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Stadt St.Gallen
22.09.2022

So kämpft die Stadt gegen die Energiemangellage

Bild: Klaus Stadler
Der Stadtrat hat mit Blick auf eine mögliche Energiemangellage verschiedene Massnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs in der städtischen Verwaltung und im öffentlichen Raum beschlossen. Die Massnahmen werden per 1. Oktober umgesetzt.

Die geopolitische Lage hat zu höheren Energiepreisen und zu Unsicherheiten über die zukünftige Energieversorgung geführt. Derzeit ist die Strom- und Gasversorgung in der Stadt St.Gallen sichergestellt. Eine Gas- und Strommangellage ist aber für den kommenden Winter nicht auszuschliessen, sofern es nicht gelingt, den Energieverbrauch zu reduzieren.

Unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Städteverbandes und der Energiedirektorenkonferenz, der Massnahmen des Kantons St.Gallen und der Vorschläge der Vereinigung St.Galler Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten (VSGP) hat der Stadtrat Massnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs der städtischen Verwaltung beschlossen:

Öffentliche und verwaltungsinterne Sensibilisierung:

  • Die Stadt St.Gallen nimmt an der Sensibilisierungskampagne des Bundes teil.
  • Mitarbeiter werden sensibilisiert und auf freiwillige Energiesparmöglichkeiten hingewiesen.
  • Mieter in städtischen Liegenschaften werden sensibilisiert.
  • Der Kontakt mit dem Einzelhandel und den lokalen Unternehmen wird gesucht, um gemeinsame Aktionen zu definieren.

Verwaltungsliegenschaften:

  • Die Raumtemperatur in Verwaltungs- und Schulgebäuden wird auf 20 °C angepasst.
  • Die Temperatur in Turnhallen und Sportzentren soll 16 °C betragen.
  • Gasbetriebene und elektrische Wassererwärmer werden in Verwaltungs- und Schulgebäuden auf maximal 60 °C begrenzt.
  • Bei Wasserhähnen werden Spardüsen eingebaut.
  • Elektrische Heizöfen und Heizlüfter dürfen in Verwaltungs- und Schulgebäuden nicht betrieben werden – auf privat mitgebrachte Kühlschränke, Kaffeemaschine, Luftbefeuchter usw. soll verzichtet werden.
  • Auf die Benutzung von Geräten, welche nicht zwingend notwendig sind, z.B. Kaffeetassen- und Tellerwärmer, wird in Verwaltungs- und Schulgebäuden verzichtet.
  • Die Beleuchtung in Verwaltungs- und Schulgebäuden wird wo möglich verringert.
  • Auf Weihnachtsbeleuchtungen in Schulen, Sport- und Freizeitanlagen und Verwaltungsgebäuden wird verzichtet.
  • Leuchtreklamen in Schulen, Sport- und Freizeitanlagen sowie Verwaltungsgebäuden werden abgeschaltet.

Ferner unterstützt die Stadt St.Gallen die Kampagne des Bundes «Energie ist knapp. Verschwenden wir sie nicht» und sensibilisiert Mitarbeiter sowie die Bevölkerung mit geeigneten Mitteln. Ebenfalls sollen die Mieter von städtischen Liegenschaften und Liegenschaftsverwaltungen auf die Thematik aufmerksam gemacht und auf Energiesparmöglichkeiten hingewiesen werden.

Innentemperaturen reduzieren

Die Raumtemperatur in Verwaltungs- und Schulgebäuden wird auf 20 ˚C reduziert. Das Energiesparpotenzial dieser Massnahme beträgt in der Stadt St.Gallen 430'000 kWh im Winterhalbjahr, was dem Jahresverbrauch von 112 Vierpersonen-Haushalten entspricht.

In Turnhallen und Sportzentren soll die Innentemperatur auf 16 ˚C gesenkt werden, was einem Sparpotenzial von weiteren 40'000 kWh entspricht. Weitere Massnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs von Sportanlagen und Schwimmbädern werden in Abstimmung mit der Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Sportämter (ASSA) getroffen.

Im Bereich Öffentlicher Verkehr übernimmt die Stadt St.Gallen die Branchenempfehlung des Verbands öffentlicher Verkehr. Die VBSG senken die Temperatur im Fahrgastraum von 22 auf 18 °C.

Weniger Beleuchtung – aber «AllerStern» bleibt

Die Fassadenbeleuchtungen von öffentlichen und historischen Gebäuden werden abgeschaltet. Die Beleuchtung in Verwaltungs- und Schulgebäuden wird verringert. In Schulen, Sport- und Freizeitanlagen sowie in Verwaltungsgebäuden wird auf Weihnachtsbeleuchtungen verzichtet.

Der Stadtrat hat ausserdem entschieden, die Weihnachtsbeleuchtung «AllerStern» in der Altstadt in Betrieb zu nehmen. Der Stadtrat möchte mit der beliebten und «sehr energieeffizienten» Weihnachtsbeleuchtung ein Zeichen setzen, dass die pandemiegeplagte Bevölkerung trotz vielfältiger Einschränkungen eine besinnliche Weihnachtszeit erleben darf.

Der Stadtrat verbindet seinen Entscheid mit der Erwartung, dass möglichst auf private elektrische Weihnachtsdekoration verzichtet wird, und dass das städtische Gewerbe im Gegenzug auf die Beleuchtung der Schaufenster ausserhalb der Öffnungszeiten der Geschäfte verzichtet.

Energieverbrauch hinterfragen und reduzieren

Die getroffenen Massnahmen treten Anfang Oktober in Kraft und sollen nebst effektiven Einsparungen beim Energieverbrauch auch der Sensibilisierung dienen. Der Stadtrat ruft die Bevölkerung und die Wirtschaft auf, ihren Energieverbrauch zu hinterfragen und wo immer möglich zu reduzieren.

Die Einsparungen im Energieverbrauch tragen auch dazu bei, das von der Stadtsanktgaller Bevölkerung beschlossene und in der Gemeindeordnung festgehaltenen Null-Ziel zu erreichen.

Ebenso hat der Stadtrat entschieden, der Energiespar-Alliance beizutreten. Die Energiespar-Alliance vereint Organisationen, welche die Bemühungen für die Versorgungssicherheit im Winter unterstützen, indem sie freiwillig Massnahmen ergreifen, um Energie effizienter und sparsamer zu nutzen.

pez/pd