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Mörschwil
11.12.2020

Gemeindepräsident Bühler tritt zurück

Bild: zVg
Nach 29 Jahren tritt Paul Bühler als Gemeindepräsident von Mörschwil zurück. Er hinterlässt grosse Fussstapfen für seine Nachfolgerin.

«Mörschwil ist meine Heimat. Mörschwil ist mein Dorf; hier bin ich aufgewachsen. Ich habe Mörschwil unheimlich gerne. Und ich finde, das Dorf ist ein schöner Lebensraum. Es war für mich wie ein Heimkommen, als ich nach zwölf Jahren in Chur hier Gemeindepräsident werden durfte», sagte Paul Bühler in einem Interview mit dem «St.Galler Tagblatt».

Mehr als ein Steuerparadies

Nach knapp 30 Jahren hängt er nun seine Arbeit als Gemeindepräsident für sein geliebtes Mörschwil an den Nagel. Seine Nachfolgerin ist die 32-jährige Martina Wäger, wie Bühler von der CVP. Sie wird die erste Gemeindepräsidentin im Wahlkreis Rorschach.

Bühler übernahm im Jahr 1991 die Nachfolge von Franz Würth, der einen Grundstein für die Entwicklung Gemeinde legte und mit seiner Bodenpolitik gute Steuerzahler anlockte. Darauf baute Paul Bühler - der seine Verwaltungslehre bei Franz Würth machte - erfolgreich auf: Mörschwil geniesst seit Jahren den Ruf als «St.Galler Steuerparadies».

In Gebieten, die dem Gemeinderat wichtig erschienen, hat die Gemeinde Bodenpolitik gemacht: Grundstücke gekauft, erschlossen und wieder verkauft. Mörschwil wuchs in Bühlers Amtszeit um 1'000 Einwohner. «Mir scheint wichtig, dass eine Behörde bei der Entwicklung und Raumplanung den Finger draufhält und steuern kann», so der CVP-Politiker im Interview.

«Ich halte mich aus der Dorfpolitik raus – fast»

Doch dass die Menschen nur wegen des tiefen Steuerfusses nach Mörschwil ziehen, glaubt Bühler nicht: «Die allermeisten kommen wegen der hohen Lebensqualität. Dazu gehören der ländliche Raum und die saubere Luft, die gute Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr, eine moderne Infrastruktur und die Schule im Dorf.»

Zu Bühlers Höhepunkten in 30 Jahren Amtzeit gehören der Ausbau des Gemeindehaus, der Dreifachturnhalle und der Bau des Wohn- und Alterszentrums. Als Dorfkönig habe er sich nie gesehen, sei immer bodenständig und nah bei den Leuten geblieben. In diese grossen Fussstapfen tritt nun Martina Wäger.

Die 32-Jährige ist zur ersten Gemeindepräsidentin von Mörschwil gewählt worden. Bühler möchte sich zwar in Zukunft aus der Dorfpolitik raushalten, aber sollte es Bestrebungen geben, Mörschwil mit der Stadt St.Gallen zu fusionieren, so möchte er «vielleicht» das Gegenkomittee anführen, sagter er dem «St.Galler Tagblatt». Denn: «Jede Gemeinde muss für ihr Glück verantwortlich sein.»

 

 

mik