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16.03.2022

Schwarmintelligente e-Partizipation mit «CitizenTalk»

Das Forschungsnetzwerk «CitizenTalk»
Das Forschungsnetzwerk «CitizenTalk» Bild: pd
Ein interdisziplinäres Forschungsnetzwerk, bestehend aus der Ostschweizer Fachhochschule OST, dem Tech-Startup Crowdcoach AG sowie der ZHAW, kann dank einer Förderzusage von Innosuisse die App «CitizenTalk» weiterentwickeln.

Innovative Unternehmen, Städte und Gemeinden setzen für Meinungsfindung und Innovationsprozesse verstärkt auf die Partizipation von Mitarbeitern, Bevölkerung oder Kunden. Bisher verbindet sich damit meist ein enormer Verbrauch an Ressourcen in Form von Investitionen, Personal und Zeit. Zudem werden in der Regel nur bestimmte Personengruppen in der Breite involviert und ein Grossteil des vorhandenen Innovations-Potenzials bleibt ungenutzt.

Ein interdisziplinäres Forschungsnetzwerk, bestehend aus dem Aargauer Tech-Startup Crowdcoach AG, der Ostschweizer Fachhochschule OST sowie der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, will dies nun mit der e-Partizipations-App «CitizenTalk» ändern. Zusätzliche Unterstützung für dieses Innovationsvorhaben erhält die Crowdcoach AG vom Hightech Zentrum Aargau AG, dem Innovations-Förderer des Kantons Aargau. 

Schwarmintelligenz für komplexe Fragen 

«CitizenTalk» ist eine e-Partizipations-App, die in Echtzeit ein unverfälschtes Meinungsbild liefert. Neue Ideen und Meinungen von allen Teilnehmern fliessen dabei jederzeit und kontinuierlich mit ein. Sie werden gemeinsam weiterentwickelt und individuell von allen bewertet. Anders als herkömmliche Umfrage- oder e-Mitwirkungstools funktioniert die App spielerisch als interaktiver, multilateraler Live-Dialog zwischen allen Stakeholdern, ohne jede soziale Verzerrung.

Die App verbindet Schwarmintelligenz mit einem Echtzeit-Algorithmus für die Lösungs- und Entscheidungsfindung von komplexen Fragestellungen. Die App ermöglicht somit eine unbeeinflusste Meinungsfindung und schafft eine offene Innovationskultur. Mit dieser Funktionsweise revolutioniert «CitizenTalk» die zukünftige Gestaltung von Innovationsprozessen für Smart Cities, Unternehmen, Tourismusorganisationen, öffentliche Einrichtungen, Verbände, NGOs usw. Erste Pilotprojekte wurden bereits erfolgreich umgesetzt.

Hoher Mehrwert für Wirtschaft und Gesellschaft 

Es gibt bereits verschiedenste Partizipations-Apps am Markt. Jedoch keine, bei welcher frei und unbeeinflusst die eigene Meinung und Ideen mit anderen geteilt werden. Bei «CitizenTalk» erhalten die Initiatoren einer Fragen-Kampagne gleichzeitig im Sekundentakt ein Ranking mit einem jederzeit unverfälschten und zusammengeführten Meinungsbild. Der gleichberechtigte Diskurs ist sichergestellt. Hate-Speech und Nonsens-Kommentare werden herausgefiltert, heisst es in einer Medienmitteilung.

Förderzusage von Innosuisse

Die Förderzusage von Innosuisse erlaubt es der Crowdcoach AG, ihren Echtzeit-Algorithmus wissenschaftsbasiert weiterzuentwickeln. Dazu Andreas Seonbuchner, Gründer und CEO der Crowdcoach AG: «Die Anbindung von ‘CitizenTalk’ an die Schweizer Forschung ehrt uns und verschafft unserer bisherigen Arbeit eine grosse Glaubwürdigkeit. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit unseren Forschungspartnern validiert und vertieft unsere bisherigen Ergebnisse. Mit ‘CitizenTalk’ revolutionieren wir die e-Partizipation und helfen der Schweizer Wirtschaft und Gesellschaft, Innovationen schneller voranzutreiben.»

Das erste Pilotprojekt mit der «CitizenTalk» App fand in der «Mini.Stadt» Lichtensteig statt. Beim ersten Durchlauf stand das Thema Bauerneuerung im Zentrum. In Lichtensteig weisen rund 100 Liegenschaften Erneuerungsbedarf aus. Es lag im Interesse der Gemeinde, diese Liegenschaften nachhaltig zu sanieren, um die Ertragskraft zu stärken und letztlich auch die Steuerkraft zu erhöhen.

Das Resultat: Der durchgeführte Dialog erzielte einen sehr hohen Innovationsfaktor. 14 von 22 eingebrachten Ideen waren dem Gemeinderat nicht bekannt. 5 dieser Ideen waren unter den als «Top 6» bewerteten Ideen zu finden.

 «Mit der App-Anwendung können wir einfach neue Ideen entwickeln und bewerten. Die Resultate geben wichtige Hinweise auf Entwicklungsmöglichkeiten. Mitentscheidend für die gute Akzeptanz und Beteiligung der Lichtensteiger Bevölkerung sind der niederschwellige Zugang und das attraktive, spielerische Nutzer-Erlebnis. Zudem gestalten sich Einsatz und Bedienung seitens der Verwaltung sehr einfach», sagt Mathias Müller, Stadtpräsident von Lichtensteig.

mik/pd