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In-/Ausland
23.04.2021

Niederlande: Droht ein Krankenhausnotstand?

Mark Rutte, Ministerpräsident der Niederlande, spricht bei einer Pressekonferenz zu Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Foto: Sem Van Der Wal/ANP/dpa Bild: Keystone/ANP/Sem Van Der Wal
Niederlande – Niederländische Mediziner befürchten den Notzustand in Krankenhäusern. Wenn die Infektionszahlen nicht schnell zurückgingen, dann drohe in der nächsten Woche "Code Schwarz", sagte der Vorsitzende der Vereinigung der Intensivmediziner, Diederik Gommers, am Freitag im Radio.

Bei "Code Schwarz" muss eine Triage-Kommission in Krankenhäusern entscheiden, welchen Patienten noch geholfen wird. Mehrere Krankenhäuser im Land seien so überfüllt mit Covid-Patienten, dass die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit erreicht sei, sagte Gommers.

Schon jetzt werden nach Angaben der Krankenhäuser viele Operationen abgesagt, darunter auch Krebs- und Herz-Eingriffe. Den Notzustand in Krankenhäusern hatte es während der Corona-Epidemie noch nicht gegeben.

Dennoch hält die Regierung weiter an der Lockerung der Corona-Massnahmen fest. Ab Mittwoch sollen die Ausgangssperre aufgehoben werden und Terrassen von Gaststätten sowie Geschäfte unter Auflagen wieder öffnen dürfen. Ministerpräsident Mark Rutte sprach von einem "akzeptablen Risiko." Durch die zunehmende Zahl der Impfungen werde Anfang Mai ein Rückgang der Infektionen erwartet.

In den Niederlanden kommen derzeit auf 100 000 Einwohner rund 280 Corona-Infektionen in einer Woche. In der Schweiz liegt diese Sieben-Tage-Inzidenz zum Vergleich bei etwa 164.

Keystone-SDA