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Stadt St.Gallen
24.06.2022
23.06.2022 16:45 Uhr

HSG trägt zu Bundesratsentscheid bei

Bild: HSG Stiftung / Chris Mansfield
Der Bundesrat hat am Mittwoch einen Richtungsentscheid für einen branchenneutralen Schweizer Innovationsfonds getroffen. Die HSG hat durch eine internationale Analyse von öffentlichen Finanzierungsprogrammen zu diesem Entscheid beigetragen.

Um Schweizer Startups in Zukunft ausreichend lokale Finanzierungsmöglichkeiten in der Wachstumsphase bieten zu können und gleichzeitig auf die Entwicklungen in anderen Ländern zu reagieren, hat der Bundesrat gestern die Auflage eines agnostischen, branchenneutralen Innovationsfonds initiiert.

Dies ermöglicht dem zukünftigen Management des Fonds, flexibel in vielversprechende Startups branchenübergreifend zu investieren, wenngleich mit den Themen Dekarbonisierung und Digitalisierung zwei zukunftsentscheidende Bereiche besondere Beachtung geschenkt werden soll. So soll der Schweizer Wirtschaftsstandort für Startups nochmals deutlich attraktiver werden.

HSG, SECO, Swiss Economics

Im August 2021 hatte der Bundesrat das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) damit beauftragt, die Vor- und Nachteile eines Schweizer Innovationsfonds zur Förderung von Startups in der Wachstumsphase zu prüfen sowie konkrete Ausgestaltungsformen eines solchen Fonds zu definieren.

Daraufhin ging der Lehrstuhl für Entrepreneurship der Universität St.Gallen eine Zusammenarbeit mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) und der Zürcher Agentur Swiss Economics ein, um die Frage der Ausgestaltungsformen zu beantworten. Die HSG war unter Leitung von Prof. Dr. Dietmar Grichnik für die internationale Analyse öffentlicher Finanzierungsprogramme von Startups in der Wachstumsphase verantwortlich, so die Universität in einer Mitteilung.

Andere Länder machen es vor

Dabei analysierte der Lehrstuhl für Entrepreneurship die Programme von insgesamt zwölf Ländern, deren Finanzierungssituation von Startups in den vergangenen Jahren der heutigen Situation in der Schweiz ähnelte. Konkret wurden über 30 öffentliche Finanzierungsprogramme identifiziert und analysiert, um relevante Erkenntnisse für die Ausgestaltung eines möglichen Schweizer Innovationsfonds abzuleiten.

Die geschaffene Transparenz über die hohe Anzahl an ausländischen Programmen und deren teils beachtlichen Volumen seien eine wichtige Voraussetzung in der Entscheidungsfindung des Bundesrats, so die HSG weiter. Erst im Februar dieses Jahres haben beispielsweise 18 europäische Länder unter der Federführung von Deutschland und Frankreich die «European Tech Champions Initiative» lanciert, über die insgesamt zehn Milliarden Euro zur Finanzierung von technologiebasierten Scale-ups zur Verfügung gestellt werden soll.

«Für die Schweiz ist dies ein Call to Action, gleichwertige Bedingungen zu schaffen, um ihre besten unternehmerischen Talente im Land zu halten und auch Schweizer Investoren am Aufbau des Ökosystems verstärkt zu beteiligen», sagt Professor Grichnik.

Ausgestaltungsentscheidungen müssen getroffen werden

Nun gelte es, die Optionen in der konkreten Ausgestaltung des Schweizer Fonds zu reflektieren und entsprechend den politischen Zielsetzungen rasche Entscheidungen zu treffen. Es seien zwei grundsätzliche Ausgestaltungsformen denkbar. Einerseits das direkte Investieren in wachsende Startups und andererseits das indirekte Investieren in die Startups über Investments in Venture Capital Fonds, schreibt die Universität St.Gallen.

Des Weiteren müssen neben zahlreichen anderen Variablen bei beiden Formen beispielsweise das Volumen, der private Investmentanteil, die Verantwortlichkeit des Managements, und die Herangehensweise beim Investieren definiert werden. Hierzu biete die Studie «Grundlagen zur Einführung eines Schweizer Innovationsfonds» von Swiss Economics und der Universität St.Gallen (HSG) eine wertvolle Analyse und nennt bereits vier konkrete Ausgestaltungsformen im Schweizer Kontext.

Die HSG werde die weitere Ausgestaltung unter Federführung des WBF mit Interesse verfolgen. Der Lehrstuhl für Entrepreneurship blicke bereits heute mit Freude auf die Arbeit der letzten Monate zurück, welche eine wichtige Rolle für den Entscheid des Bundesrats in dieser Woche gespielt hätten und von hoher Relevanz für die weiteren Entscheidungen sei, so die HSG abschliessend.

pez/pd