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Bildung
12.03.2021

Musikverband findet Tariferhöhung stossend

Der Schweizerischer Musikpädagogischer Verband ist empört über die geplanten Schulgelderhöhungen an der Musikschule St.Gallen. Deshalb wurde nun eine Petition gestartet.

Mit Unverständnis hat der SMPV OSO (Schweizerischer Musikpädagogischer Verband, Sektion Ost-Südost-Schweiz) die geplanten Kürzungen an den Musikschulen der Stadt St.Gallen zur Kenntnis genommen. Konkret sollen die Musikschultarife für Kinder, Jugendliche und Erwachsene um fünf Prozent erhöht werden. Gleichzeitig soll der Geschwisterrabatt, der eine dreiköpfige Familie zum Beipiel doch um 25 Prozent entlastet, gestrichen werden.

Zweiklassensituation wird somit unterstütz

Der mit grosser Mehrheit angenommene Verfassungsartikel 67a (musikalische Bildung) verlangt die Förderung sowohl des Zugangs aller Kinder und Jugendlichen zur musikalischen Bildung im Allgemeinen sowie auch die Förderung musikalisch Begabter im Besonderen.

Dass künftig Kinder frühen Zugang zu Musikschulen und auswärtige Jugendliche Zugang zum Ensemble- und Orchesterunterricht erhalten sollen, ist zwar erfreulich. Stossend sei aber, dass gleichzeitig eine Zweiklassensituation geschaffen wird, wo nur noch gut situierte Eltern ihrem Nachwuchs Musikunterricht ermöglichen können.

SMPV OSO gleicher Meinung wie SP

Der SMPV OSO teilt die Ansicht der SP, dass es keine Schulgeldtariferhöhung an Musikschulen, schon gar nicht ohne eine vertiefte Diskussion im Parlament, geben darf und dass der Geschwisterrabatt beibehalten werden muss, da er kinderreiche Familien erheblich entlastet und für gerechte Verhältnisse unter den Geschwistern sorgt. «Oder wollen Sie dem Jüngsten erklären, dass es kein Instrument lernen kann, weil die beiden Grösseren das ganze Budget aufbrauchen?», heisst es in der Mitteilung.

Dass mit den Sparmassnahmen gleichzeitig die angestellten Lehrpersonen einen Pensen- und somit Einkommensrückgang erleiden, den sie nirgends ausgleichen können, sei eine weitere Ungerechtigkeit, an der sich der SMPV OSO stösst.

Es dürfe nicht sein, dass das städtische Budget auf Kosten der St.Galler Kinder und Jugendlichen verbessert wird.

Etliche Studien haben gezeigt, dass musikalische Bildung Menschen jeden Alters ganzheitlich in ihren kognitiven Fähigkeiten und ihrem Sozialverhalten fördert. Jetzt gerade hier den Rotstift anzusetzen wäre daher ein schwerwiegender Fehler.

Petition

Der SMPV OSO lanciert eine Petition, um den Stadtrat dazu zu bewegen, seinen Entscheid nochmals zu überdenken. Die Petition ist hier zu finden.

Alle, die die musikzierenden Kinder und Jugendlichen in der Stadt St.Gallen unterstützen möchten, seien herzlich eingeladen, die Petition zu unterschreiben.

mg/pd