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Mörschwil
26.06.2022
24.06.2022 16:58 Uhr

«Kunst am Bau»: Ausstellung der Projekte

Bild: zVg
Um dem Wunsch des verstorbenen August Knecht gerecht zu werden, hat die Gemeinde Mörschwil einen Wettbewerb veranstaltet, um das Wohn- und Pflegezentrum mit einem Kunstwerk aufzuhübschen. Die Projekte werden seit dem 21. Juni ausgestellt.

Die Gemeinde Mörschwil hat 2015 ein Vermächtnis von August Knecht in der Höhe von 100'000 Franken erhalten. Der grosszügige Betrag wird auf Wunsch des Verstorbenen für ein Kunstwerk im Wohn- und Pflegezentrum verwendet.

Auf Vorschlag der Jury wurden vier Künstler zu einem Projektwettbewerb eingeladen. Ziel war es, durch eine oder mehrere Interventionen Orte zu schaffen, die räumlich und inhaltlich die halböffentlichen-halbprivaten Aussen- und Innenräume akzentuieren und künstlerisch gestalten. Aufgrund des Baufortschritts des Wohn- und Pflegezentrums gab es diverse Einschränkungen und Vorgaben, die einzuhalten waren.

Der Wettbewerbsjury wurden vier moderne, ortsbezogene und einzigartige Werke abgegeben. Anfang Mai wurden der Jury die vier Projekte der Künstler vorgestellt. Im Anschluss folgte auf der Basis der Beurteilungskriterien die Bewertung und Entscheidfindung durch die Jury – sie hat sich für das Projekt «Sungaze» von Tamara Janes entschieden.

Überzeugend findet die Jury die medienbewusste Herangehensweise, die Verbindung von neuen Möglichkeiten (Digitalisierung) mit alter, robuster Technik (Mosaik) und die schlaue Platzierung, die eine gute Aussenwirkung und Ausstrahlung verspricht. Das abstrakte Spiel der Farben bei Nahsicht bekommt Sinn in der Situation beim Sehen mit Abstand. Bausubstanz und Werkvorschlag verbinden sich optimal. Die Jury entscheidet sich einstimmig für «Sungaze».

Die Wettbewerbsjury setzte sich aus folgenden Personen zusammen: Martina Wäger (Gemeindepräsidentin), Patrik Müller (Geschäftsleiter GHG), Ursula Badrutt (Kunsthistorikerin), Marianne Rinderknecht (Künstlerin), Diego Gähler (Architekt) und mit beratender Stimme Thomas Oesch (Gemeinderat).

Die eingereichten Projekte «Kunst am Bau» werden noch bis zum Freitag, 1. Juli, 17 Uhr, im Zwischenbau im ersten Obergeschoss der Gemeindeverwaltung an der Schulstrasse 3 präsentiert. Die Gewinnerin des Projektwettbewerbs, Tamara Janes, wird am Dienstag von 15 Uhr bis 17 Uhr anwesend sein sowie Interessierten Rede und Antwort stehen.

Aus dem Jurybericht:

«Die Betrachtung der Sonne in der Morgen- oder Abenddämmerung dient dem Abbau geistiger Anspannung und vertreibt negative Gedanken. Titel und Motiv der vorliegenden Arbeit knüpfen an diese spirituelle Praxis des ‹Sungazing› und der damit verbundenen wohltuenden Wirkung an. Für ihren Vorschlag als Kunst am Bau im Wohn- und Pflegezentrum hat Tamara Janes ein Sonnenuntergangsbild weiterbearbeitet. Sie interessiert sich für die schlecht aufgelösten Bilder, die allgemein zugänglich und in diesem Sinn demokratisch sind – See und Sonne für alle. Die Unschärfe der Auflösung lässt Interpretationsspielraum zu und bringt Abstraktion. Fasziniert von der Aussicht auf den Bodensee und der Idee, diese Weitsicht in das Gebäude zu holen, wählt die Künstlerin für ihren verpixelten Sonnenuntergang den strassenseitig einsehbaren Verbindungstrakt zwischen öffentlichem und privatem Bereich und zieht das heilsame Glühen der Natur weiter in den Restaurantbereich. Für die Umsetzung wählt sie rund zehn mal zehn Zentimeter grosse handgefertigte Giesskeramik-Kacheln in 20 verschiedenen Farben. Für die Fugen dazwischen entscheidet sie sich für leuchtend gelbe Fugenmasse.»

pez/pd