Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda
Stadt St. Gallen
23.04.2021
23.04.2021 12:22 Uhr

Zensur bei der VBSG?

Der Youtuber Daniel Stricker wollte in Bussen Werbung für seinen Kanal machen, auf dem er Coronamassnahmen-kritisch unterwegs ist. Das ging den VBSG gegen den Strich.

«Frisch, Frech, Frei, Fuckers!», heisst das Motto von «stricker.tv». Dahinter steckt der Thurgauer Daniel Stricker. Der Videoblogger und Podcaster polarisiert auf seinen Kanälen hauptsächlich mit Kritik an den Corona-Massnahmen.

Nun wollte Stricker nicht nur seine eigenen Kanäle mit seinen Beiträgen bespielen, sondern beabsichtigte, in den VBSG-Bussen Werbung für seine Plattform zu platzieren. Konkret sollte das Sujet «Corona ist vor allem ein Bier. Also bleib positiv. Geniess das Leben.» aufgehängt werden.

So sollte das Plakat aussehen Bild: Die Ostschweiz

Stadtrat stoppt Aktion

Diese Anzeige wurde von der Zürcher APG, die für die VBSG die Werbeflächen in den Bussen vermarktet, freigegeben, wie «Die Ostschweiz» berichtete. Daraufhin bezahlte der Thurgauer die knapp 2300 Franken sofort und beauftragte einen Printshop mit dem Drucken von Kleinplakaten.

Doch dann wurde die Kampagne gestoppt. Grund dafür soll Stadtrat Peter Jans gewesen sein, der von der Aktion Wind bekommen hat. Gemeinsam mit Ralf Eigenmann, Unternehmensleiter der VBSG, traf er den Entscheid, die betreffenden Plakate nicht aufhängen zu lassen.

Corona-Verharmlosung oder Zensur?

Die Begründung: Politische Werbung in Bezug auf die kommende Abstimmung über das Covid-19-Gesetz und Verharmlosung der Corona-Politik. Auch würden die Plakate zum Konsum von Alkohol animieren ...

Stricker wehrt sich gegen diese Anschuldigungen: Er mache mit dem Plakat Werbung für seinen Kanal und nicht für ein Nein bei der Abstimmung zum Covid-19-Gesetz. Das Plakat kritisiere weder die Corona-Massnahmen noch den Bundesrat, sondern sei einfach eine positive Message an die Bevölkerung. Ausserdem sei es den VBSG-Passagieren selbst überlassen, ob sie sich über ein Plakat empören wollen oder nicht.

Für den Massnahmenkritiker ist der Entscheid von Stadtrat und VBSG Zensur. Deshalb möchte der Thurgauer den Beschluss anfechten und eine «widerspruchsfähige Verfügung» verlangen. Ob es sich auch rechtlich um Zensur handelt, werde sich dann zeigen. 

stgallen24