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Stadt St.Gallen
22.11.2022
22.11.2022 13:44 Uhr

Porno-Affäre: Jetzt nimmt Schützengarten Stellung

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Bild: Archiv
Nachdem im Oktober ein Fall von sexueller Belästigung in einem Tochterunternehmen des St.Galler Bierbrauers Schützengarten bekannt wurde, hat die Firma nun reagiert und nimmt Stellung zum Fall.

Im Oktober 2022 wurde ein Fall von sexueller Belästigung medial bekannt gemacht. Eine Sekretärin hat angeprangert, dass ihr Chef am Arbeitsplatz regelmässig Pornos schaut. Daraufhin wurde sie vom Unternehmen wegen «mangelhafter Leistung» gekündigt, stgallen24 berichtete.

Nun reagiert Schützengarten auf diesen Belästigungsfall mit einer Stellungnahme. So hat der Bierbrauer beispielsweise Richtlinien für ethisches und rechtskonformes Verhalten in seiner Tochterfirma implementiert.

Die Stellungnahme von Schützengarten:

«In unserem Tochterunternehmen Wiederkehr Getränke AG ist es zu einem Fall von Belästigungen durch einen Vorgesetzten gekommen. Schützengarten, welche den Verwaltungsrat des Tochterunternehmens stellt, hat nach Bekanntwerden der Vorwürfe sofort eine Untersuchung eingeleitet. Schützengarten verurteilt das inakzeptable Fehlverhalten des Vorgesetzten, durch den sich eine ehemalige Mitarbeiterin der Firma Wiederkehr Getränke AG verständlicherweise und zu Recht sexuell belästigt fühlte. Solch verwerfliches Verhalten dulden wir nicht. Aufgrund des beurteilten Fehlverhaltens wurde der Geschäftsleiter disziplinarisch zur Verantwortung gezogen und erhielt einen unmissverständlichen Verweis mit Kündigungsandrohung. Über die Gründe, weshalb nicht gleich sofort die Kündigung ausgesprochen wurde, können wir unter Wahrung des Persönlichkeitsschutzes sowie der Fürsorgepflichten keine Auskunft geben.

Zwischenzeitlich arbeitet sowohl der Geschäftsführer wie auch seine Mitarbeitende nicht mehr im Unternehmen. Die Geschäftsleitung der Brauerei Schützengarten distanziert sich ausdrücklich von jeglicher Form solchen Verhaltens und würde heute die Situation noch konsequenter beurteilen, auch wenn beide Parteien seinerzeit eine einvernehmliche Lösung suchten.

Als mit ein wesentlicher Grund, dass die Belästigung innerhalb der Tochtergesellschaft Wiederkehr AG über Jahre nicht gemeldet wurde, sehen wir die Tatsache, dass in der sehr selbstständig agierenden Tochtergesellschaft keine Richtlinien für ethisches und rechtskonformes Verhalten implementiert waren. Dieses Versäumnis wurde in der Zwischenzeit behoben und so ist nun der Verhaltenskodex von Schützengarten auch bei der Firma Wiederkehr Getränke AG eingeführt.

Ebenso wurde auch bei der Tochtergesellschaft die Dienstleistung der Firma Movis AG eingeführt, welche den Mitarbeitenden die Möglichkeit bietet, im Bedarfsfall auch Kontakt mit einer externen und unabhängigen Stelle aufzunehmen. Dieser Service ist bei Schützengarten schon seit April 2022 eingeführt.

Der Fall in unserem Tochterunternehmen hat medial direkt die Muttergesellschaft getroffen, was uns in der Nachbearbeitung zusätzlich bewog, auch unsere vorhandenen Richtlinien für ethisches und rechtskonformes Verhalten einem zusätzlichen Check zu unterwerfen. Schützengarten unternimmt alles, um die Präventionsarbeit über ihren Kodex hinaus zu verbessern und so werden wir nun zusammen mit einer externen Fachberatung zusätzliche, detailliertere Richtlinien bezüglich «sexueller Belästigung am Arbeitsplatz» erstellen und in der Folge alle Mitarbeitenden umfassend schulen. Hierzu beteiligt sich Schützengarten als Partner erster Stunde am vom Kanton St. Gallen Mitte November 2022 lancierten Präventionsprogramm «KMU konkret+». Den Start für dieses Programm sehen wir für Januar/Februar 2023 vor.

Auch andere Themen wie beispielsweise die Durchmischung der Geschlechter sind uns wichtig, insbesondere auch in Führungspositionen. So sind beispielswiese bei uns nicht nur die Leitung Personal, sondern auch die Leitung Key Account Management wie auch die Leitung der gesamten Bierproduktion und auch die Qualitätssicherung in Frauenhand. Wir sind generell der Ansicht, dass gemischte Teams auf allen Stufen wesentliche Erfolgsfaktoren darstellen und fördern und leben diese Haltung. Hierzu gehören auch geschlechterspezifisch neutrale und vergleichbare Löhne, welche wir einem jährlichen Check unterziehen.

In vielen, in den letzten Wochen mit unserer Kundschaft geführten Gesprächen konnten wir auch aufzeigen, dass in unserem Unternehmen die kulturelle Vielfalt unter den Mitarbeitenden breit abgestützt ist und wir zudem auch grossen Wert auf die Gleichbehandlung von Personen mit unterschiedlicher sexueller Orientierung legen. Werte, die für uns selbstverständlich sind, die aber in der Fülle unserer breitgefächerten kulturellen und sportlichen Engagements nur intern wahrnehmbar sind.»

pez/pd