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Kanton
16.11.2022

St.Galler Blasmusik: Ehrungen und grosses Fest

«Hurra, die Blasmusik ist wieder da!» Unter diesem Motto eröffnete Verbandspräsident Roland Kohler die Versammlung.
«Hurra, die Blasmusik ist wieder da!» Unter diesem Motto eröffnete Verbandspräsident Roland Kohler die Versammlung. Bild: zVg
Der St.Galler Blasmusikverband blickte kürzlich an seiner 98. Delegiertenversammlung auf den Aufbruch im vergangenen Jahr zurück und freut sich auf die geplanten Highlights im Jahr 2024.

Im Beisein von 344 stimmberechtigten Musikanten hat der St.Galler Blasmusikverband am Samstag seine 98. Delegiertenversammlung in Zuckenriet abgehalten. Trotz eines kleinen Defizits in der Rechnung 2022 und dem Budget 2023 hat der Verband für sein 100-Jahr-Jubiläum im Jahr 2024 Grosses vor.

«Hurra, die Blasmusik ist wieder da!»

Mit diesem Motto hat Roland Kohler, Präsident des St.Galler Blasmusikverbands, die diesjährige Delegiertenversammlung eröffnet. 344 stimmberechtigte Musikanten aus 113 Vereinen sind der Einladung des Verbandsvorstands gefolgt und nach Zuckenriet gereist, um über die üblichen Traktanden und Geschäfte des Verbands zu befinden und nicht weniger als 104 Jubilare auszuzeichnen und zu ehren.

Unter den Gästen fanden sich auch verschiedene Vertreter aus der Politik wie der St.Galler Regierungsrat Beat Tinner, die beiden Kantonsräte Andreas Widmer (Wil) und Damian Gahlinger (Niederhelfenschwil) und der Präsident der Gastgebergemeinde Niederhelfenschwil, Peter Zuberbühler.

Auch die Präsidentin des Schweizer Blasmusikverbandes SBV, Luana Menoud-Baldi, richtete im Beisein des Verbandsfähnrichs Jean-Louis Peritaz ihre Grussworte an die Delegierten.

  • ... sowie Luana Menoud-Baldi, Präsidentin des Schweizer Blasmusikverbandes SBV. Bild: zVg
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  • Zu den Gästen zählten Regierungsrat Beat Tinner... Bild: zVg
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«Vivace» – im Verbandsjahr und an der Versammlung

Menoud-Baldi thematisierte Corona, erklärte, wie die Pandemie auch die Blasmusikszene zum Stillstand brachte und berichtete schliesslich vom Aufbruch im aktuellen Verbandsjahr. «Heute können wir unser Verbandstempo wieder auf ‹Vivace› (musikalische Tempobezeichnung für lebhaft, lebendig) erhöhen.»

Lebhaft und lebendig führte auch Kohler durch die rund dreistündige Versammlung. Ohne grosses Chichi winkten die anwesenden Delegierten die Jahresberichte des Präsidiums, des Ressorts Jugend und der Musikkommission durch.

Auch Jahresrechnung und Budget wurden einstimmig und ohne Votum angenommen. Dies, nachdem Verena Federli als Leiterin Ressort Finanzen auf den Verlust von 16'600 Franken im Geschäftsjahr 2021/22 eingegangen ist. Zum einen habe der Verband weiter in seine Website investiert, zum anderen habe er, «wenn immer möglich, alle unsere Kurse und Lager auch bei Kleinstbelegungen durchgeführt, damit wir wieder aus dem Corona-Schlaf herausfinden.»

Auch für das kommende Verbandsjahr ein finanzielles Defizit von 15'000 Franken budgetiert. Federli schickte aber voraus, dass alle drei grossen Projektlager des SGBV wieder stattfinden können.

Neue Statuten, neuer Vorstandssitz

Im Anschluss informierte Kohler, dass der Verbandsvorstand zusammen mit der Musikkommission im Herbst 2021 einen zweitägigen Workshop durchgeführt hatte, um die eigene Arbeit, die Strukturen und die Strategie zu analysieren. «Dabei haben wir festgestellt, dass wir uns noch schlanker und effizienter aufstellen müssen, um die Zukunft zu meistern und die Ressorts anders aufteilen müssen», erklärte er an der DV und stellte gleichzeitig den Antrag einer Statutenrevision.

Mit ihr sollte unter anderem eine Rechtsgrundlage geschaffen werden, damit die Musikkommission künftig im Verbandsvorstand Einsitz nehmen kann. Nachdem die Versammlung die Statutenänderung ohne Gegenstimme gutgeheissen hatte, wurde MuKo-Präsident Fabian Wirth zur Wahl in den Vorstand vorgeschlagen – und schliesslich auch im Eildurchlauf gewählt.

Linus Tschopp (l.) erhielt den mit 1'000 Franken dotierten Preis der Josef Strässle Steigacker Stiftung. Bild: zVg

Ehrerbietung hoch drei

Im Rahmen der DV kann der Verband «Personen, die sich um den SGBV und das Blasmusikwesen in besonderem Masse verdient gemacht haben», zur Wahl zu Ehrenmitgliedern vorschlagen.

«So eine Person haben wir unter uns. Eine, der nichts zu viel ist, die diverse Projekte organisiert und sich seit Jahren enorm für die Jugend einsetzt», erklärte Kohler und beantragte für Roland Wohlwend aus Sennwald die Ehrenmitgliedschaft im SGBV. Auch sie wurde einstimmig gutgeheissen.

Den Innovationspreis hatte der Verband bereits im Vorfeld der Versammlung an das OK des Solo- und Slowmelody-Wettbewerbs in Brunnadern vergeben, das in diesem Jahr sein 20-Jahr-Jubiläum feierte.

Und schliesslich durfte der erst 21-jährige Linus Tschopp den mit 1'000 Franken dotierten Preis der Josef Strässle Steigacker Stiftung entgegennehmen. Zweck dieser Stiftung sei es laut dem Stiftungspräsidenten Markus Müller aus Mels, «junge St.Galler für ihre blasmusikalischen Leistungen auszuzeichnen und damit die Blasmusik im Allgemeinen zu fördern».

Nach der Entgegennahme des Preises führte Tschopp mit einem musikalischen Beitrag auf dem Euphonium denn auch vor, warum er den diesjährigen JSSS-Preis mehr als verdient hat.

  • Jubilaren Kreis St.Gallen. Bild: zVg
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  • Jubilaren Kreis Wil. Bild: zVg
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  • Jubilaren Kreis Rheintal. Bild: zVg
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  • Jubilaren Kreis Sarganserland-Werdenberg. Bild: zVg
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  • Jubilaren Kreis Neckertal. Bild: zVg
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  • Jubilaren Kreis Linth. Bild: zVg
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  • Jubilaren Kreis Fürstenland. Bild: zVg
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Grosses Jubiläum, grosse Agenda

Nicht nur findet 2024 das nächste Kantonale Musikfest statt – als Gastgeberin lädt die Musikgesellschaft Konkordia Mels ins Sarganserland ein –, auch feiert der St.Galler Verband in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. In diesem Zusammenhang sind verschiedene Ereignisse geplant, etwa ein Auftritt an der OFFA in St.Gallen oder ein Weltrekordversuch entlang des Rheins in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Christoph Walter.

Nach dem offiziellen Teil der Delegiertenversammlung wurden die 104 Jubilare im würdigen Rahmen für insgesamt 4'590 Jahre Verbandstreue geehrt.

Michael Kohler