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Stadt St. Gallen
06.03.2021
08.03.2021 09:01 Uhr

Kein «Eidgenössisches» in St.Gallen

So soll das Glarner Festgelände in vier Jahren aussehen. Bild: Visualisierung ESAF 2025
Das Eidgenössische Schwingfest 2025 (ESAF) findet in Glarus und leider nicht in St.Gallen statt.

Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Der Eidgenössische Schwingerverband (ESV) hatte beide zur Wahl stehenden Austragungsorte St.Gallen und Glarus als «machbar» eingestuft. Schade, dass die aktuelle Corona-Lage es nicht zugelassen hatte, dass an der ESV-Abgeordnetenversammlung mit einer persönlichen Präsentation um Stimmen geworben werden konnte. Diese wäre sicherlich für beide Mitbewerber persönlicher ausgefallen.

Trotzdem wurde das Beste daraus gemacht: In der 25-minütigen Online-Präsentation hat die Gallusstadt die perfekt ins Gelände auf dem Breitfeld und im Gründenmoos eingebettete Infrastruktur betont, welche zu einem wesentlichen Teil bereits besteht. Ins Feld geführt wurden überdies die Nähe zwischen Stadt und Land, das Verkehrs- und Sicherheitskonzept sowie die kurzen Wege.

Am Samstag haben die ESV-Delegierten entschieden: Das ESAF 2025 findet nicht in der Stadt St.Gallen, sondern im Kanton Glarus statt. Die Bewerbung «ESAF Glarnerland+» mit dem Durchführungsort Mollis erhielt schliesslich den Zuschlag. St.Gallen war zuletzt 1980 Schauplatz des Grossanlasses. 

Faire St.Galler Verlierer

Stadtpräsidentin Maria Pappa zeigt sich als faire Verliererin: «Der Stadtrat gratuliert Glarus herzlich und wünscht dem dortigen Organisationskomitee viel Erfolg bei der Vorbereitung und Durchführung des ESAF 2025.» Der Stadtrat bedanke sich aber vor allem bei den Initianten der Kandidatur St.Gallen. «Sie haben viel Einsatz und Herzblut bewiesen, damit dieser Anlass nach St.Gallen kommt. Und sie haben viele Begeisterte in der Bevölkerung in und um St.Gallen gefunden, welche die Kandidatur unterstützt haben», so Pappa weiter.

Und ESAF-2025-Vereinspräsident Michael Götte ist natürlich enttäuscht, sagt aber: «Leider konnte sich die nachhaltige Bewerbung aus St.Gallen bei den Delegierten des Eidgenössischen Schwingerverbandes nicht durchsetzen. Somit findet 2025 das ESAF nicht wie 1980 in St.Gallen, sondern im Kanton Glarus statt. Die Glarner Kandidatur setzte sich im durchwegs sportlichen Duell durch und überzeugte die Mehrheit der Stimmberechtigten. St.Gallen bedankt sich bei den Glarner Kollegen für den stets fairen Wettbewerb und wünscht der Kandidatur Glarnerland+ viel Erfolg bei der Organisation des ESAF 2025.»

Ebenfalls sei den Förderern und der ganzen Bevölkerung rund um St.Gallen ein grosser Dank auszusprechen. Die Begeisterung für den Grossanlass sei deutlich spürbar gewwesen und das Motto «St.Gallen schwingt mit» in der Region positiv verankert worden.

«Wer weiss, vielleicht schwingt St.Gallen bei der Vergabe 2040 wieder mit. Denn der Nordostschweizer Schwingerverband ist im 15-Jahre-Rhythmus für die Organisation des 'Eidgenössischen' zuständig. Am grössten Sportfest der Schweiz geht es um die Bösen. Mann gegen Mann. Lätz, Buur, Schlungg. Sägemehl und Schweiss. Es geht um Kraft und Kränze. Es geht um den Sport, den alle mit derselben Begeisterung verfolgen. Wir freuen uns alle sehr darauf, daran wieder aktiv teilzunehmen.»

So sollte das ESAF 2025 auf dem Breitfeld stattfinden Bild: zVg

Hätte, wäre, sollte: Es hätte so schön werden können

Das Festgelände hätte rund 60 Hektaren umfasst, die sechseckige Arena mit rund 54'000 Plätzen wäre auf dem Breitfeld aufgebaut worden, und das Public Viewing sollte im Kybunpark stattfinden. Die Festmeile war auf der Wiese südlich der Autobahn A1 Richtung Gossau angedacht. Auch ein Campingplatz sollte in zehn Gehminuten vom Breitfeld aus erreichbar sein. Das OK rechnete mit bis zu 300'000 Besuchern.

 

stgallen24/stz.