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29.06.2022

Selenskyj: UN soll gegen Russland vorgehen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist per Videokonferenz zur Arbeitssitzung der G7-Gipfelteilnehmer dazugeschaltet. Foto: Michael Kappeler/dpa
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist per Videokonferenz zur Arbeitssitzung der G7-Gipfelteilnehmer dazugeschaltet. Foto: Michael Kappeler/dpa Bild: Keystone/dpa/Michael Kappeler
International – In einer überraschenden Botschaft vor dem UN-Sicherheitsrat hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ein Vorgehen gegen Russland wegen dessen Angriffe auf die Ukraine gefordert.

Russland könne nicht im Rat bleiben, solange sein "Terrorismus" vor allem gegen ukrainische Zivilisten anhalte, sagte Selenskyj, der bei einer kurzfristig anberaumten Sitzung am Dienstag in New York per Video zugeschaltet war. Er forderte vom UN-Sicherheitsrat, den Begriff eines Terrorstaats zu definieren, um Russlands Handlungen entsprechend einzuordnen.

"Es ist zwingend erforderlich, ein Tribunal einzurichten, um alles zu untersuchen, was das russische Militär gegen die Ukrainer getan hat", sagte Selenskyj. Der ukrainische Präsident zählte dabei eine Reihe von Angriffen der russischen Seite auf, bei der Unbeteiligte - unter anderem Kinder und Senioren - getötet worden seien. Zum Ende seiner Rede bat er um eine Schweigeminute. Die Beratungen des mächtigsten UN-Gremiums, in dem Russland eine von fünf Vetomächten ist, waren nach dem mutmasslich russischen Angriff auf ein Einkaufszentrum einberufen worden. Dabei starben in der zentralukrainischen Stadt Krementschuk letzten Angaben zufolge mindestens 20 Menschen - Dutzende wurden verletzt, einige schwer.

Russland hat als ständiges Mitglied des Sicherheitsrats verärgert auf den Auftritt Selenskyjs reagiert. Dieser sei im letzten Moment auf die Tagesordnung gesetzt und nicht mit allen Mitgliedern abgestimmt worden, klagte der stellvertretende russische UN-Botschafter Dmitri Poljanski. Der russische Top-Diplomat sprach von einem Verstoss gegen die übliche Praxis der Arbeit im UN-Sicherheitsrat.

Keystone-SDA