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Stadt St.Gallen
22.02.2022

St.Gallen hat einen neuen Kaffee-Spezialisten

Sandro Gelpke ist Chef-Barista im «Kafi Schatz»
Sandro Gelpke ist Chef-Barista im «Kafi Schatz» Bild: Miryam Koc
Das St.Galler Unternehmen «Kafi Schatz» hat seinen zweiten Laden eröffnet. Neben der Shopping Arena kann man nun auch in der Goliathgasse besondere Kaffee-Spezialitäten geniessen. Die Pläne des Baristas sind gross.

Ein Pärchen unterhält sich auf Englisch, eine Frau am Nebentisch tippt hastig auf die Tastatur ihres Laptops, ein Mann an der Theke bestellt gerade ein Coffee-To-Go mit Hafermilch – die Geräuschkulisse wird übertönt vom Zischen der üppigen Siebträgermaschine mit dem Namen «Faema President», im stylisch eingerichteten Raum entfalten sich dutzende Aromen auf einmal. An der Goliathgasse 32, wo früher der Plattenladen «Z-Records» war, befindet sich neu das «Kafi Schatz». 

Im September 2019 löste das Unternehmen den Starbucks in der Shopping Arena ab. «Ein Café in der Stadt stand schon länger in der Pipeline, aber durch Corona hat sich das Ganze etwas verschoben. Ende Jahr haben wir dann den Schritt gewagt», sagt Sandro Gelpke. Der 33-jährige Zürcher ist «Head Barista» und seit Beginn im siebenköpfigen Kafi-Schatz-Team. 

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St.Gallen ist nicht Zürich

«Trotz Lockdowns und wiederkehrenden Rückschlägen für die Gastro-Szene konnten wir uns gut in der Shopping Arena etablieren, weshalb dann auch der Entscheid gefallen ist, dass wir einen zweiten Laden eröffnen möchten. Die Kundschaft ist hier anders. Es hat mehr junge Menschen, mehr Studenten, mehr Leute, die sich für das Produkt interessieren, es ist urbaner und die Konkurrenz ist natürlich grösser.»

Tatsächlich gibt es in der Stadt St.Gallen bereits etablierte Spots, die für qualitativ hochwertigen Kaffee bekannt sind. «Unser Ziel ist es, dass wir uns in der Stadt St.Gallen verankern und einen Namen machen. Bei uns steht der Kaffee ganz klar im Vordergrund und wir stecken sehr viel Liebe in unsere Arbeit», so Gelpke, der lange als Barista in Zürich gearbeitet hat.

Dass die Gallusstadt anders als die kleine Metropole Zürich ist, wurde dem 33-Jährigen schnell klar: «In Zürich gibt es an jeder Ecke ein hippes Barista-Café. In St.Gallen kriegt man zwar überall Kaffee, aber ob er wirklich überall dem entspricht, was Kaffee-Junkies suchen, mag ich zu bezweifeln. Aber es ist schön, dass in St.Gallen noch so viel Potenzial steckt.»

 

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Flat White, Latte Art und vegane Milch

Anders als in einem Migros Restaurant oder bei Tchibo findet man auf der Kafi-Schatz-Karte mehr als Cappuccino und Latte Macchiato mit einer grosszügigen Portion Kakaopulver. Besonders gerne und immer häufiger wird ein «Flat White» bestellt. Das Trendgetränk ähnelt einem Cappuccino, wird aber mit einem doppelten Ristretto oder Espresso und weniger Milch zubereitet. Als Highlight, das sich besonders ästhetisch für Instagram fotografieren lässt, wird das Getränk mit Latte Art geschmückt. So schwenkt der Barista gekonnt die heisse Milch in den Becher Kaffee und kreiert Herzen, Blätter oder Schwäne. «Den Geschmack beeinflusst Latte Art nicht unbedingt, aber sie bereitet den Kunden Freude und ist ein schönes Extra.»

Die Kaffeebohnen bezieht das Unternehmen von der Rösterei Henauer, die sich seit 1896 dem Kaffee verschrieben hat. «Sie sind ein exzellenter Partner und unterstützen uns sehr. So stellen sie uns beispielsweise ihre Mühlen zur Verfügung oder machen uns immer wieder auf neue Kaffeesorten aufmerksam. Unsere Hausmischung ist eine mittlere Röstung, deren Bohnen aus Brasilien, Guatemala, Indien und Äthiopien stammen.»

Dem Barista sei aufgefallen, dass sich immer mehr Menschen mit dem Thema Kaffee beschäftigen und sich beispielsweise eine Siebträgermaschine zulegen. «Während der Pandemie hatten viele Zeit um sich neue Hobbys zu suchen und ich denke auch, dass Social Media einen grossen Teil dazu beiträgt, dass Kaffee mehr Aufmerksamkeit erhält. Latte Art ist da beispielsweise ein grosses Thema.» Wichtig sei auch, dass man dem Wandel und den Bedürfnissen der Gesellschaft nachgeht. So gibt es im Kafi Schatz auch vegane Milchalternativen wie Hafer- und Sojadrinks.

Bild: Miryam Koc

Vom Morgen-Kaffee zum Espresso Martini

Das Café ist aber nicht nur ein Café, sondern wird an den Wochenenden zu einer Bar umfunktioniert. Auf der Karte bleibt das Konzept aber trotz Hochprozentigem bestehen: So kann man beispielsweise einen Espresso Martini, einen Cold Brew Gin Tonic oder einen Black Russian mit Vodka und Kahlua bestellen. Für die Zukunft sei aber noch viel mehr geplant, wie der 33-Jährige sagt. «Wir arbeiten derzeit auch an einer kleinen Menükarte und wollen neben selbstgemachten Kuchen auch noch leckere Gerichte anbieten.»

Und wie kriegt man den perfekten Kaffee zu Hause hin? «Man kann eine Maschine für 30'000 Franken, die besten Bohnen und eine perfekte Durchlaufzeit haben und der Kaffee schmeckt trotzdem nicht wirklich gut, wenn man das Handwerk nicht beherrscht. Man muss ausprobieren und geduldig sein, dann klappt das. Ich persönlich trinke am liebsten Filterkaffee und habe erst vor kurzem verstanden, wie toll dieser schmecken kann, wenn man ihn richtig zubereitet», so Gelpke. Er freue sich auf die wärmeren Temperaturen, wo draussen bestuhlt werden kann und dank Flohmarkt und Co. noch mehr Leben in die Goliathgasse dringt.

Miryam Koc/stgallen24