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Kultur
26.10.2020

Science-Fiction trifft auf Video-Kunst

Besucher der Nachtschicht #22 erwartet ein Einblick in die Ausstellung Welt am Draht, die Video- sowie Licht- und Installationskunst zeigt.

Die simulierte Realität – was nach Matrix (1999, Regie: Lana und Lilly Wachowski) oder Second Life klingt, wurde auch schon in den 1960er- und 1970er-Jahren in der Populärkultur thematisiert, etwa im Science-Fiction-Roman Simulacron-3 von Daniel F. Galouye und dem darauf basierenden Film Welt am Draht von Rainer Werner Fassbinder.

Und kaum ein Thema scheint besser zu passen zur aktuellen Zeit mit kollektivem Stay-at-Home und Heimarbeit im «Lockdown» – wo Freundschaften und Arbeitsbeziehungen quasi nur noch per «Draht» ins und übers Internet ausgetragen wurden. Diese Thematik steht im Mittelpunkt der Nachtschicht, der spätabendlichen Veranstaltung, die zweimal jährlich vom Kunstverein St.Gallen organisiert wird.

Im Anschluss an eine Kuratorenführung mit Direktor Roland Wäspe durch die aktuelle Video-, Licht- und Installationskunst-Ausstellung, deren Themenspektrum auf Überlegungen zum Film Welt am Draht basiert, um 19 Uhr, wird ab 20 Uhr der zweiteilige Film von Regisseur Rainer Werner Fassbinder gezeigt.

Vor oder nach diesem Kinogenuss können noch die Ausstellungen Adrian Schiess – Malerei 1980 -2020, Wechselspiele …mit neuen Glanzlichtern und Geta Brătescu – L'art c'est un jeu sérieux besichtigt und sich bei einem Getränk im Museumscafé über das zuvor gesehene ausgetauscht werden.

Ausstellung Welt am Draht, bis 7. März 2021
Neue technische Möglichkeiten boten auch immer neue ästhetische und inhaltliche Möglichkeiten, welche seit den späten 1960er Jahren von den Künstlern intensiv genutzt wurden. Gerade weil diese sich rasch wandelnde Technologie nahe am Alltag ist und die schnellen und widersprüchlichen Entwicklungen der Jetztzeit abbildet, sind ihre Botschaften besonders aktuell. 

Kunstschaffende wie Silvie und Chérif Defraoui, Alexander Hahn, Aleksandra und Roman Signer, Pipilotti Rist oder Matthew McCaslin haben kontinuierlich an der Entwicklung der Kunst mit den neuen Medien und ihrer betont zeitgenössischen Metaphorik gearbeitet. Diese Künstler sind mit Hauptwerken in der Sammlung des Kunstmuseums St.Gallen vertreten und eröffnen in der Ausstellung Welt am Draht einen Diskurs, der einem visionären frühen Fernsehfilm von Rainer Werner Fassbinder entliehen ist. Die Welt ist nicht, was sie scheint, und die Berichte über sie erst recht nicht, nur die Reflexion lässt die Dinge klarer werden.

Nachtschicht #22 – Programm
Freitag, 13. November 2020, 18.30 bis 24 Uhr
Kunstmuseum St.Gallen

19 Uhr
Kuratorenführung
durch die Ausstellung Welt am Draht mit Direktor Roland Wäspe

20 Uhr
Filmvorführung
Welt am Draht, Teil 1 und Teil 2 (mit Pause)
D, 1973, Teil 1 100’, Teil 2 102’
Regie: Rainer Werner Fassbinder
Musik: Gottfried Hünsberg und Archiv

Eintritt ins Kunstmuseum CHF 12

Freier Eintritt für Mitglieder des Kunstvereins St.Gallen

Weitere Ausstellungen im Kunstmuseum

Adrian Schiess – Malerei 1980 -2020
Bis 7. Februar 2021

Geta Brătescu – L'art c'est un jeu sérieux
Bis 15. November 2020 (letzte Tage)

Wechselspiele …mit neuen Glanzlichtern
Sammlungsausstellung

mg/pd