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03.05.2021

Mr. Corona kritisiert Fallzahlen

Daniel Koch sagt, den einzigen verlässlichen Wert liefern die Zahlen zur Übersterblichkeit. Bild: Tele Bern
Ex-BAG-Krisenmanager Daniel Koch sagt, dass die Corona-Fallzahlen nicht berücksichtigt werden sollen, wenn man sich ein Bild von der ganzen Pandemie machen will.

Zu Beginn der Corona-Pandemie war er der Mann der Stunde, inoffizieller Schweizer des Jahres, wurde zum allseits bekannten «Mister Corona» gekürt: Ex-BAG-Sprecher Daniel Koch. Im Podcast Unplugged übt er Kritik an den täglichen Corona-Fallzahlen. Hier die wichtigsten Aussagen in Kürze: 

  • Das «sich-an-Zahlen-Klammern» ist für ein solch komplexes Gebilde wie eine Pandemie völlig falsch und ein Quatsch
  • Viele Leute lassen sich von den Corona-Meldungen zu Unrecht beeindrucken
  • Die Fallzahlen vermitteln ein wichtiges, aber nur grobes Bild der Pandemie
  • Den einzigen verlässlichen und international vergleichbaren Wert über die Lage liefern die Zahlen zur Übersterblichkeit, die aber erst nach einem gewissen Zeitraum bekannt gegeben werden können

Laut Bundesamt für Statistik gibt es Januar bis März 2021 eine Untersterblichkeit ab 65 Jahren in der Schweiz.

Nicht von Zahlen beeindrucken lassen

Weitere Ausführungen zu den Fallzahlen macht Daniel Koch gegenüber 20 Minuten: «Wie viele Leute sich nicht testen lassen, sagen sie nicht aus.» Die Zahlen der Hospitalisationen hinkten zudem hinterher. Bei den Todeszahlen wiederum sei unklar, ob die Opfer an oder mit Covid verstorben seien.

Koch: «Es gibt immer noch viele Leute, die sich stark von den Zahlen beeindrucken lassen und deshalb zu viel Angst haben.» Nähmen die gemeldeten Fallzahlen etwa zu, befürchteten viele gleich eine schlimme Entwicklung. «Das ist für die Psyche der Bevölkerung in der Pandemie nicht gut.» Sein Appell lautet deshalb: «Lasst euch von den Zahlen nicht beeindrucken.»

Linth24