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Stadt St.Gallen
09.05.2022
16.05.2022 10:49 Uhr

Ausstellung zu Augmented Reality: Was ist noch real?

Bild: gbssg.ch
Im Rahmen des Swiss Interactive Media Design Day zeigt die Ausstellung «Very F***ing Real! Augmented Reality Face-Filters as Art», wie Augmented Reality Technologien gegenwärtig Eingang in Kunst und Design finden.

Augmented Reality (AR) verdeutlicht beispielhaft, wie sich die virtuelle und die physische Welt stetig annähern und verschmelzen. In Form der Face-Filter auf Instagram und anderen Sozialen Medien hat die AR-Technologie längst Eingang auf die privaten Geräte gefunden. Wie Künstler diese Technologie nutzen und dem Medium des Face-Filters ganz ungeahntes Potential abverlangen, möchte die Ausstellung «Very F***ing Real! Augmented Reality Face-Filters as Art» zeigen.

Unrealistische Schönheitsideale

AR macht es möglich, dass man das Erscheinungsbild mit einem Klick verändern kann. Ein Face-Filter auf Social Media zaubert im Nu einen ebenmässigen Teint, volle Lippen und Reh-Augen oder verwandelt einen in ein süsses Tier. Dies mag als harmloses Spiel und lustige Unterhaltung erscheinen.

Der Trend führt jedoch unweigerlich zur Verbreitung von unrealistischen Schönheitsidealen, die ohne technische Hilfe kaum erreichbar sind. Das daraus resultierende Phänomen, sein eigenes Gesicht dem Face-Filter optimierten Gesicht angleichen zu wollen, nennt sich «Snapchat Dysmorphia». Gesundheitsorganisationen setzten sich mittlerweile dafür ein, dass digital manipulierte Bilder gekennzeichnet werden müssen.

Fake News und Datenschutz

Die Echtzeit Manipulierbarkeit des eigenen Gesichts hat jedoch nicht nur Auswirkungen auf die Beauty-Industrie: Wenn Menschen plötzlich mit dem Gesicht von anderen Sprechen können, wird die Unterscheidung von realen und falschen Nachrichten fast unmöglich.

Dass die Daten der Gesichtserkennungstechnologie, die beim Einsatz von Face-Filtern erhoben werden, einigen wenigen amerikanischen Megafirmen gehören, sollte dabei auch bedacht werden. Welche Verwendung die Daten des Face-Tracking ausser dem Training von Gesichtserkennungsalgorithmen in Zukunft finden werden, wird sich zeigen.

Die von Künstlern entwickelten AR-Face-Filter in der Ausstellung beschäftigen sich mit genau diesen Themen. Sie benutzen die AR-Technologie und Social-Media-Plattformen, um mit ihren etwas anderen Face-Filtern subversiv auf diese Themen anzusprechen.

Beteiligte Künstler:
Ines Alpha, Harriet Davey, Jess HerringtonRosa Hirn, Johanna Jaskowska, Keiken, Andy Picci

Eröffnung:
12. Mai, 18 bis 20 Uhr, MoE Museum of Emptiness, Haldenstrasse 5, St.Gallen

Artist Talk:
15. Mai, 16 Uhr
My Augmented Self – How AR is Changing Beauty Standards
Ines Alpha und Andy Picci sprechen mit dem Wissenschaftsjournalisten Roland Fischer über die Einflüsse von AR-Face-Filtern in den sozialen Medien auf die Veränderung von Schönheitsidealen. Moderiert von Marlene Wenger. Das Gespräch findet in Englisch statt.

Öffnungszeiten:
13. Mai: 17 bis 21 Uhr
14. Mai: 14 bis 19 Uhr
15. Mai: Internationaler Museumstag, 11 bis 19 Uhr
Mai/Juni: Donnerstag und Freitag: 17 bis 21 Uhr
Mai/Juni: Samstag und Sonntag: 14 bis 19 Uhr
11. Juni: Finissage, 14 bis 19 Uhr

pd/stgallen24