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Gesundheit
14.06.2022

Diese Massnahmen haben etwas gebracht – und diese nicht

Die Schliessung von Restaurants hatte laut einer neuen Studie den gewünschten Effekt auf die Corona-bedingten Hospitalisierungen.
Die Schliessung von Restaurants hatte laut einer neuen Studie den gewünschten Effekt auf die Corona-bedingten Hospitalisierungen. Bild: Marlies Thurnheer
Dank der Schliessung von Restaurants und dem Verbot von Grossveranstaltungen ist es gemäss einer neuen Studie zu weniger Covid-bedingten Hospitalisierungen gekommen. Andere Massnahmen waren demnach kontraproduktiv.

Die Schliessung der Restaurants führte zu einem geschätzten Rückgang der Covid-bedingten Hospitalisierungen zwischen 28 und 41 Prozent, wie eine am Dienstag veröffentlichte Studie zur Wirkung der Pandemie-Massnahmen aufzeigt.

Die Daten betreffend Restaurants seien statistisch signifikant und über die verschiedenen Modelle weitgehend robust, schrieben die Studien-Verfasser dazu.

Zum einem ähnlichen Fazit kamen die Autoren betreffend des Verbots von Grossveranstaltungen. Auch diese hätten einen robusten negativen Effekt auf die Hospitalisierungen gehabt.

Schliessung von Bars eher nützlich

Bei den weiteren Massnahmen waren die Ergebnisse weniger eindeutig. So legten etwa die Daten zu den Schliessungen von Bars den gewünschten Effekt nahe, allerdings konnten die Studienmacher Kausalitätsprobleme nicht ausschliessen.

Die Resultate zur Schliessung der Geschäfte wiederum streuten laut der vom vom Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) in Auftrag gegeben Studie so stark, dass "keine eindeutigen Schlussfolgerungen" gemacht werden konnten. Mit ein Grund dafür war, dass es betreffend der Geschäftsschliessungen im analysierten Zeitraum von August 2020 und März 2021 nur während kurzer Zeit Unterschiede zwischen den Kantonen gab. Solche machten sich aber die Autoren zunutze, um die Wirkung einzelner Massnahmen zu untersuchen.

Kontraproduktive Einschränkung

Als überraschend dürften die Ergebnisse zu den Massnahmen im Aussenbereich bezeichnet werden. So legten die Daten nahe, dass sich Einschränkungen betreffend Versammlungen im Aussenbereich eher fördernd auf die Anzahl Hospitalisierungen auswirkten. Laut den Studienmachern sind die Daten zwar nicht robust, aber durchaus plausibel. Dies weil bei Verboten von Versammlungen im Aussenbereich auf den Innenbereich ausgewichen werde, wo ein höheres Ansteckungsrisiko bestehe.

Bei der Maskenpflicht in Restaurants und den Einschränkungen bei Versammlungen im Innenbereich ermöglichte die Datenlage keine klaren Aussagen. Auch bei den Massnahmen von Indoor-Sportanlagen und Discotheken ergab die Studie kein klares Bild. Dies eventuell auch, weil diese Massnahmen vor allem junge, gesunde Menschen betrafen, wie die Studienautoren erwähnten.

Weihnachtsferien als Pandemie-Beschleuniger

Neben den konkreten Pandemie-Massnahmen untersuchte die Studie auch die Auswirkungen der verschiedenen Schulferien auf die Anzahl Hospitalisierungen. Dabei zeigte sich, dass die Sportferien einen robust negativen Effekt auf die Hospitalisierungen hatten. Hingegen wurde der Effekt der Weihnachtsferien als tendenziell positiv bezeichnet - das heisst, ohne Weihnachtsferien wäre es wohl zu weniger Hospitalisierungen gekommen. Bei den Herbstferien liess sich kein Effekt feststellen.

sda/stgallen24