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Häggenschwil
24.12.2020
23.12.2020 10:28 Uhr

Gemeindepräsident sagt «Adieu»

Bild: zVg
Nach zehn Jahren verabschiedet sich der Gemeindepräsident Hans-Peter Eisenring von seinem Amt und meldet sich persönlich bei der Bevölkerung.

«Es war kein Aprilscherz, am 01. April 2010 durfte ich mein Amt als Gemeindepräsident von Häggenschwil antreten. Davor habe ich dieses Amt mit viel Freude fast 20 Jahre in der Toggenburger Gemeinde Lütisburg ausgeübt. Die Rückkehr nach Häggenschwil war für mich etwas ganz Besonderes – bin ich hier doch im Kollerberg aufgewachsen und habe auch hier meine Jugendjahre verbracht. Es war deshalb nach 35-jähriger Abwesenheit ein Heimkommen zu meinen Wurzeln», schreibt Hans-Peter Eisenring in der neuesten Ausgabe von Häggenschwil aktuell.

Ruine Raumschweig

Weiter schreibt er: «Hier in Häggenschwil darf ich auf spannende und ereignisreiche Jahre zurückblicken. Bereits im ersten Jahr machte Häggenschwil mit dem legendären Piratenkampf um den Erhalt der Oberstufe nationale Schlagzeilen. Gemeinsam haben wir gekämpft und die Schlacht gewonnen. Wir dürfen stolz sein, als kleines Dorf noch heute über eine eigene Oberstufe zu verfügen. Aber wir müssen dieser auch in Zukunft Sorge tragen, wenn wir wollen, dass auch unsere kommenden Generationen von diesem Standortvorteil profitieren können. Nur kurze Zeit später haben wir mit der Bildung der Einheitsgemeinde einen weiteren Meilenstein erreicht. Dadurch konnten nicht nur viele Synergien genutzt werden, auch die Zusammenarbeit zwischen Schule und Gemeinde wurde gestärkt.»

Mehr als ein Steinhaufen

Mit dem Erwerb der Ruine Ramschwag ging dieses Kulturgut von nationaler Bedeutung erstmals in der 1000-jährigen Geschichte in den Besitz der Gemeinde über. «Sie haben sicher bemerkt, dass die Ramschwag für mich nicht bloss ein Steinhaufen ist, sondern ein historischer Zeitzeuge von besonderem Wert. Den Ramschwagern verdanken wir schliesslich unseren Kampfeswillen und unser Gemeindewappen. Die Sanierung ist vorbereitet und die Finanzierung gesichert. Ich freue mich, dass ich die weiteren Geschicke unserer geschichtsträchtigen Burg weiter begleiten darf.

Gerne werde ich mich auch an die verschiedenen Festivitäten zurückerinnern. Allen voran das grosse Dreitagefest ‘Häggenschwil nach Noten’ mit dem grandiosen Weltrekordversuch im Menschenmatratzendomino. Es ist doch schön, wenn man mit einer solchen Idee mehr als 1000 Menschen glücklich machen kann. Phänomenal war auch das Sportfest, welches alle begeisterte und sicher noch allen lange in bester Erinnerung bleiben wird», blickt Eisenring zurück.

«Ohne Beiz kein Dorf»

Ein Dorf ohne Beiz ist doch kein Dorf: «Nach diesem Motto konnten wir mit dem Ochsen das letzte noch gutbürgerliche Restaurant erwerben, ein Wirtshaus mit einem besonderen Reiz. Schön auch, dass wir eine Wirtin finden konnten, die den Ochsen als Gastgeberin wieder zu einem Treffpunkt für alle gemacht hat. Aber auch der Erwerb der Krone hat sich gelohnt. Dieses historisch einzigartige Gebäude im Dorfzentrum ist für die Gemeinde Gold wert. Die Bibliothek ist zu einem Bijou geworden und die Spielgruppe zu einem Traum für jedes Kind.

Gemeinsam haben wir auch in verschiedenen Arbeitsgruppen an der Zukunft der Gemeinde gearbeitet. Dabei lag mir die Wertegruppe besonders am Herzen. Vielen Ideen konnten umgesetzt werden und haben dazu geführt, dass der gute Zusammenhalt der Häggenschwiler weiter gestärkt werden konnte. Aus der Wertegruppe ist auch der ‘Botschafter für Neuzuzüger’ hervorgegangen, eine Idee, die einzigartig ist in der Schweiz. Aber auch in der Arbeitsgruppe Energie konnte einiges bewegt werden. Häggenschwil ist in Sachen Energie zu einer Vorzeigegemeinde geworden. Ich freue mich auch darauf, wenn die Früchte der Arbeitsgruppe Biodiversität schon bald einiges in unserer schönen Gemeinde zum Blühen bringen werden.»

Zum Schweizer Dorf des Jahres nominiert

Das Jahr 2020 ist und war in jeder Beziehung ein besonderes Jahr. AUch für Häggenschwil: «Corona hat uns ganz schön im Griff. Diese ausserordentliche Situation hat aber auch gezeigt, dass die nachbarschaftliche Hilfe in unserer Gemeinde grossartig ist. Dies hat sogar dazu geführt, dass wir als ‘Schweizer Dorf des Jahres’ nominiert worden sind. Der erreichte zweite Platz ist für uns eine grosse Ehre. Das Corona-Puzzle im Gemeindehaus wird uns noch lange an dieses spezielle Ereignis erinnern.

Dies alles und noch mehr konnten wir nur dank einer ausgezeichneten Zusammenarbeit mit Gemeinderat und Gemeindeteam erreichen und natürlich mit Bürgern, die sich für das Gemeinwohl tatkräftig eingesetzt haben. Alle, die dazu beigetragen haben, haben ein herzliches Dankeschön mehr als verdient. Meinem Nachfolger wünsche ich natürlich, dass er auf die gleiche Unterstützung zählen kann wie ich.

Nun ist es Zeit, Adieu zu sagen. Es war eine schöne und spannende, aber auch eine herausfordernde Zeit für mich als Gemeindepräsident von Häggenschwil. Ich habe diese Aufgabe sehr gerne gemacht.»

pd