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Stadt St.Gallen
17.06.2022
17.06.2022 10:22 Uhr

St.Galler Festpiele: Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Bild: Miryam Koc
Die St.Galler Festspiele rücken näher und die Kulisse auf dem Klosterhof nimmt immer mehr Gestalt an. Am Donnerstagabend trabte gar ein Pferd über die Bühne.

Die St.Galler Festspiele gehören zu den jährlichen Highlights in der Gallusstadt: In der 17. Ausführung kommt das Stück «Giovanna D’Arco» von Guiseppe Verdi auf die Bühne. Ein Entscheid, der noch nicht lange feststeht, denn ursprünglich sollte die «Jungfrau von Orléans» von Pjotr Tschaikowski aufgeführt werden. «Die Brutalität des russischen Einmarsches in die Ukraine und das Leiden der Zivilbevölkerung haben uns gezwungen, das Programm der 17.St.Galler Festspiele mit Pjotr I. Tschaikowskis Die Jungfrau von Orléans als Oper auf dem Klosterhof zu überdenken», sagt Festspiele-Direktor Werner Signer.

In «Giovanna D’Arco» von Verdi erklingt zwar keine russische Musik, aber das Thema Krieg steht im Fokus. Die Kulisse zeigt Schauplätze der Zerstörung wie Kinderwagen, die auf einem Scheiterhaufen liegen. Inspiriert von Friedrich Schillers Drama erzählt Giuseppe Verdis 1845 uraufgeführte Oper «Giovanna d’Arco» eine ganz eigene Version der Legende von Frankreichs Nationalheldin Jeanne d’Arc – dem einfachen Bauernmädchen, das das französische Heer zum Sieg über die englischen Besatzer führte.  Am Ende entscheidet sich Giovanna gegen ihre Gefühle und für die göttliche Mission und fällt am Ende für ihr Vaterland auf dem Schlachtfeld.

Die diesjährige Bühne der Oper «Givanna d'Arco» von Giuseppe Verdi Bild: Miryam Koc

Verdi und sein Librettist Temistocle Solera porträtieren Giovanna nicht als heldenhafte, jungfräuliche Kriegerin, die am Ende einen glorreichen Märtyrertod auf dem Scheiterhaufen stirbt. Vielmehr steht in ihrer Interpretation eine tiefreligiöse, verletzliche junge Frau im Zentrum, die durch ihre Liebe zum französischen König Carlo in einen tiefen Gewissenskonflikt gestürzt wird.

Regisseurin Barbora Horáková Bild: Miryam Koc

«In der Interpretation ist kein spezifischer Krieg gemeint, sondern die Epochen verschwimmen miteinander. Es ist sehr zeitlos und deshalb auch so passend zu der aktuellen Situation. Auch der Idealismus verkörpert durch Giovanna, die mal als Kind, mal als erwachsene Frau auftritt, spielt eine zentrale Rolle», so Regisseurin Barbora Horáková, die 2017 mit einem Preis beim Ring Award in Graz und 2018 als Newcomer des Jahres bei den International Opera Awards ausgezeichnet wurde.

Am Donnerstagabend wurde auf dem Klosterhof fleissig geprobt und einige St.Galler durften bereits einen Vorgeschmack erhalten. Besonders: Ein weisses Pferd mit dem Namen Fripon trabte über die Bühne. «Tiere sind immer eine Herausforderung. Es muss ein ruhiges Pferd sein und die ganze Logistik natürlich darauf abgestimmt werden», sagt Georges Hanimann, Technischer Leiter.

Weitere Impressionen von den Proben:

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Die Festspiele finden vom 24. Juni bis 8. Juli 2022 statt. Weiter Infos gibt es hier.

Miryam Koc/stgallen24