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Begegnungen mit queeren Menschen

Bild: pd
«Wie haben deine Eltern reagiert, als du dich als lesbisch geoutet hast?» «Warum gehst du als trans Mann zum Psychiater?» «Hat eine bisexuelle Person immer mehrere Beziehungen am Laufen?» Diese und andere Fragen können Besucher an der «Living Library» klären. Bereits zum zweiten Mal findet die Living Library im Talhof statt, dieses Mal am Sonntag, 7. November 2021 von 15 bis 19 Uhr.

Die queeren Gruppierungen «otherside» und «buntes Grüppli» aus der Ostschweiz laden zur zweiten Ausgabe der Living Library, der lebendigen Bibliothek, ein. Bei Tischgesprächen im Bistro-Ambiente haben Besucher die Gelegenheit, sich mit unbekannten Themen auseinanderzusetzen. Anstelle von Büchern zur Lektüre bietet die Living Library Menschen zum Gespräch an. Vertreter von Themen rund um sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität geben Einblick in ihre Lebensrealität und erzählen wie es sich anfühlt, in der heutigen Gesellschaft queer zu sein. Solche Begegnungen können berühren und helfen, Klischees zu hinterfragen und Vorurteile abzubauen.

Organisationsteam aus der Ostschweizer Community

Fabian von der Gruppe «otherside» engagiert sich bei den Vorbereitungen der Living Library. «Die «Bücher» sind Personen aus unseren Ostschweizer Netzwerken, die wir für die Veranstaltung gewinnen konnten», erklärt Fabian. Ihm persönlich ist das Thema Trans wichtig, und als trans Mann sorgt er mit seinem Engagement für Sichtbarkeit.

«Ich freue mich auf die Fragen der Besucher*innen und bin sicher, dass anregende Gespräche entstehen.» Fabian wünscht sich, dass auch Menschen in den talhof kommen, die bisher wenig Kontakt mit LGBTIQA+ Themen hatten. «Eine Begegnung hilft, Kontaktängste abzubauen», fügt er an.

Die Gesundheit im Fokus

Für das Wohlergehen der queeren Community setzt sich die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen besonders ein. Neben der psychischen Gesundheit ist die Prävention vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen ein Ziel. Adrian Knecht, Projektleiter für Prävention der Fachstelle, empfiehlt: «Wer Sex hat, sollte sich regelmässig testen lassen. So kennt die Person ihren Status und schützt die eigene Gesundheit und die der Sexualpartner*innen.»

Neben der Auseinandersetzung mit LGBTIQA+ Themen besteht an der Living Library deshalb auch die Gelegenheit, sich auf HIV, Syphilis, Chlamydien und Tripper testen zu lassen. Das niederschwellige Angebot ist dank der Kooperation mit der Infektiologie des Kantonsspitals St.Gallen möglich. Es richtet sich an Männer, die Sex mit Männern haben, sowie an trans Menschen. Jugendliche bis Jahrgang 2001 profitieren vom Spezialpreis von 25 Franken, für ältere Personen kostet das Testpaket 75 Franken.

Informationen zur Veranstaltung: https://www.ahsga.ch/livinglibrary

mik/pd