Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda
Stadt St. Gallen
04.03.2021
11.03.2021 11:35 Uhr

Vor einem Jahr: So kam Corona nach St.Gallen

Bild: collage/mik
Am 4. März 2020 meldete das Gesundheitdepartement den ersten Corona-Fall im Kanton St.Gallen. Seitdem steht die Welt Kopf. Ein Rückblick.

4. März 2020: «Bei einer Person im Kanton St.Gallen ist das Coronavirus nachgewiesen worden. Die Person wird vom Kantonsspital betreut. Sie befindet sich in guter gesundheitlicher Verfassung. Die Person sowie deren enge Kontaktpersonen wurden identifiziert, informiert und haben Verhaltensanweisungen erhalten. Für die Bevölkerung besteht kein erhöhtes Risiko», hiess es vor genau einem Jahr in einer Medienmitteilung des Kantons.

Aus Italien eingeschleppt

Bei der Person handelte es sich um eine erwachsene Frau aus St.Gallen. Sie zeigt leichte Symptome wie Schnupfen, war aber in guter gesundheitlicher Verfassung. Eine Hospitalisation war nicht notwendig. 

Die Frau weilte vom 21. bis 23. Februar 2020 in Mailand. Wenige Tage nach ihrer Rückkehr zeigte sie leichte Symptome und hat richtig gehandelt: Sie blieb zuhause, meldete sich telefonisch beim Arzt und wurde für einen Abstrich aufgeboten.

Ausserordentliche Lage ausgerufen

Danach ging alles schnell und ein «normales» Leben war nicht mehr möglich: Am 28. Februar 2020 stufte der Bundesrat die Situation in der Schweiz als «besondere Lage» gemäss Epidemiengesetz ein und verabschiedete die Verordnung über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus, die unter anderem Grossveranstaltungen mit mehr als 1'000 Personen verbot.

Weil die Fallzahlen weiter stiegen, wurde am 16. März 2020 dann die «ausserordentliche Lage» also die höchste Gefahrenstufe gemäss Epidemiengesetz ab Mitternacht bis zum 26. April 2020 ausgerufen. Der Lockdown war gezeichnet von Isolation und Einsamkeit, soziale Kontakte und Aktivitäten wurden auf das Minimum reduziert, Grenzen trennten Paare und Familien, Schulen und viele Läden mussten schliessen, Krankhausbesuche waren nicht mehr erlaubt. Die Menschen litten stark unter den Massnahmen.

Licht am Ende des Tunnels: Am 11. Mai 2020 wurde dann ein Grossteil der Notmassnahmen aufgehoben und in der Bevölkerung dachte man, dass die Pandemie grösstenteils überstanden war und Hoffnung kam hoch. Restaurants und Beizen waren wieder geöffnet, Grossveranstaltungen teilweise möglich und auch Reisen ging problemlos. 

Zweiter Lockdown und Mutation

Doch nach den grossen Lockerungen im Sommer stiegen die Fallzahlen wieder an. Am 24. Dezember 2020 informierte das Bundesamt für Gesundheit, dass in Grossbritannien und Südafrika unabhängig voneinander je eine neue Variante des Coronavirus entdeckt worden sei. In der Schweiz wurden in zwei Proben die neue Variante aus Grossbritannien nachgewiesen. Da war sie also: Die zweite Welle. Die Covid-Taskforce forderte erneut strenge und flächendeckende Massnahmen und so kam es am 18. Januar 2021 zum zweiten Lockdown in der Schweiz. 

Impfung

So schnell das Virus da war, so schnell wurde auch an einem Impfstoff gearbeitet. Swissmedic hat am 19. Dezember 2020 den Impfstoff von Pfizer/BioNTech zugelassen. Gemäss den vom Schweizerischen Heilmittelinstitut ausgewerteten Daten liegt der Impfschutz sieben Tage nach der zweiten Impfung bei über 90 Prozent. Es handelte sich um die weltweit erste Zulassung in einem ordentlichen Verfahren.

Am 6. Januar 2021 erhält der erste St.Galler eine Impfung gegen Corona: Im «Sonnegrund - Haus für Betagte» in Kirchberg und im «Tertianum Rosenau» in Bazenheid startete die kantonale Impfaktion. Der 88-jährige Kurt Eppisser wurde als erster überhaupt geimpft.

Ist der Spuk bald vorbei?

Im Kanton St.Gallen wurden innert eines Jahres 34'367 laborbestätigte Fälle gemeldet, 681 Menschen sind an Corona gestorben. Das Corona-Jahr war für alle Menschen - für manche mehr und für manche weniger - eine grosse Herausforderung und viele fragen sich: «Wann ist der Spuk vorbei? Wann kann man wieder normal leben?»

Eine Antwort darauf kann uns wohl zurzeit keiner geben, aber es gibt trotzdem Grund zur Hoffnung: Schliesslich ist die Schweiz jetzt vorbereitet und hat aus den anfänglichen Fehlern gelernt, es gibt vielversprechende Impfstoffe und die Bevölkerung ist sensibilisierter. Grosse Lockerungen könnte es schon bald geben: Am 22. Dezember will der Bundesrat informieren. 

Miryam Koc/Matilda Good