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Stadt St.Gallen
20.10.2022

Tempo 30 in St.Gallen – VCS freut sich

Bild: Unsplash: Markus Winkler
Mit Freude nimmt der VCS das von Stadt und Kanton erarbeitete Tief-Temporegime für die Stadt zur Kenntnis. Tempo 30 ist laut VCS die wirkungsvollste und günstigste Lärmschutzmassnahme, die zudem die Verkehrssicherheit wesentlich erhöht.

Tempo 30 innerorts ist ein Kernanliegen des Verkehrs-Clubs der Schweiz (VCS). Bereits 1999 reichte der VCS Schweiz mit über 112'000 gültigen Unterschriften die Volksinitiative «Strassen für alle» ein. Diese wollte innerorts Tempo 30 (mit Ausnahmen) einführen.

CSP, EVP, Grüne, SP und PdA fassten damals schon die Ja-Parole und die St.Galler CVP wich von der nationalen CVP ab und beschloss Stimmfreigabe. Bei der Volksabstimmung am 4. März 2001 erreichte die Initiative bescheidene 20 Prozent Ja-Stimmen und leitete dennoch den Siegeszug der Tempo-30-Zonen ein.

In der ersten Phase soll in der Stadt St.Gallen ab 2024 von 22 bis 6 Uhr flächendeckend Tempo 30 gelten. Diese Massnahme habe sich in Lausanne bereits bewährt, so der VCS. In Phase 2 und 3 folgen dann Temporeduktionen auch tagsüber auf Strassen ohne Folgekosten beziehungsweise gutem Kosten-Nutzen-Verhältnis. Und ab 2028 wird auch auf den Hauptachsen Zürcher- und Rorschacherstrasse Tempo 30 gelten.

«Die Erfahrungen aus der Stadt Zürich zeigen, dass der Lärm bei Tempo 30 deutlich und gut spürbar abnimmt. Die lärmgeplagten Bewohner hätten es verdient, dass die vier Phasen wesentlich schneller umgesetzt würden, denn die Gesetzgebung und die Bundesgerichtsentscheide schreiben diese Massnahmen an der Quelle zur Lärmreduktion bei Grenzwertüberschreitungen eindeutig vor», schreibt der VCS.

Es werde Strassenabschnitte geben, bei denen Tempo 30 und ein Flüster-Belag nötig sein werden, um die Lärmgrenzwerte für alle Liegenschaften zu unterschreiten. Tempo 30 werde gemäss VCS auch dazu führen, dass für kurze Strecken vermehrt Fuss, Velo oder ÖV genutzt werden, womit der MIV und der Lärm weiter reduziert werden und das Klima sowie die Lebensqualität in der Stadt entsprechend verbessert wird.

Der VCS erwartet eine raschere Umsetzung als nun präsentiert wurde und zählt darauf, dass die Kritiker nicht der Versuchung erliegen, als umweltfeindliche Verhinderer den Umsetzungsprozess mit Einsprachen zu verzögern. Der VCS wird sich dafür einsetzen, dass weitere Städte dem guten Beispiel von St.Gallen möglichst rasch folgen werden.

pez/pd