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Kanton
25.03.2021

Wartelisten für Sonderschulplätze vermeiden

Der St. Galler Kantonsrat wird sich in der kommenden Aprilsession mit der Zahl der Plätze in den Sonderschulen beschäftigen. (Archivbild) Bild: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
In St.Gallen soll es genügend Plätze in Sonderschulen und keine Wartelisten mehr geben. Die vorberatende Kommission unterstützt den Vorschlag der Regierung für eine Erweiterung des Angebots, will die Vorlage aber mit Aufträgen ergänzen.

Auslöser der Vorlage war ein Mangel bei den Angeboten für Kinder mit einer Sprachbehinderung im Schuljahr 2018/19. Es gab eine Warteliste. Dies löste im Kantonsrat eine Motion aus, die überwiesen wurde. Darin wurde verlangt, dass zeitgerecht genügend Plätze bereitstehen müssen. Eine adäquate Sonderbeschulung sei bei einer diagnostizierten Beeinträchtigung in der Verfassung garantiert.

Die Regierung arbeitete daraufhin eine Vorlage aus, die sich nicht auf Plätze für Kinder mit Sprachbehinderung beschränkt, sondern generell auf Sonderschulplätze. Geplant ist eine je nach Bedarf "kurzfristig aktivierbare Angebotserweiterung". Der Ausbau ist mit voraussichtlichen Mehrausgaben von 3,1 Millionen Franken verbunden. Davon würden die Gemeinden 2,2 Millionen Franken übernehmen.

Minderheit lehnt Dringlichkeit ab

Die Erfüllung des Auftrags aus der Motion werde begrüsst, teilte die vorberatende Kommission am Mittwoch mit. In der Beratung sei unter anderem die Dringlichkeit der Umsetzung diskutiert worden. Eine Kommissionsminderheit wollte auf die Vorlage nicht eintreten.

Die Kommission schlägt zudem zwei Aufträge an die Regierung vor. Sie soll prüfen, ob eine Kostenbeteiligung des Kantons an den integrativen Massnahmen in den Regelklassen einen positiven Effekt auf die Zahl der Sonderschülerinnen und Schüler und damit auf die Separationsquote hätte. Beim zweiten Auftrag geht es um die Frage, ob das Anreizsystem des Personalpools für die Regelklassen auch für die Sonderschulen angewendet werden könnte.

Keystone-SDA