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Stadt St. Gallen
19.04.2021
20.04.2021 12:24 Uhr

St.Gallerin will als Influencerin durchstarten

Joya Steiner hat sich gegen 128 andere Influencer durchgesetzt
Joya Steiner hat sich gegen 128 andere Influencer durchgesetzt Bild: Sunice Ambassador Contest
Joya Steiner gewann den Mikro-Influencer-Award in St.Moritz. Nun will die St.Gallerin auf Instagram durchstarten. Sie weiss, was hinter der heilen Social-Media-Welt steckt und wie man am besten mit «Hate» umgeht.

Eigentlich studiert sie Psychologie in Bern, doch dann hat sie mal so ganz nebenbei den «Sunice Ambassador Contest« in St.Moritz gewonnen. Seitdem ist sie das Gesicht des Fesivals. Nun will Joya Steiner aus St.Gallen mit Instagram durchstarten. 

«Ich musste zwei Monate lang gegen 128 andere Influencer in kleinen Challenges antreten. Diese wurden immer anspruchsvoller und zeitaufwendiger. Meist ging es dabei um kleine Videos mit verschiedenen Aufgaben. Im Finale musste man dann ein Activity Movie drehen», erzählt die 21-Jährige.

Joya Steiner gelang es, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen und ging – als Schützling von Arina Luisa – als kreativstes Nachwuchstalent aus 128 Teilnehmern hervor. Sie ist jetzt nicht nur das Gesicht des nächsten «Sunice Festivals», sondern darf sich auch über ein Preisgeld freuen. Zwar möchte Steiner das Studium nicht an den Nagel hängen, aber sich trotzdem auf das Influencen konzentrieren: «Ich würde es gerne als Nebenjob machen.»

«Viele haben die Schnauze voll vom perfekten Leben»

Doch was machen Influencer überhaupt? In der Öffentlichkeit wird der Beruf oft belächelt und nicht als «echter Job» wahrgenommen. Joya Steiner sieht das anders: «Das Influencer-Dasein sieht immer sehr einfach und schön aus, jedoch ist es ein sehr anstrengender Job. Man ist wirklich komplett von seiner Community abhängig und muss ständig abliefern und aktiv sein», sagt die Psychologie-Studentin.

Der finanzielle Aspekt hänge von Kooperationen ab, welche eher schwieriger zu bekommen sind – besonders als «Mikro»-Influencerin. Es sei vor allem schwierig, Partnerschaften zu etablieren, die gut sind und den Followern auch wirklich nutzen können. 

«Ansonsten nehme ich die Leute, die mir folgen, in meinen Alltag mit. Da ist vor allem Kreativität gefragt, um ihnen auch einen attraktiven Content zu bieten. Man sollte darauf achten, dass man sich von der Masse abhebt.»

Denn: Es gibt immer mehr Influencer. Deshalb ist es auch immer schwieriger, sich durchzusetzen. «Etwas vom Wichtigsten ist, authentisch zu bleiben. Die meisten haben die Schnauze voll von perfekten Insta-Feeds mit dem gefakten schönen Leben. Man sollte sich nicht verlieren und sich treu bleiben», so Steiner.

Ganz Links Joya Steiner, die in ihrer Freizeit Yoga macht. Bild: zVg

Verzerrte Wahrnehmung

Ein grosser negatiever Aspekt am Influencer-Leben sei, dass die Follower das Gefühl haben, ihr Idol zu 100 Prozent zu kennen. «Viele vergessen, dass – auch wenn man vieles auf Social Media teilt –, man am  trotzdem nur zehn Prozent von einem ganzen Tag zeigt. Das verzerrt die Wahrnehmung oder führt dazu, dass man in eine Schublade gesteckt wird, wo man eigentlich nicht hingehört.» Es sei auch ein ständiger Druck da, guten Content zu produzieren, um keine Follower zu verlieren.

Auf ihrem Instagram-Konto findet man viele Yoga-Sessions, wie beispielweise auf den Drei Weieren, Selfies, Stretch-Übungen und Outfit-Bilder.  Auch Hassbotschaften hat die St.Gallerin schon einstecken müssen. «Früher habe ich relativ oft solche Erfahrungen gemacht. Mittlerweile nur noch sehr selten.» Wie man damit umgeht, erklärt Joya Steiner so: «Am besten nicht darauf eingehen und es nicht persönlich nehmen! Es ist doch ein grosses Mass an Selbstzweifeln nötig, dass es überhaupt so weit kommt, dass man eine andere Person grundlos beleidigt.» Sie möge auch nicht jeden, doch es sei ein ganz anderer Schritt, ob man das einfach für sich denkt oder es an einer anderen Person auslässt.

«Man soll sich auch unbedingt immer vor Augen halten, dass man niemandem etwas schuldig ist und sich auch nicht vor irgendjemandem rechtfertigen muss – ausser vor sich selbst. Einfach sich selbst treu bleiben. Dein Umfeld wird immer kommen und gehen, nur du selbst bist immer da», sagt die Psychologie-Studentin.

Matilda Good