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Freizeit
04.02.2021

Konsumentenschutz kritisiert Fitnesscenter

Im Januar mussten Fitness-Studios aufgrund der Corona-Pandemie erneut schliessen. Laut dem Konsumentenschutz müssen sie dennoch die Rechte der Kundinnen und Kunden einhalten. (Symbolbild) Bild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER
Fitnesscenter ignorieren in der Pandemie den Anspruch auf Kostenrückerstattung. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung der Stiftung Konsumentenschutz (SKS), die die Lockdown-Regelungen von 29 Fitnesscentern unter die Lupe nahm.

"Der allgemein gültige Rechtsgrundsatz von Leistung und Gegenleistung besagt, dass Anspruch auf Rückerstattung der bereits erbrachten Leistung hat, wer die versprochene Gegenleistung nicht bekommt", teilte die SKS am Donnerstag mit. Den Fitnesskundinnen und -kunden müssten demnach die Abo-Kosten teilweise rückerstattet werden. Anderslautende Klauseln im Kleingedruckten (AGB) könnten dieses Recht nicht aushebeln.

Statt einer Kostenrückerstattung bieten alle befragten Fitnesscenter laut SKS vorwiegend Zeitgutschriften an. Der rechtliche Anspruch auf Rückerstattung werde verschwiegen und entsprechende Anträge der Kundinnen und Kunden abgelehnt.

Dass die Fitness-Studios wegen der Coronavirus-Pandemie im Januar erneut schliessen mussten, sei zwar eine grosse finanzielle Herausforderung für die Branche, schrieb die SKS. Dennoch dürften die Rechte der Kundinnen und Kunden nicht untergraben werden.

Besonders negativ fallen gemäss der SKS zudem jene Anbieter auf, die ihr Kleingedrucktes während der Pandemie zu Ungunsten der Kunden änderten. So schlössen einige eine Abo-Verlängerung oder Rückerstattung aufgrund von Epidemien oder Pandemien in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) aus.

Für den Mitgliedschaftsvertrag gelten die AGB zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses, wie die SKS betont. Nachträgliche wesentliche Änderungen müssten nicht akzeptiert werden. Falls ein Fitnesscenter in diesem Zusammenhang den Vertrag kündige, hätten Kundinnen und Kunden wiederum Anspruch auf teilweise Rückerstattung.

sda