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Polizeinews
28.04.2021
28.04.2021 13:31 Uhr

Spendenbetrüger unterwegs

Bild: PD
Die Kantonspolizei St.Gallen hat im ersten Quartal 2021 einen starken Anstieg von Spendenbetrügen festgestellt. Dabei handelt es sich um organisierte Banden.

In über 90 Fällen wurden der Kantonspolizei St.Gallen vermeintliche Bettler gemeldet, die mit Spendenformularen auf der Suche nach gutgläubigen Spendern sind. Dabei handelt es sich jedoch nicht einfach um Bettler, sondern um organisierte Banden von Betrügern.

Banden aus Rumänien

Meistens geben sie an, für die Organisation «Handicap International» zu sammeln. In Tat und Wahrheit wird das Geld aber für eigene Zwecke verwendet. Der Kantonspolizei St.Gallen sind auch vereinzelt Fälle gemeldet worden, in denen die Betrogenen zusätzlich mit Ablenkungstaktiken verwirrt und bestohlen wurden.

Die Betrüger stammen in den meisten Fällen aus Rumänien und kommen in Gruppen in die Schweiz, mit dem Ziel mit der beschriebenen Masche zu Geld zu gelangen. Sie logieren zusammen, sind sehr mobil und fahren täglich aus, um ihrer Tätigkeit nachzugehen. Oft suchen sie Orte rund um Einkaufszentren auf, um dort auf vermeintlichen Spendenfang zu gehen. Ist ein erfolgreicher Spender gefunden, ziehen sie weiter an den nächsten Ort.

Im Kanton St.Gallen sind nebst in der Stadt St.Gallen in den folgenden Regionen Fälle dieser Art gemeldet worden:
- Region Bodensee-Rheintal: Goldach, Rorschach, Widnau, Heerbrugg
- Region Werdenberg-Sarganserland: Haag, Bad Ragaz, Mels
- Region Linthgebiet-Toggenburg: Rapperswil, Uznach, Wattwil
- Region Fürstenland-Neckertal: Wil, Uzwil, Flawil

Kaum «gewöhnliche» Bettler

Gewöhnliches Betteln tritt im Kanton St.Gallen hingegen derzeit nur vereinzelt auf. Hier erkennt die Kantonspolizei St.Gallen derzeit keine überregionalen Zusammenhänge oder organisierte Banden.

Die Kantonspolizei St.Gallen mahnt zur Vorsicht bei Spendensammlungen von nicht etablierten Institutionen:
- Lassen Sie sich nicht ablenken.
- Lassen Sie sich nicht durch bereits auf dem Spendenformular erfasste Beträge blenden, diese werden oft ausradiert und durch höhere Beträge ersetzt.
- Verlangen Sie einen Einzahlungsschein oder die Kontonummer und bezahlen Sie erst nach gründlicher Recherche zur Organisation.
- Oft sind die Spendenformulare von schlechter Qualität. Dies ist ein erster Hinweis auf einen möglichen Betrug.
- Bei richtigen Spendenaktionen treten die Spendensammler selten alleine auf, sind mit einem Stand vertreten und die sammelnden Personen sind entsprechend gekleidet.

Zudem bittet die Kapo, das Feststellen von solchen betrügerischen Sammelaktionen umgehend über die Notrufnummer 117 zu melden. 

mg/pd