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Wittenbach
10.09.2022
10.09.2022 11:55 Uhr

Zweite Integrationsklasse für Wittenbach

Bild: am Puls
Wittenbach bekommt eine zweite Integrationsklasse. Kinder mit Migrationshintergrund und fehlenden Deutschkenntnissen sollen so in einer separaten Klasse für den Einstieg in die Regelklassen vorbereitet werden sollen.

Bisher wurde in Wittenbach eine Integrationsklasse im Kronbühl geführt. «Aufgrund der Zunahme von Zuzügen mit Kindern für die Integrationsklasse kurz vor den Sommerferien mussten für das neue Schuljahr über die Sommerferien eine zweite Integrationsklasse ins Leben gerufen und eine entsprechende Lehrperson gesucht werden, was in der aktuellen Situation keine einfache Aufgabe war», erklärt José Lorca, Rektor der Primarschule Wittenbach.

Glücklicherweise konnte trotz verbreitetem Lehrermangel mit Bettina Messerich eine ausgebildete Lehrperson gefunden werden, die bereits Erfahrungen mit Integrationsklassen mitbringt. Viele Kinder sind ukrainische Flüchtlinge. Aber auch Kinder aus der Türkei, Nordmazedonien oder Ungarn besuchen aktuell die Integrationsklassen.

Sprachbarriere soll abgebaut werden

Die Integrationsklasse soll den Kindern den Einstieg respektive den Übertritt in eine Regelklasse erleichtern. Es werden Schüler ab der ersten Primarschule bis zur Oberstufe zusammen unterrichtet.

«Dies ist auch der Grund, wieso in der Regel nicht mehr als acht Kinder pro Klasse eingeteilt werden, so kann auf die Altersunterschiede und verschiedene Bedürfnisse der Kinder besser eingegangen werden», so Lorca.

Gemäss den Lehrpersonen Bettina Messerich und Flo Jung stellt die Anpassung des Unterrichts an das Alter, die Lernstufen und die verschiedenen Sprachniveaus eine besondere Herausforderung dar

Durch den Einsatz von digitalen Hilfsmitteln wie zum Beispiel Tablets kann dieser Vielfalt gut begegnet werden. Auch helfen die Kinder einander: Jüngere Kinder, welche die deutsche Sprache schon etwas besser beherrschen, erklären den älteren Kindern einen Auftrag.

Von der Integrations- in die Regelklasse

Die Schüler beginnen mit Vormittagsunterricht von Montag bis Freitag. Während der ersten Monate werden sie einer Regelklasse zugeteilt, in der sie nach Absprache mit der Lehrperson schrittweise an den Nachmittagen den regulären Unterricht besuchen können.

Ziel soll es sein, dass die Kinder nach spätestens einem Jahr definitiv in die Regelklasse übertreten können. Der Deutschunterricht wird auch nach Verlassen der Integrationsklasse parallel zum Regelunterricht weitergeführt, bis ein Level erreicht ist, in dem der Alltag und Schulunterricht gut gemeistert werden können.

Schulstart ist erfreulich angelaufen

Die beiden aktuellen Klassen sind mit insgesamt 18 Kindern gestartet. Darunter sind vier Schüler aus Muolen und Häggenschwil. Den beiden Nachbargemeinden werden die entsprechenden Schulgelder in Rechnung gestellt.

Neue Schüler kamen in den vergangenen Tagen fortlaufend dazu, andere ziehen bereits wieder weg. Dies erfordert von den Lehrpersonen und den Klassen eine grosse Flexibilität. Auch das gehört zum Alltag einer Integrationsklasse.

Die Lehrpersonen der Integrationsklassen arbeiten eng zusammen und unterstützen sich gegenseitig. Auch mit den Lehrpersonen der Regelklassen stehen sie in regem Austausch. «Schüler auf den Übertritt in die Regelklasse vorzubereiten, empfinden wir als sehr wegweisende und wichtige Arbeit», so Messerich und Jung.

am Puls/Simona Hugentobler