Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda
Lifestyle
09.12.2020

Deshalb sind Zimmerpflanzen im Trend

Asplenium ‘Crispy Wave‘, Scindapsus pictus, Philodendron ‘Fun Bun’ Bild: (Bild Picturegarden | Rohner)
Wenn sich die Gartensaison ihrem Ende nähert, haben Zimmerpflanzen ihren grossen Auftritt. Welches Zimmergrün ist diesen Herbst besonders angesagt?

Auf Instagram liefert der Hashtag #plants mehr als 36 Millionen Beiträge, und auch unter #houseplants posten junge Pflanzenbegeisterte Selfies von sich und ihrem liebsten Grün – aktuell 4.8 Millionen Mal. Gerade bei den Millennials stehen Zimmerpflanzen hoch im Kurs. Denn Zimmerfarne und Baumfreund haben etwas, was Haustiere nicht haben: Sie benötigen kein Futter zweimal am Tag und müssen nicht Gassi geführt werden. Gleichzeitig vermitteln sie Geborgenheit und das Wissen, dass etwas Lebendiges, Atmendes zu Hause auf einen wartet – selbst in der kleinsten Studentenwohnung.

Pflanzen zu pflegen baut Stress ab

Der Zimmerpflanzen-Trend geht einher mit dem verstärkten Interesse an Umwelt- und Gesundheitsthemen. Zimmerpflanzen bringen ein wenig Natur in Innenstadtwohnungen und sind ein realer Gegenpart in einer zunehmend virtuellen Welt. In einem grünen Zuhause oder in begrünten Büros fühlen sich Menschen deutlich wohler als in kahlen Räumen, denn Pflanzen reduzieren den Kohlenstoffdioxidgehalt in der Luft, bauen Schadstoffe ab und sorgen für die nötige Luftfeuchtigkeit.

Welches Zimmer-Grün aktuell den Trend bestimmt, dazu hat JardinSuisse, der Unternehmerverband Gärtner Schweiz, die folgenden Empfehlungen zusammengestellt.

Pflanzentipps von den Profis

Ursprünglich stammen sie aus den tropischen Regenwäldern, wo sie unter warmen und feuchten Bedingungen wachsen. Maranten (Calathea), auch bekannt als Pfeilwurze, sind dekorative Blattpflanzen mit aussergewöhnlichen Zeichnungen und Farben. Calathea zebrina beispielsweise besitzt grosse, abgerundete Blätter mit einem Fiedermuster aus hell- und dunkelgrün.

Bei Calathea roseopicta ist das dunkelgrüne Laub mit creme- oder rosafarbenen Streifen versehen, die Blattunterseiten sind bordeauxrot. Maranten sind für ihren speziellen Tag- und Nachtrhythmus bekannt. Zur Dämmerung klappen sie ihre Blätter zwischen Blatt und Stiel zusammen. Wird es hell, öffnen sie sich wieder. Als Kinder des Regenwaldes haben sie es gerne feucht; Zugluft behagt ihnen überhaupt nicht.

Die Pflanze für den Mann: der Baumfreund

Er ist ein altbekannter Anblick in den vier Wänden und hat den Ruf, eine «Männerpflanze» zu sein: der Baumfreund (Philodendron). «Männerpflanzen» gelten als besonders robust und verzeihen den ein oder anderen Giessfehler. Ein besonders stattliches Baumfreund-Exemplar ist 'Fun Bun' mit seinem glänzend-dunkelgrünen, gefiederten Blattwerk. Er wächst strauchartig – doch es gibt auch kletternde Baumfreund-Arten, beispielsweise Philodendron hederaceum. Damit er seine bis zu fünf Meter langen Ranken ausbilden kann, weiss er einen Moosstamm zu schätzen. Aber auch als Hänge- oder Ampelpflanze macht er eine gute Figur.

Zimmerfarne

Farne haben sich längst einen festen Platz im Haus erobert. Ihren Charme verdanken sie den elegant überhängenden, oft gefiederten Wedeln. Besonders bemerkenswert sind diejenigen des Tüpfelfarns ‘Blue Star’ sowie des Nestfarns ‘Crispy Wave’. ‘Blue Star’ besitzt eine tiefblau-grüne Blattfarbe; mit zunehmendem Alter fächern sich seine Blätter fingerförmig aus. Die Wedel von ‘Crispy Wave’ sind frischgrün, in Rosetten angeordnet und mal mehr, mal weniger stark gewellt.

Die Luft-Reiniger

Ihr Grün erfrischt nicht nur den Geist. Maranten, Baumfreund und Zimmerfarne helfen dabei, das Raumklima auf natürliche Weise zu verbessern – sie erhöhen die Luftfeuchte und können sogar Schadstoffe aus der Luft binden. Voraussetzung dafür ist eine gute Pflege. Das betrifft zunächst Standort und Giessen. Pflanzen, die ursprünglich aus den tropischen Regenwäldern stammen, mögen weder direktes Sonnenlicht noch Zugluft. Während sie im Sommer etwa zweimal die Woche lauwarmes, möglichst kalkarmes Wasser erhalten, sollte es im Winter weniger sein. Die Fingerprobe hilft abzuschätzen, ob die Pflanzen zu trocken oder zu feucht steht. Dazu wird ein wenig Substrat aus etwa einem Zentimeter Tiefe zwischen zwei Fingern gerieben. Fühlt es sich trocken an, muss gegossen werden. Gerade in der dunklen Jahreszeit wissen es die grünen «Haustiere», allen voran die Farne, sehr zu schätzen, wenn sie mit feinem Wassernebel eingesprüht werden.

Weitere Pflegetipps und Ratschläge erhalten Zimmerpflanzenfreunde in den Schweizer Gärtnereien und Fachgartencentern.

  • Philodendron ‘Fun Bun’, Calathea ‘Maui Queen‘, Asplenium ‘Crispy Wave‘, Philodendron scandens Bild: (Bild Picturegarden | Rohner)
    1 / 4
  • Der gute alte Baumfreund (Philodendron scandens), der früher rund ums Wohnzimmer gezogen wurde, ist wieder en vogue… Bild: (Bild Picturegarden | Rohner)
    2 / 4
  • Pflanzen: links Hoya carnosa, rechts Calathea roseopicta Bild: (Bild Picturegarden | Rohner)
    3 / 4
  • Maranthen (Pfeilwurze) sind dekorative Blattpflanzen mit aussergewöhnlichen Zeichnungen und Farben. Bild: (Bild Picturegarden | Rohner)
    4 / 4

Kalkarmes Wasser

Oft ist beim Giessen von Zimmerpflanzen von «kalkarmem Wasser» die Rede. Warum, erschliesst sich aus der Herkunft der Pflanzen. Während sie in den Tropen vom Regen gespeist werden, kommt in den heimischen vier Wänden meist kalkhaltiges Leitungswasser zum Zuge. Wird damit gegossen, reichert sich der Kalk im Substrat an, was mit der Zeit den pH-Wert der Pflanzerde verändert. Dies wieder führt zu Schäden an der Pflanze. Daher ist den Pflanzen besser gedient, wenn entweder Regenwasser oder abgestandenes bzw. abgekochtes Leitungswasser zum Giessen verwendet wird.

  • Pfeilwurze gibt es in diversen Grössen, Farben und Mustern von ca. 15 cm bis zu 120 cm Höhe. Sie wirken sehr lebendig, da sie nachts ihr Blattwerk senkrecht stellen. Bild: (Bild Picturegarden | Rohner)
    1 / 5
  • «Männerpflanzen» wie der Baumfreund gelten als besonders robust und verzeihen den einen oder anderen Pflegefehler. Bild: (Bild Picturegarden | Rohner)
    2 / 5
  • Die interessanten Blattmuster der Pfeilwurze regen nicht Wenige zum Sammeln an… Das Bild zeigt die hübsche, kleine Sorte ‘Maui Queen’. Bild: (Bild Picturegarden | Rohner)
    3 / 5
  • Ein sehr pflegeleichter und dank der ausladenden, blaugrünen Wedel besonders attraktiver Zimmerfarn ist der Goldtüpfelfarn (Phlebodium). Bild: (Bild Picturegarden | Rohner)
    4 / 5
  • Begonien werden auch Schiefblattgewächse genannt. Schief wirken die zum Stiel hin helixartig eingerollten Blattspreiten aber keinesfalls. Bild: (Bild Picturegarden | Rohner)
    5 / 5

JardinSuisse

JardinSuisse ist der Unternehmerverband Gärtner Schweiz. Ihm gehören 1700 Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus, der Topflanzen- und Schnittblumenproduktion, der Baumschulproduktion sowie des Gärtnerischen Detailhandels an. Er bietet seinen Mitgliedern eine umfassende Palette an Dienstleistungen. Dazu gehören die Beratung, die Unterstützung bei der Werbung, die Zertifizierung von Produktionsbetrieben und vieles anderes mehr. Der Verband betreut zudem die gärtnerische Berufsbildung von der Grundbildung bis zur Ausbildung zum Gärtnermeister.

mg/pd