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Stadt St.Gallen
22.10.2022
23.10.2022 08:43 Uhr

Wie St.Gallen zur Pionierstadt werden könnte

Bild: Archiv
Heftig wird über das neue Temporegime der Gallusstadt gestritten: Die Bürgerlichen lehnen flächendeckendes Tempo 30 ab, den Linken kann die Einführung nicht schnell genug gehen. Warum einigt man sich nicht auf einen gutschweizerischen Kompromiss, der sogar landesweit Schule machen könnte?

Zugegeben: Ich persönlich halte die Einführung von Tempo 30 auch ausserhalb von Quartieren für einen Fehler; der Verkehr wird verlangsamt, was zu mehr Staus, Lärm und Dreck führen wird.

Jeder Autofahrer weiss: Sein Fahrzeug ist umso leiser und verbrauchsärmer, je niedriger der Motor dreht. Tempo 30 im zweiten oder dritten Gang ist also lauter und dreckiger als Tempo 50 im vierten oder fünften.

Offenbar scheint das Bedürfnis nach Temporeduktion bei den Gegnern des motorisierten Individualverkehrs aber so ausgeprägt, dass kein Kompromiss mehr möglich scheint.

Wirklich?

Neulich haben wir im Bekanntenkreis über die verkehrstechnische Zukunft der Stadt diskutiert. Die einen waren für, die anderen gegen Tempo 30. Auf dem Höhepunkt des Palavers, als die Emotionen hochzugehen drohten, meinten zwei Teilnehmer gleichzeitig: «Warum einigen wir uns nicht einfach auf Tempo 40?»

Alle schauten sich an: Das wäre doch die Lösung, konkordanter geht es ja kaum! Die Motoren könnten im optimalen Drehzahlbereich laufen, damit würde weniger Lärm und weniger Dreck produziert. Trotzdem bliebe der Verkehr flüssig.

Also, liebe Stadtväter und -parlamentarier: Wie wärs, wenn sich St.Gallen traute, neue Wege zu gehen? Und so zeigt, dass man alle Ansprüche unter einen Hut bringen kann? Mit der salomonischen Lösung «generell Tempo 40» könnten m.E. alle zufrieden sein.

Was meinen Sie?

Sind Sie für flächendeckend Tempo 30, 50 oder vielleicht 40?

Schreiben Sie uns an redaktion@stgallen24.ch

Stephan Ziegler, stgallen24.ch