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Stadt St. Gallen
01.04.2021
01.04.2021 11:42 Uhr

Digitale Festivals: «Es ist nicht das Gleiche»

Live aus dem Palace: Thomas Ott erzählt in seinem neuesten Buch «La Forêt». Bild: Wortlaut
Das diesjährige Literaturfestival «Wortlaut» wurde aufgrund der Pandemie digital durchgeführt. Die virtuelle Version kam beim Publikum zwar gut an, trotzdem habe aber der Austausch gefehlt.

Wegen der aktuell geltenden behördlichen Massnahmen konnte auch das diesjährige «Wortlaut» nicht wie geplant physisch stattfinden. Doch den Veranstaltern war es trotzdem ein Anliegen wenigstens ein paar Autoren und Künslter, welche am 13. St.Galler Literaturfestival auf den kleinen und grossen Bühnen der Stadt aufgetreten wären, zu Wort kommen zu lassen. Oder eben zu Bild.

«Eine Scheibe zwischen Autor und Zuschauer»

Vom 25. März bis zum 28. März wurden die Szenen per Stream ins Wohnzimmer der Zuschauer gebracht.  Karsten Redmann, OK-Mitglied und Pressesprecher vom St.Galler Literaturfestival, erzählt, wie das digitale Festival ankam:

«Als die Meldung kam, dass das Festival nicht durchgeführt werden kann, waren wir natürlich zunächst etwas frustriert, aber wollten den Kopf nicht in den Sand stecken. Schliesslich haben wir schon viel vorbereitet und mussten dann schnell umstellen, um auch den Künstlern etwas bieten zu können, die wir schon organisiert hatten. Die virtuelle Version musste dann auch beworben werden, damit die Zuschauer davon Wind kriegen. Dank Rebecca Schnyder konnte das Programm hervorragend digital umgesetzt werden – auch wenn es sehr viel Arbeit war.» 

Natürlich sei eine virtuelle Durchführung nicht vergleichbar mit einer physischen und so wurde von den Zuschauern bedauert, dass man keinen direkten Austausch mit den Protagonisten hatte. «Die Zuschauer meinten, es war so, als wäre eine Scheibe zwischen ihnen und den Autoren. Trotzdem konnten wir durch die virtuelle Wiedergabe auch neue Formate ausprobieren und das Feedback der Zuschauer war ansonsten sehr positiv.»

Vorsichtige Vorfreude auf 2022

Je nach Vorlesung und Format der Künstler seien in den verschiedenen Streams 60 bis 70 Zuschauer online gewesen. Die Videos der verschiedenen Protagonisten wurden auf Youtube geladen, wo man sich noch nachträglich anschauen kann.

Bereits zum zweiten Mal konnte das Literaturfestival damit nicht in seiner üblichen Form stattfinden. Doch wie sieht es mit der 14. Ausgabe aus? «Es ist schwierig sich auf das nächste Jahr zu freuen, weil wir uns nicht zu viele Hoffnungen machen möchten. Schliesslich hatten wir uns 2020 auf das Jahr 2021 gefreut und wurden enttäuscht. Deshalb sind wir vorsichtig, aber wir werden so oder so wieder etwas tolles auf die Beine stellen. Natürlich würden wir uns über eine Durchführung in der Stadt St.Gallen sehr freuen», sagt Redmann.

Matilda Good