Die Zahl der bei einem St.Galler RAV gemeldeten Stellensuchenden ist innert Jahresfrist um 11,9 Prozent gestiegen. Gegenüber dem Vormonat nahm sie um 2,7 Prozent zu. Damit bewegt sich die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Kanton St.Gallen weiterhin in einem saisonüblichen Bereich.
Der Anstieg gegenüber dem Dezember 2024 betrifft Stellensuchende aus der Industrie und dem verarbeitenden Gewerbe mit 9,1 Prozent weniger stark (+382 auf 4565 Personen) als Stellensuchende aus dem Dienstleistungssektor mit 13,9 Prozent (+850 auf 6958 Personen). Die Entwicklung in der gesamten Schweiz verläuft ähnlich. Dort beträgt die Zunahme gegenüber dem Vorjahr 10,8 Prozent und gegenüber dem Vormonat 2,5 Prozent.
Im Jahresmittel 2025 waren im Kanton St.Gallen 10'828 Personen bei einem RAV zur Stellensuche gemeldet. Im Jahr 2024 waren es über 1300 Personen weniger. Dies entspricht einem Anstieg um 13,9 Prozent. Dieser Wert liegt unter dem landesweiten Durchschnitt, der 2025 bei 16,0 Prozent lag. Dabei könnte der hohe Industrieanteil im Kanton St.Gallen eine Rolle spielen.
Altersgruppen
Zwischen den Altersgruppen sind die Unterschiede gering. Bei den 15- bis 24-Jährigen beträgt der Anstieg gegenüber dem Dezember 2024 12,0 Prozent (von 1150 auf 1288 Personen).
Bei den 25- bis 49-Jährigen liegt er bei 11,6 Prozent (von 6219 auf 6943 Personen). Einen ähnlich hohen Anstieg verzeichneten die 50-Jährigen und Älteren mit 12,2 Prozent (von 3145 auf 3530 Personen). Dies steht im Kontrast zum Vorjahr, als jüngere Personen stärker von einer Zunahme betroffen waren als ältere.
Wahlkreise
In allen Wahlkreisen des Kantons St.Gallen ist die Zahl der Stellensuchenden im Vorjahresvergleich gestiegen. Die Spannweite reicht von 5,4 Prozent im Wahlkreis Wil bis zu 23,0 Prozent im Wahlkreis Werdenberg.
Unter dem kantonalen Durchschnitt von plus 11,9 Prozent liegt die Zunahme in den Wahlkreisen See-Gaster (6,8 Prozent), St.Gallen (8,2 Prozent) und Rorschach (8,4 Prozent). Über dem kantonalen Mittel liegt sie im Sarganserland (16,4 Prozent), im Toggenburg (19,1 Prozent) sowie im Rheintal (19,3 Prozent).
Offene Stellen
Ende Dezember 2025 waren bei den RAV des Kantons St.Gallen 3036 offene Stellen gemeldet. Das sind 459 mehr als vor einem Jahr und 110 mehr als im Vormonat. Rund 49 Prozent der offenen Stellen stammen aus meldepflichtigen Berufen. Am stärksten gesucht sind Hilfsarbeitskräfte, Personen in Dienstleistungsberufen, Verkäufer sowie Personen in Handwerks- und verwandten Berufen.
Kurzarbeit
Für den Monat Januar 2026 haben 71 Betriebe insgesamt 2099 Mitarbeiter zur Kurzarbeit vorangemeldet. Damit sank die Zahl der Betriebe um acht, die Zahl der vorangemeldeten Mitarbeiter um elf.
Betroffen sind Unternehmen aus der Industrie sowie dem verarbeitenden Gewerbe aus allen Regionen des Kantons. Als Begründung wird von rund einem Fünftel der Betriebe auf die «US-Zölle» verwiesen, im Vordergrund stehen jedoch vor allem allgemein konjunkturell bedingte Schwierigkeiten.
Die Auswertung basiert auf den bis Ende Dezember 2025 bearbeiteten Gesuchen. Würden alle noch hängigen Gesuche bewilligt, würde sich die Zahl der betroffenen Mitarbeiter um rund 300 erhöhen.
Detailinformationen im Statistikportal
Eine detaillierte tabellarische Darstellung der Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach soziodemografischen Merkmalen und Branchen steht auf dem kantonalen Statistikportal zur Verfügung. Ebenfalls abrufbar sind aktualisierte Quotenwerte, Angaben zur abgerechneten Kurzarbeit sowie weitere wichtige Kennzahlen. Die offenen Stellen sind als Stada-Tabelle verfügbar.
Weitere statistische Informationen zu Arbeitslosen und Stellensuchenden in Form von Grafiken, Tabellen und interaktiven Datenbanken sind ebenfalls auf dem kantonalen Statistikportal zu finden. Die vom Amt für Daten und Statistik publizierten statistischen Informationen unterstehen dem Statistikgesetz des Kantons St.Gallen (sGS 146.1) und dessen Qualitätskriterien.