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Leserbrief
Mörschwil
11.03.2021
11.03.2021 14:36 Uhr

«Wir leben in einem Klima der Angst»

Wir führen in diesem Land keine wichtigen Debatten mehr, sondern nicken nur noch Verordnungen und Gebote ab, findet Norbert Lutsch. Bild: pexels
Norbert Lutsch aus Mörschwil kritisiert in seinem Leserbrief die aktuelle Corona-Politik, die Polizisten und die Massenmedien in unserem Land.

Was mich seit Monaten schon fassungslos macht, ist die Tatsache, dass die Menschen hierzulande sich so einfach die Butter vom Brot nehmen lassen und sich nicht hin und wieder mal fragen, wer eigentlich der Souverän in diesem Land ist? Wer ist also Herr und wer «Staats-Diener»? Wer hat eigentlich das Recht über derart weitreichende Entscheidungen zu verfügen - und mit welcher Begründung (ausser Angst- & Panikmache, von der es ja mehr als genug gibt dank unserer Qualitäts-Medien)?

Seit wann steht eine Verordnung über einem Gesetz, fragt man sich? Wenn man mit Menschen auf der Strasse redet, können diese in der Regel gültiges Recht von ihrer eigenen Rechtsauffassung (Ihrer persönlichen Meinung, was Recht und Gesetz sei) nicht unterscheiden, schlimm genug.

Polizisten übers Ziel hinausgeschossen

Wenn aber Polizisten mit derselben Taktik vorgehen, ist das beschämend für ihren Berufsstand und ein Zeichen mangelhafter Ausbildung! Früher nannte man die Polizisten noch Schutzmänner, diese Bezeichnung offenbarte auf einfachste Art und Weise den Auftrag desselben, nämlich den Schutz der Bevölkerung. Heute scheint der Schutz nur noch den Interessen ihrer Auftraggeber zu gelten, warum diskutiert man nicht mal diese einfache Tatsache?

Ich habe kein Problem mit Polizisten, denn ich glaube wirklich, dass die allermeisten Polizisten grundehrliche Menschen mit guten Absichten sind, was aber nicht ausschliesst, dass sie aus Unwissenheit und falscher Rechtsauffassung über das Ziel (den Auftrag der Bürger) hinausschiessen. Das vornehmste und einzige Ziel eines jeden Staatsdieners ist es, die Rechte und Freiheiten seiner Bürger zu schützen!

Ehrlich gesagt befremdet mich schon der Anblick dieser oft für einen Kriegseinsatz gerüstet zu scheinenden Menschen in ihrer Uniform. Jedenfalls bekomme ich diesen Eindruck, wenn ich sehe, welche Utensilien die normale Fussstreife da mit sich herumschleppen muss. Wenn ich mir dann die Verhältnisse ansehe, so frage ich mich regelmässig, wohin und in welche Zustände diese armen Seelen wohl geschickt werden. Die durchschnittliche Schweizer Kleinstadt kann es ja nicht sein, denn dort sieht und hört man keine Volksaufstände, gewalttätige Ausschreitungen oder Ähnliches. Was wird also mit diesem Aufzug bezweckt?

Hatten wir nicht einst eine Gewaltenteilung?

Das Recht auf Versammlungsfreiheit, das Recht auf Reisefreiheit, Meinungsfreiheit und körperliche Unversehrtheit sind allesamt in der Bundesverfassung verankert und darüber hinaus auch in international gültigen Menschenrechten festgelegt. Diese Rechte stehen über nationalem Recht, und dieses wiederum steht über jeder Verordnung eines Bundesrates…

Ausserdem frage ich mich, seit wann es möglich ist, dass der Bundesrat einfach am Parlament vorbei weitreichende Entscheidungen in Form von Erlassen und Verordnungen treffen kann? Hatten wir nicht mal eine Gewaltenteilung?

Man achte auch auf die Formulierung dieser Verordnungen, die ja bewusst allgemein gehalten sind und zumindest anfangs von Empfehlungen sprachen. In der Umsetzung wurden dann im öffentlichen Raum (Masken-) Pflichten daraus …

Ich kann mich einfach nicht erinnern, dem Bundesrat einen Auftrag bezüglich meiner Gesundheit erteilt zu haben - und schon gar nicht in meinem Namen zu entscheiden, ob ich frische Luft atmen darf oder nicht.

Keine Relation und keine Debatten

Wir führen in diesem Land keine wichtigen Debatten mehr, sondern nicken nur noch Verordnungen und Gebote ab und erzeugen einen Massengehorsam über Angst, was unredlich ist, denn wir wissen seit Jahren genau, welche negativen Auswirkungen Angst auf den menschlichen Organismus, namentlich sein Immunsystem, hat. Die Gesamtzahl an Coronainfizierten interessiert niemanden, denn diese müsste in Relation zu irgendwas gesetzt werden z.B.  wie viele davon sind wie schwer erkrankt, wie viele davon sind gestorben und wie liegen wir in der Gesamtmortalität im Vergleich zu letztem und vorletztem Jahr?

Das alles scheint unsere qualitativ hochwertig arbeitenden Journalisten überhaupt nicht zu interessieren. Es scheint ihnen auch egal zu sein, dass Schweden und England dieselbe Covid Kurve aufweisen, die einen mit, die anderen ohne Lockdown. Man bombardiert uns weiterhin im Bus mit den täglichen Horrorzahlen der Neuinfizierten und ins Krankenhaus eingewiesenen Menschen.

Covidioten und Aluhut-Träger

Was mich noch mehr stört, ist die Tatsache, dass wir mittlerweile in einem Klima der Angst leben, in welchem der Bürger genau weiss, welche Meinung gerade gewünscht und welche ungewünscht erscheint. Dass man sich - ohne moralische Probleme zu haben - selbst zensiert, in Wort und Tat! Solcherlei einfache Wahrheiten anzusprechen, kann man sich heute nicht mehr allzu oft erlauben, ohne mit ernsten Repressalien rechnen zu müssen.

Da wird man schnell zum Covidioten oder Aluhut-Träger, Neonazi, Schwurbler oder sonstigem Irren gemacht. Damit ist dann jegliche Diskussion von vornherein obsolet und man muss sich nicht über unangenehme Tatsachen streiten. Quasi nach dem Motto: «Verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen, meine Meinung steht bereits fest».

Norbert Lutsch, Mörschwil