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Stadt St.Gallen
13.09.2022
13.09.2022 16:24 Uhr

«D’Kanti z’St.Gallä wött dä Natur gfallä»

Aufmerksam hört die Klasse dem Referenten Marco Letta und den nachhaltigen Projekten der Stadtwerke St.Gallen zu.
Aufmerksam hört die Klasse dem Referenten Marco Letta und den nachhaltigen Projekten der Stadtwerke St.Gallen zu. Bild: pd
Die Kantonsschule am Burggraben nimmt als erste St.Galler Kanti am vierjährigen Bildungs- und Klimaschutzprogramm des Vereins MyBluePlanet teil. Den Startschuss ins Programm machte der Impulse Day am vergangenen Freitag.

«Wir alle haben Füsse gekriegt», witzelt Marco Letta, Unternehmensleiter der Stadtwerke St.Gallen, auf die Frage hin, welche Mobilitätsform nun die nachhaltigste ist. Er und acht weitere Experten aus verschiedenen Unternehmen wurden an die Kantonsschule am Burggraben am Aktionstag Impulse Day für ein Referat zum Thema Nachhaltigkeit eingeladen.

Wie es der Name schon verrät, ging es an diesem Tag um Inspiration und Kreativität. So durfte der zweite Jahrgang nach den Impulsreferaten der lokalen und nationalen Unternehmen die Köpfe zusammenstecken und eigene Klimaprojekte für ihre Schule konzipieren. Von den rund 70 Ideen wurden drei Projekte auserkoren, die im Rahmen des Klimaschule Programms umgesetzt werden können.

Die Referenten: Michael Städler ProVelo St.Gallen / Marco Letta, Stadtwerke St.Gallen / Sandra Frei, Kleika Secondhand Shop / Silvia Gemperle, Energieagentur St.Gallen / Petra Wiesenhütter, Naturmuseum St.Gallen / Stefan Bossard, SwissRe / Rhea Braunwalder, RestEssBar St.Gallen / Patrik Geisselhardt, SwissRecycling Bild: pd

Teamwork sorgte für wohlig gefüllte Bäuche

Während die einen für einen kleineren CO2-Ausstoss an ihrer Schule tüftelten, hat sich die vierte Klasse von Martin Rotta die Kochschürze umgebunden und unter Anleitung des Mensachefs Patrick Vogt einen «Klimazmittag» für mehr als 700 Personen vorbereitet.

Der Geruch von angedämpftem Gemüse und frischen Kräutern lag im ganzen Schulhaus und hat für Vorfreude sowie grossen Hunger gesorgt: «Ausser den leicht versalzenen Kartoffeln haben wir ein super Feedback erhalten!», bemerkt eine Schülerin selbstkritisch. Die wenigen Resten des farbenfrohen Ratatouilles nahmen die Schülern für eine weitere Genussrunde mit.

Für 31 Klassen schöpft das Koch-Team den Klimazmittag. Bild: pd

Ein Zusammenschnitt der Welt in einem Klassenzimmer

Ein weiterer Programmpunkt am Aktionstag war das Planspiel «New Commons Game», bei dem sich die Schüler in der Rolle von Hochseefischern wiederfanden und den heiklen Umgang mit öffentlich zugänglichen, aber begrenzten Ressourcen kennenlernten.

«Wer ist dafür, dass wir beim nächsten Spieldurchgang für die Erholung des Ozeans alle auf das Fischen verzichten?», schlug das Boot «Black Pearl» vor. Die Klasse antwortet einstimmig mit hochgestreckten Armen. Sie haben erkannt, dass Kooperation, Vertrauen, Kommunikation und gemeinsames Gewinnstreben dem kollektiven Verlust entgegenwirken können.

Als Abschluss trafen sich die Klassen in der Aula und projizierten die gewonnenen Erkenntnisse und Strategien des Spiels auf die echte Welt.

Im Plenum übertragen die Klassen die Erkenntnisse des Spiels auf die echte Welt. Bild: pd

Ein Gemeinschaftsprojekt beginnt

Mit dem Slogan «D’Kanti z’St.Gallä wött dä Natur gfallä» macht sich die Kantonsschule auf den Weg zur Klimaschule. Gemeinsam mit der Organisation MyBluePlanet setzt die Schule in den nächsten vier Jahren vielfältige Bildungs- und Klimaschutzaktivitäten um, die den ökologischen Fussabdruck langfristig senken sollen.

Für die Umsetzung dieser Projekte wurde am Impulse Day für einen Klimarat aufgerufen. «Wir wollen den Schülerinnen und Schülern eine Handlungsplattform bieten. Sie sollen eigene Ideen einbringen, mitentscheiden und sich als Teil der Lösung verstehen», erklärt Ronja Karpf, Kommunikationsverantwortliche von MyBluePlanet.

Um diese Projekte zu finanzieren, hat die Schule ein Crowdfunding eröffnet. Die Kampagne «Jede Schule zählt – Klimaschutz macht Schule!» kann unter klimaschule.ch/burggraben unterstützt werden.

pez/pd