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Gaiserwald
19.04.2021
20.04.2021 14:33 Uhr

Gaiserwald will keine Velobrücke Engelburg-St.Gallen

Bild: zVg
Der Gaiserwalder Gemeinderat findet, eine Velobrücke zwischen St.Gallen und Engelburg wäre zu teuer und schwierig ins Landschaftsschutzgebiet Sittertobel zu integrieren.

Armin Kappeler aus Engelburg reichte über petitio.ch beim Gemeinderat eine Petition für eine direkte und sichere Veloverbindung von Engelburg nach St.Gallen ein (siehe Infobox). Er sammelte in 30 Tagen 216 Stimmen. Für die vorgeschlagene Lösung existiert allerdings bereits eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2015. Der Gemeinderat hält an der seinerzeitigen Beurteilung fest und verzichtet auf die Lancierung eines solchen Projekts. 

Gemeinderat sieht Komfortgewinn, aber auch Kosten

Der Beurteilung des Petitionärs, wonach die Fahrt von Engelburg nach St.Gallen mit dem Fahrrad auf direktem Weg via Spisegg wegen der Topographie und des fehlenden Radweges entlang der Kantonsstrasse nicht sonderlich attraktiv ist, könne selbstverständlich gefolgt werden, so der Gaiserwalder Gemeinderat. Das Anliegen für eine sichere und direkte Veloverbindung von Engelburg nach St.Gallen ist insofern auch gerechtfertigt. Die Verbesserung dieser Situation entlang der vorhandenen Kantonsstrasse ist aufgrund der Topographie und der engen Platzverhältnisse in der Spisegg allerdings sehr anspruchsvoll.

Die Idee einer neuen direkten Brückenverbindung über das Sittertobel zwischen Engelburg und St.Gallen wäre eine gelungene Alternative. Im Rahmen der 3. Generation des Agglomerationsprogramms St.Gallen-Bodensee liessen die Gemeinden Gaiserwald und Untereggen sowie die Tiefbauämter von Stadt und Kanton St.Gallen unter Koordination der Geschäftsstelle Regio Appenzell AR-St.Gallen-Bodensee die Machbarkeit einer solchen Brückenverbindung prüfen. Untersucht wurden verschiedene Varianten mit Brücken über die Autobahn und solchen, welche vor der Autobahn endeten.

Die Kosten beliefen sich gemäss Grobkostenschätzung je nach Variante zwischen 8 und 13 Mio. Franken. Trotz der grundsätzlichen Machbarkeit wurde 2015 auf die weitere Bearbeitung des Projekts für eine Brücke über die Sitter für den Fuss- und Radverkehr namentlich aufgrund der hohen Kosten und der anspruchsvollen Integration in das Landschaftsschutzgebiet Sittertobel verzichtet. An dieser Beurteilung aus dem Jahr 2015 hält der Gemeinderat auch 2021 fest.

Armin Kappeler hingegen hält an seinen Plänen fest und will eine Lösung für dieses Problem finden. «Wenn ich muss, gehe ich beim Kanton klopfen. So kann die Sache nicht stehen bleiben», sagte er zum «St.Galler Tagblatt».

Rechts im Bild die beiden von Kappeler vorgeschlagenen Varianten (rot) Bild: petitio.ch

Armin Kappelers Petition im Wortlaut:

«Seit ich entdeckt habe, wie ich mit meinem E-Bike nicht nur durch die Landschaft streifen, sondern auch im Dorf und in der Stadt Besorgungen tätigen kann, lasse ich das Auto öfters stehen. Leider ist für uns Engelburger eine Fahrt mit dem Zweirad nach St.Gallen nicht gerade velofreundlich. Die Fahrt bis zur Spisegg auf der alten St.Gallerstrasse ist ja noch akzeptabel, aber nachher, über die Brücke auf der Hauptstrasse und dann weiter hoch am rechten Strassenrand, geradezu gefährlich und unzumutbar. Deshalb wäre schon längst eine velogerechte Alternative fällig.

Gerne stelle ich hier die Idee einer Direktverbindung zwischen Engelburg und St.Gallen zur Diskussion. Gedacht ist eine Hängebrücke für Fahrräder und Fussgänger von der Rüti hinüber zum Hätterenwald als Anschluss auf die St.Gallerseite an die Hätterenstrasse. Meine Idee beinhaltet folgende zwei Varianten: 1) Brücke von ca. 800 m Länge - Vorteile: direkter Anschluss von Engelburg durch den Hätterenweg und als Fortsetzung vom bestehenden Veloweg nach Abtwil; Nachteile: grosse Brückenlänge. 2) Vorteil: kurze Brückenlänge ca. 250m; Nachteil: Ein neuer Anschlussweg müsste erstellt werden. Dies ist eine Ideenskizze. Vielleicht ergibt sich daraus auch ein Anstoss für eine eventuelle Interessengruppe, sich aktiv an der konkreten Umsetzung einer verbesserten Veloverbindung zur Stadt zu beteiligen.»

pd/stgallen24