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Die Schweiz hat es in den eigenen Händen

Granit Xhaka läuft zum Abschlusstraining ins Estadio Romareda von Saragossa ein - der Captain will mit der Schweiz in der Nations League auch künftig im Konzert der Grossen mitmischen
Granit Xhaka läuft zum Abschlusstraining ins Estadio Romareda von Saragossa ein - der Captain will mit der Schweiz in der Nations League auch künftig im Konzert der Grossen mitmischen Bild: KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Nationalteam – Am Samstag trifft die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft in Saragossa auf Spanien. Es ist das erste von zwei verbleibenden Spielen im Kampf gegen den Abstieg aus der Liga A der Nations League.

Zwei Runden vor Schluss ist die Ausgangslage der Schweiz wegen des Fehlstarts gegen Tschechen (1:2) heikel, aber keineswegs aussichtslos. Mit drei Punkten liegt die Mannschaft von Nationaltrainer Murat Yakin auf dem Abstiegsplatz, einen Punkt hinter Tschechien, das am Samstagabend (20.45 Uhr) zeitgleich zuhause gegen das zweitklassierte Portugal antritt.

"Wir haben es in den eigenen Händen", sagte Yakin an der Pressekonferenz am Tag vor dem Match im 65 Jahre alten Estadio La Romareda von Saragossa. Wobei sich die Schweiz in Spanien unter Umständen auch eine Niederlage leisten kann. Unterliegen die Tschechen zuhause Portugal, kommt es auch im Fall einer Niederlage zum erhofften Finale in St. Gallen.

Nachdem der Start in die Nations League mit Niederlagen gegen Tschechien (1:2) und Portugal (0:4) missglückt ist, steigerten sich die Schweizer zuletzt merklich. Gegen Spanien resultierte ein knappes 0:1, gegen Portugal gewann die SFV-Auswahl 1:0. Dass der Umschwung geglückt ist, hängt auch mit der Personalsituation zusammen. Wegen Verletzungen und Überbelastungen musste Yakin zu Beginn des Turniers im Juni improvisieren.

Exakt zwei Monate vor dem WM-Auftakt in Katar gegen Kamerun kann der Nationalcoach nun fast aus dem Vollen schöpfen. Einzig der formstarke Stürmer Noah Okafor fehlt aufgrund von Zahnproblemen. "Ich bin froh, dass alle gesund und in Form sind", sagt Yakin. Man befinde sich in einem guten Moment, meint Nationalmannschaftsdirektor Pierluigi Tami.

Der Reiz der Liga A

Für die grossen Fussball-Nationen mögen die Partien der Nations League nicht viel mehr Stellenwert als Freundschaftsspiele haben. Für die Schweiz gilt das als Underdog in der höchsten Spielklasse nicht. Nebst der Aussicht auf reizvolle Prämien konnte sie sich in der Nations League bislang in aller Regelmässigkeit mit Gegnern vom höchsten Format messen - ein nicht zu unterschätzender Anreiz für den Verbleib in der Liga A, wie Tami betont: "Der Ligerhalt ist nicht nur für den Verband, sondern auch für die Spieler wichtig. Wenn du gegen die Besten spielst, machst du auch die grössten Fortschritte."

Gegen Spanien wird Yakin also nicht nur deshalb nicht mehr experimentieren, weil es das drittletzte Spiel vor der Winter-Weltmeisterschaft ist. Um sich eine sehr günstige Ausgangslage für das letzte Spiel zu schaffen, müsste die Schweiz Tschechien überholen. Hierzu müsste Yakin mit seiner Mannschaft etwas schaffen, was vor ihm noch keinem Schweizer Nationalcoach gelungen ist: ein Auswärtssieg in Spanien. Überhaupt wäre es erst der zweite Sieg der Schweiz gegen die Iberer.

Der einzige Sieg ist das 1:0 unter Ottmar Hitzfeld an der WM 2010 in Südafrika gegen die späteren Weltmeister. Im Juni verlor die Schweiz in Genf trotz guter Leistung. Und auch in der letzten Nations League hatte es in der ersten Begegnung ein 0:1 abgesetzt. Im zweiten Duell sicherte Yann Sommer seinem Team mit zwei parierten Penaltys immerhin einen Punkt.

Xhakas buntes Zeichen

Granit Xhaka wird gegen Spanien wie auch in den weiteren Spielen bis nach der WM mit einer speziellen Captainbinde auflaufen. Die mit der Aufschrift "OneLove" sowie einem Herz mit bunten Streifen versehene Binde ist eine Botschaft für Inklusion und gegen Diskriminierung jeglicher Art. Sie rührt von einer Aktion der niederländischen Nationalelf, der sich diverse Captains anderer Nationen anschliessen.

Er trage diese Captainbinde mit Stolz, sagt Xhaka. "Wir stehen als Team gemeinsam für Toleranz, Respekt und Solidarität ein."

Keystone-SDA