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Stadt St.Gallen
23.06.2022
23.06.2022 10:45 Uhr

1000. Todestag von Notker dem Deutschen

Bild: zVg
Am 28. Juni vor exakt tausend Jahren ist der St.Galler Mönch Notker der Deutsche verstorben. Bis am 6. November läuft zu ihm eine Sonderausstellung in der Stiftsbibliothek. Germanist Andreas Nievergelt bezeichnet sein Lebenswerk als einen «reichen Kosmos».

Sein ganzes Leben war er Lehrer an der Klosterschule St.Gallen und zeitweilen auch Schulleiter: Notker der Deutsche, eine der prägenden Figuren der Klosterzeit. Am 28. Juni 1022 ist er mit über siebzig Jahren verstorben. Das genaue Geburtsdatum des Sprösslings aus einer Adelsfamilie ist nicht bekannt.

Bis heute für grosse Bewunderung sorgt sein Lebenswerk. Gemäss dem Germanisten Andreas Nievergelt hat der einstige St.Galler Mönch das Deutsche als Wissenschaftssprache etabliert, was auch seinen Namenszusatz «der Deutsche» erklärt. Mit anderen Worten: Er hat den gesamten höheren Lehrstoff der damaligen Zeit – von der Philosophie über die Astronomie und Geometrie bis hin zur Theologie – vom Lateinischen ins Deutsche übersetzt und dazu auch noch eigene Lehrschriften verfasst. Mindestens achtzehn Einzelwerke sollen es letztlich gewesen sein und dazu noch fast vierzig Handschriften.

Dass Notker für die damalige Zeit mit seinem Wirken etwas Aussergewöhnliches tat, dürfte auch ihm selbst bewusst gewesen sein. In einem persönlichen Brief an den damaligen Bischof von Sitten spricht er gemäss Andreas Nievergelt weder von sich noch von seinem Leben, sondern einzig und allein von seinem Werk.

Ausstellung und Jahrtausendfeier

Die Stiftsbibliothek gedenkt dem grossen Pädagogen und Gelehrten mit der diesjährigen Sommerausstellung. Bis am 6. November können im Barocksaal Handschriften bewundert werden, die Notkers Schöpfungen sowie Werke, mit denen er arbeitete, enthalten. Die eigentliche Jahrtausendfeier findet am 28. Juni statt: Als Auftakt zu einer internationalen Fachtagung hält der Notkerspezialist Professor Ernst Hellgardt aus München einen Festvortrag mit anschliessendem Apéro. Der Anlass beginnt um 18 Uhr im Musiksaal der Stiftsbibliothek St.Gallen und ist öffentlich.

pd/stgallen24