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Stadt St. Gallen
22.04.2021
22.04.2021 15:27 Uhr

2,5 Millionen Euro für Forschungen im Kantonsspital

Bild: KSSG
Der Europäische Forschungsrat fördert Projekte mit Pioniercharakter aus allen wissenschaftlichen Disziplinen. Der Forschungsgruppe um Prof. Dr. Burkhard Ludewig am Kantonsspital St.Gallen wurde im hochkompetitiven Wettbewerb ein Förderungsbeitrag von knapp 2,5 Millionen Euro zugesprochen.

In der Antragsrunde des Jahres 2020 hat der Europäische Forschungsrat 209 etablierte Forschende mit «Advanced Grants» ausgezeichnet. In diesem Programm werden Projekte mit bahnbrechendem Charakter aus allen Fachdisziplinen gefördert.

Forschung zu Herzmuskelentzündungen

Das «Advanced Grant» Programm ist hochkompetitiv, in der aktuellen Auswahlrunde konnten sich von den 2 ’678 Anträgen weniger als 8 Prozent durchsetzen. Die Förderung mit bis zu jeweils 2,5 Millionen Euro ermöglicht den profilierten Forschenden und ihren Teams, den als exzellent eingestuften Projektideen nachzugehen. Das Team um Prof. Ludewig am Medizinischen Forschungszentrum des Kantonsspitals St.Gallen erforscht seit mehr als zehn Jahren die molekularen und immunologischen Ursachen der Herzmuskelentzündung.

Im geplanten Projekt soll das Zusammenspiel von Immunzellen mit sogenannten Stromazellen bei der akuten und chronischen Herzmuskelentzündung untersucht werden.

Prof. Dr. Burkhard Ludewig, Leiter Medizinisches Forschungszentrum Bild: pd

«Champions League der europäischen Forschung»

Prof. Ludewig hofft, dass die Forschungsarbeiten zu einer verbesserten Diagnose und Behandlung dieser Erkrankung führen werden: «Die Herzmuskelentzündung tritt bei 20 - 30 Personen pro 100'000 auf und kann bei jüngeren Menschen zu m plötzlichen Herztod führen. Die Ursachen der Erkrankung sind weitgehend unbekannt. Die Ärzte können bei der Erkrankung nur 'Bettruhe' verordnen und bei schwerem Verlauf Ibuprofen verschreiben. Das ist sehr unbefriedigend – besonders für die Patienten. Der Europäische Forschungsrat unterstützt unsere Idee, die Ursachen der Erkrankung zu ermitteln, um dann die zielgerichtete Entwicklung von Medikamenten zu ermöglichen». ​

Der «Advanced Grant» des Europäischen Forschungsrats ist nicht nur eine der am höchsten dotierten europäischen Forschungsförderungen für einzelne Personen, er gilt zudem als die wichtigste europäische Auszeichnung für herausragende Forschende . Dr. Daniel Germann, CEO des Kantonsspitals St.Gallen, ist sehr erfreut über den Förderpreis : «Die Entwicklung des Kantonsspitals St.Gallen zu einem akademischen Lehr - und Forschungsspital mit universitärer Ausrichtung erhält durch die Anerkennung des Europäischen Forschungsrats zusätzlichen Auftrieb. Das Kantonsspital St.Gallen spielt damit für mindestens fünf Jahre in der Champions League der europäischen Forschung.»

mik/pd