und Vorstand abgehalten werden.

Gegründet wurde die IG RESAK von
• Andrin Fröhlich
• Benno Koller
• Donat Kuratli
• Ivo Liechti
• Marcel Baur
• Markus Rosenberger
• Oskar Seger
• Urs Brülisauer

PD/stz.