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03.04.2021
04.04.2021 12:05 Uhr

Kartenparty im kybunpark

Endlich fightet er wieder im grün-weissen Dress: Nicolas Lüchinger Bild: freshfocus
Der FC St.Gallen und der FC Zürich trennen sich 1:1. Das Spiel gibt vor allem wegen den vielen Karten zu reden. Am Schluss sollen es deren zehn sein. Zwei davon sogar in der Farbe Rot.

Schöne Nachricht vorweg: Nach fast zwei Jahren steht die St.Galler Identifikationsfigur und Publikumsliebling Nicolas Lüchinger wiedereinmal in der Startelf für den FCSG. Nach zwei Jahren Leidenszeit aufgrund etlichen Eingriffen im Knie - vor allem der Knorpelschaden macht ihm lange zu schaffen - spurtet der gebürtige Rheintaler wieder die Aussenbahn rauf und runter. Den St.Gallen-Fan freuts. Leider wird Lüchinger in der Halbzeit bereits wieder vom Platz genommen. Aus taktischen Gründen.

Sieben gelbe Karten in einer Halbzeit

Aus taktischen Gründen deshalb, weil die St.Galler nach den ersten 45 Minuten mit 0:1 zurückliegen. St.Gallens Goalie Zigi räumt in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit Zürich-Stürmer Ceesay ruppig aus dem Weg, was eine gelbe Karte und einen Elfmeter zur Folge hat. Diesen verwertet Benjamin Kololli sicher.

Nebst Zigi erhalten im ersten Durchgang sechs weitere Spieler eine gelbe Karte: Schönbächler, Adamu, Rohner, Doumbia, Quintillà und Lüchinger heissen die restlichen Übeltäter. Die vielen Karten wiederspiegeln das Geschehen auf dem Platz in der ersten Halbzeit. Beide Mannschaften scheinen aufgrund des aktuellen Formtiefs verunsichert. Die Partie spielt sich primär im Mittelfeld ab, die Spieler warten mit wenig kreativen Lösungen auf und Torchancen sind mangelware - bis Zigi seinen Gegenspieler im Strafraum regelwiedrig wegstösst.

Zeidler muss ein Zeichen setzen. Macht er auch: Lüchinger und der müde wirkende Guillemenot müssen Youan und Duah Platz machen. Und auch auf dem Feld zeigen die St.Galler, wer Herr im Haus ist. Der FCZ scheint sich mit der 1:0-Führung zufrieden zu geben und schalten nach dem Pausentee den Verwaltungsmodus ein. Die St.Galler suchen schnell den Ausgleich.

Die Kartenflut rächt sich

Nach 58. Minuten kann Zürich-Goalie Brecher einen strammen Schuss Muheims wegfausten, nach 66. Minuten trifft Ruiz mit einem Schuss von der Strafraumgrenze nur den Pfosten und den Nachschuss wehrt Brecher mirakulös ab. Just nach dieser Top-Gelegenheit rächt sich die Gelbe Karte von Quintillà aus der ersten Halbzeit. Er foult Dzemaili im Mittelfeld, sieht zum zweiten Mal die Gelbe Karte und somit Gelb-Rot. 

Zu zehnt müssen die St.Galler nun einem Rückstand nachrennen, da gibt es schöneres. Doch als hätte Zeidlers Team den Espenblock im Rücken, suchen sie vehement den Ausgleich - den sie auch finden. In der 76. Minute spielt Victor Ruiz den eingewechselten Duah an, der zieht nach Innen und trifft millimetergenau neben dem Pfosten ins Tor. Kurz darauf rächen sich die vielen Gelben Karten auch noch auf der Zürcher Seite. Doumbia muss ebenfalls mit Gelb-Rot das Spielfeld vorzeitig verlassen.

In den Schlussminuten - wieder mit gleich vielen Spielern auf dem Feld - gestalten weiterhin die St.Galler das Spielgeschehen. Aber auch die guten Möglichkeiten von Cabral oder Stillhart finden den Weg ins Tor nicht mehr. Es bleibt beim 1:1 Unentschieden. Nach dem Schlusspfiff tigert der emotionale Peter Zeidler auf dem Spielfeld herum. Ist er zufrieden? Wahrscheinlich nicht!

 

 

Telegramm:

St.Gallen - Zürich 1:1 (0:1)

SR Dudic. - Tore: 48. Kololli, 76. Duah

St.Gallen: Zigi; Lüchinger (46. Youan), Stergiou, Fazliji, Muheim; Görtler, Quintillà, Ruiz (81. Cabral); Stillhart; Adamu, Guillemenot (46. Duah).

Zürich: Brecher; Rohner, Kryeziu, Nathan, Aliti; Dzemaili, Doumbia; Tosin, Schönbächler (65. Kramer), Kololli (81. Gnonto); Ceesay (65. Seiler).

Bemerkungen: St.Gallen ohne Traorè, Solimando, Kräuchi, Babic (verletzt), Nuhu, Gonzalez, Ajeti, Strübi, Campos, Abaz, Diarrassouba und Simon (nicht im Aufgebot). Zürich ohne Omeragic, Sobiech, Marchesano, Khelifi (verletzt), Winter, Janjicic, Baumann, Schättin, Reichmuth, Krei und Koide (nicht im Aufgebot).

Verwarnungen: 7. Schönbächler, 29. Adamu, 31. Rohner, 33. Doumbia, 43. Quintillà, 44. Lüchinger, 46. Zigi, 61. Dzemaili

Ausschlüsse: 67. Quintillà, 80. Doumbia

hug