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Kanton
18.02.2021

SGKB mit mehr Gewinn

SGKB-CEO Roland Ledergerber Bild: PD
Bei der St.Galler Kantonalbank resultiert 2020 mit CHF 167.2 Mio. ein leicht höherer Konzerngewinn als im Vorjahr. Ein starkes Wachstum kann bei den Verwalteten Vermögen und den Kundenausleihungen verzeichnet werden.

Insgesamt wurde neues Geschäftsvolumen von CHF 4.0 Mrd. akquiriert (+5.5%). Die Kundenausleihungen steigen um 4.0% auf CHF 28.0 Mrd., hauptsächlich dank einem Wachstum bei buchführungspflichtigen Kunden. Von der Zunahme der Kundenausleihungen um CHF 1.1 Mrd. stammen CHF 0.6 Mrd. bzw. rund 58% aus den Hypothekarforderungen, die um 2.5% wachsen. In den Forderungen gegenüber Kunden, die um CHF 0.5 Mrd. (+19.8%) steigen, beträgt der Anteil an Covid-Krediten CHF 101.4 Mio.

Die Auswirkungen der Börsenkorrektur im Frühjahr auf die Verwalteten Vermögen wurde durch eine rasche Gegenbewegung und eine kontinuierliche Verbesserung bis zum Jahresende hin neutralisiert. Der Anstieg der Verwalteten Vermögen um starke 6.3% auf CHF 48.6 Mrd. ist denn auch ausschliesslich auf den starken Neugeldzufluss von CHF 2.9 Mrd. (Vorjahr: CHF 0.4 Mrd.) zurückzuführen.

Solides Ergebnis

Der Geschäftsertrag erreicht CHF 486.7 Mio. (+1.6%). Der Brutto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft steigt um 4.0% auf CHF 309.8 Mio. Dafür ist unter anderem die Bewirtschaftung der erhöhten Freigrenze der SNB verantwortlich. So werden negative Effekte auf das Zinsengeschäft, wie der Margenrückgang im Hypothekengeschäft, teilweise kompensiert. Aufgrund der hohen Kundenaktivität im Wertschriftengeschäft und des starken Wachstums der Verwalteten Vermögen erreicht der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft erneut das sehr gute Vorjahresniveau (CHF 129.4 Mio., -0.7%). Dabei ist zu berücksichtigen, dass im Vorjahr wegen der sehr guten Börsenentwicklung performanceabhängige Erträge in Höhe von CHF 11.5 Mio. angefallen waren, während es im Berichtsjahr nur CHF 1.1 Mio. sind. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft sinkt um 3.9% auf CHF 38.1 Mio. Dies ist unter anderem auf die geringe Reisetätigkeit der Kunden und den entsprechend deutlich tieferen Ertrag aus Fremden Sorten zurückzuführen, während sich der tiefere Nostro-Erfolg und der höhere Devisenerfolg praktisch kompensieren. Der übrige ordentliche Erfolg geht im Vergleich zum Vorjahr um CHF 3.7 Mio. (-33.5%) zurück, hauptsächlich aufgrund einer Sonderdividende im Beteiligungsertrag des Vorjahres und eines tieferen Bewertungserfolgs bei den Finanzanlagen.

Die negativen und positiven Effekte der Corona-Pandemie auf den Geschäftsaufwand (+0.2%) halten sich etwa die Waage: Einerseits entfielen Kosten, beispielsweise für die Generalversammlung, andererseits entstanden Mehraufwände wie beispielsweise im Bereich der Informatik. Der Personalaufwand sinkt um 0.7% auf CHF 175.2 Mio. Die Einmaleinlage in die Personalvorsorgeeinrichtung im Vorjahr, ein leicht höherer Personalbestand aufgrund des Ausbaus der Kundenberatung und die coronabedingte Erhöhung der Abgrenzung von Überzeit- und Feriensaldi tragen wesentlich dazu bei.

Der Sachaufwand steigt um 2.1% auf CHF 93.3 Mio., insbesondere wegen höherer Kosten für den IT-Betrieb und der Einlage in den Öffentlichkeitsfonds von CHF 1 Mio. Der Bruttogewinn steigt um 3.3% auf CHF 218.2 Mio. Die Steuern fallen um CHF 10.1 Mio. (-29.0%) tiefer aus, was auf einen tieferen Steuersatz aufgrund der Steuerreform STAF und die Umbuchung der Reserven für allgemeine Bankrisiken in Wertberichtigungen für inhärente Ausfallrisiken zurückzuführen ist.

Insgesamt resultiert ein Konzerngewinn von CHF 167.2 Mio., was einer Steigerung von CHF 3.3 Mio. resp. 2.0% gegenüber dem Vorjahr entspricht.

1'643 Covid-Kreditlimiten, stabiles Kreditportfolio

Während der Laufzeit des Covid-19-Kreditprogrammes des Bundes vom 26. März bis am 31. Juli 2020 setzte die St.Galler Kantonalbank insgesamt 1'753 Covid-19-Kreditlimiten in Höhe von CHF 232.8 Mio. aus. Per Ende 2020 sind es noch 1'643 Limiten in Höhe von CHF 209.5 Mio., die zu 48% beansprucht sind. Den grössten Anteil bilden die 1'612 Covid-19-Kredite bis CHF 500'000, deren Zinssatz 0% beträgt und die durch den Bund vollständig abgesichert sind. Die Limite dieser Kredite beträgt CHF 160.8 Mio. Die Entwicklung der Kreditrisiken wurde in den vergangenen Monaten besonders genau beobachtet. Das Kreditportfolio wurde überprüft und befindet sich nach wie vor in einem sehr guten Zustand. Es sind keine erhöhten Risiken feststellbar.

Im Konzerngewinn enthalten ist die Nettobildung von Rückstellungen und Wertberichtigungen für Kreditrisiken in Höhe von CHF 6.5 Mio. (Vorjahr: Netto-Auflösung von CHF 2.3 Mio.). Davon entfallen CHF 3.1 Mio. auf Rückstellungen im Rahmen der Abbildung inhärenter Ausfallrisiken. Diese müssen entsprechend der Rechnungslegungsverordnung der FINMA auf dem nicht gefährdeten Teil des Kreditportfolios gebildet werden, um die Risikovorsorge zu stärken. Zu diesem Zweck erfolgte auch die erwähnte Umbuchung der Reserven für allgemeine Bankrisiken. Die Verordnung der FINMA gilt für alle Banken der Kategorie 3 per 1.1.2020 und muss spätestens mit dem Jahresabschluss 2021 umgesetzt werden. Es wurden netto weitere CHF 3.4 Mio. Wertberichtigungen und Rückstellungen für Kreditrisiken gebildet.

Marktausblick

Die Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie hinterlassen tiefe Spuren in der konjunkturellen Entwicklung, auch im Marktgebiet der St.Galler Kantonalbank. Das lokale Kleingewerbe, insbesondere in den Bereichen Gastronomie, Kultur und Detailhandel, ist besonders stark betroffen. Dank der Härtefallprogramme von Bund und Kantonen, der raschen und unbürokratischen Vergabe von Covid-Krediten und der Ausweitung der Kurzarbeit ist die Rezession nicht noch stärker ausgefallen. Die anhaltende Unsicherheit wirkt sich nachteilig auf die Nachfrage und die Investitionstätigkeit aus. Die weitere Entwicklung wird massgeblich von den künftigen Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie geprägt sein. Nach dem Abflauen der Pandemie wird die erwartete Erholung der Weltwirtschaft auch die Geschäftstätigkeit in der Ostschweiz positiv beeinflussen. Die tiefen Zinsen und der stabile Franken werden ebenfalls dazu beitragen, dass sich die Rahmenbedingungen für die Konjunktur verbessern.

Der Ostschweizer Immobilienmarkt zeigt sich insbesondere im Eigenheimbereich aufgrund der anhaltend grossen Nachfrage weiterhin robust. Das Zinsniveau dürfte weiterhin tief und damit die Nachfrage nach Wohn-Renditeliegenschaften gross bleiben. Wir stellen fest, dass zurzeit vereinzelt sehr tiefe Renditen in Kauf genommen werden. Bei den Gewerbe- und Geschäftsflächen bleibt die Situation angesichts der aktuell unsicheren Lage angespannt. Insbesondere bei den Verkaufsflächen wird der Druck auf die Mietpreise anhalten.

Stabile Dividende

Der Verwaltungsrat wird der Generalversammlung vom 5. Mai 2021 eine gleichbleibende Dividende von CHF 16 pro Aktie beantragen. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von 57% des Konzerngewinns und einer Dividendenrendite von 3.9% berechnet auf dem Jahresendkurs 2020.

Ausblick 2021

Die St.Galler Kantonalbank erwartet für das Geschäftsjahr 2021 ein Ergebnis leicht unter dem Vorjahresniveau.

leaderdigital.ch/stz.