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Häggenschwil
20.02.2020
20.02.2020 08:57 Uhr

Ein Stein kostet Gemeinde 800'000 CHF

Vor sieben Jahren wurde eine Ruine in Häggenschwil erworben und man rechnete mit keinen grösseren Unterhaltskosten. Ein Stein, welcher aus einer Mauer gefallen ist, hat dann aber einiges ins Rollen gebracht.

Der Sanierungskredit für die Ruine Ramschwag hat eine längere Vorgeschichte. Noch beim Erwerb vor sieben Jahren konnte man davon ausgehen, dass die Ruine stabil ist und mit keinen grösseren Unterhaltskosten zu rechnen ist. Ein Stein, welcher aus einer Mauer gefallen ist, hat dann aber einiges ins Rollen gebracht. Die umfangsreichen Abklärungen haben gezeigt, dass der Zahn der Zeit doch mehr an den Gemäuern genagt hat, als ursprünglich angenommen. Diese haben ergeben, dass bei einer Gesamtsanierung mit Kosten von 700'000 bis 800'000 Franken gerechnet werden muss.

Crowdfundig «Rettet die Ruine»

Von Bund und Kanton waren 60 Prozent an Subventionen zu erwarten. 300'000 Franken hätte die Gemeinde davon selber stemmen müssen. Ein Infoabend hat dann aber gezeigt, dass dieser hohe Betrag kaum die Zustimmung der Bürger finden wird. Der Gemeinderat ist klar der Meinung, dass eine Gesamtsanierung langfristig die beste Lösung ist. Nur so hat man über die nächsten Jahrzehnte die Gewähr, dass keine grösseren Unterhaltskosten anfallen. Deshalb wurde alles unternommen, den Beitrag der Gemeinde deutlich zu reduzieren. Einerseits wurde eine Aktion mit einem Crowdfunding durchgeführt und andererseits wurden viele Stiftungen angeschrieben. Bis heute wurden der Gemeinde so deutlich über 100'000 Franken an Sanierungsbeiträgen zugesichert. 

Lehrlingsprojekt

Die kürzlich vorgenommenen Gespräche mit der Denkmalpflege haben überraschend gezeigt, dass aufgrund gesetzlicher Änderungen nur noch mit Beiträgen von Bund und Kanton von 50 Prozent gerechnet werden kann. Der Gemeinderat hat auf die neue Situation sofort reagiert und in Absprache mit dem zuständigen Ingenieur, den Gesamtkredit für die Sanierung auf maximal 600'000 Franken beschränkt. Trotzdem sollen alle Arbeiten gemäss Projekt ausgeführt werden. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, wird einerseits mit einem Lehrlingsprojekt gearbeitet und andererseits wird noch vermehrt auf Freiwilligenarbeit gesetzt. Die Erfahrungen bei ähnlichen Projekten haben ergeben, dass relativ viele Arbeiten ohne weiteres mit Freiwilligen ausgeführt werden können.

Mit diesem Vorgehen verbleiben zulasten der Gemeinde noch Restkosten von maximal 170'000 Franken Davon können 100'000 den Rückstellungen entnommen werden, welche bereits in früheren Jahren für die Sanierung gebildet worden sind. Damit betragen die Restkosten für die Gemeinde noch 70'000 Franken.

MIK/PD