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Kanton
13.06.2022

«Eine Meisterleistung»

Jörg Aebischer, Bruno Müller, Franz Arnig, Daniel Miescher und Beni Heeb im Gespräch mit Moderatorin Claudia Marty.
Jörg Aebischer, Bruno Müller, Franz Arnig, Daniel Miescher und Beni Heeb im Gespräch mit Moderatorin Claudia Marty. Bild: pd
270 Lehrer, Mitarbeiter und Gäste feierten in Schaan den Zusammenschluss der beiden Berufs- und Weiterbildungszentren Buchs und Sarganserland zur neuen Bildungsinstitution bzbs. Stefan Kölliker (SG) und Dominique Hasler (FL) überbrachten Glückwünsche der Regierungen.

Es war ein freudiger Abend voller Zauberei, guter Musik und kulinarischen Highlights. Ein Abend, an dem die Lehrer und Mitarbeiter der beiden Berufs- und Weiterbildungszentren Buchs und Sarganserland erstmals gemeinsam feierten. Die Gelegenheit, sich gegenseitig kennenzulernen, wurde rege genutzt.

Der offiziell gemeinsame Start erfolgt am 1. August 2022 unter der neuen Führung von Daniel Miescher. Der 54-jährige Liechtensteiner wird erster Rektor des neuen Berufs- und Weiterbildungszentrum Buchs Sargans und arbeitet sich derzeit in seine neue Aufgabe ein.

Lediglich drei Jahre dauerte es vom Antrag der Berufsfachschulkommissionen bzb und BZSL bis zur Aufnahme des Betriebs der neuen Schule. Der St.Galler Bildungsdirektor und Regierungsrat Stefan Kölliker lobte in seiner Grussbotschaft alle Involvierten: «Dies war nur aufgrund vom immensen Arbeitseinsatz und Engagement aller involvierten Personen machbar. Die Fusion der beiden Schulen ist eine Meisterleistung.»

Einen besonderen Dank sprach der Regierungsrat dem Projektteam bestehend aus Vertretungen der Berufsfachschulkommission, dem externen Projektleiter Jörg Aebischer, den beiden Rektoren Franz Anrig und Beni Heeb sowie Bruno Müller, dem Leiter Amt für Berufsbildung des Kantons St.Gallen, aus. Gemeinsam sind sie die Expedition angetreten.

Die abtretenden Rektoren Franz Anrig (l.) und Beni Heeb (r.) mit Daniel Miescher, dem künftigen Rektor des neuen Berufs- und Weiterbildungszentrum Buchs Sargans. Bild: pd

Margelchopf und Gonzen rücken zusammen

Verschiedene Hürden mussten überwunden werden, um den Berggipfel zu erklimmen – wie der Zusammenschluss sinnbildlich dargestellt wurde. Mit dem gemeinsamen Auftaktfest wurde ein wichtiges Etappenziel erreicht. Am Gipfelkreuz angekommen, feierte die ganze Belegschaft zusammen mit den Wegbegleitern das Erreichte, blickte zurück, genoss die Aussicht und stärkte sich für den weiteren Weg.

Beni Heeb, Rektor des Berufs- und Weiterbildungszentrum Buchs verriet, dass er in seinem Rucksack Schokolade, einen Alpenbitter sowie Baldrian mitführe: «Schokolade macht glücklich und der Alpenbitter wirkt bei Magenverstimmungen.» Wichtiger als der Proviant seien jedoch die guten Leute, welche das Projekt tragen und begleiten.

Sein Sarganser Rektor-Kollege Franz Anrig ergänzte: «Es war und ist eine anspruchsvolle Tour. Wir mussten den richtigen Weg finden und gemeinsam mit der Gruppe marschieren.» Sozusagen als Bergführer begleitet wurde die Expeditionstruppe von Berater Jörg Aebischer.

Rückblickend betrachtet hält Heeb fest: «Wenn er uns zu weit voraus ging, mussten wir ab und zu am Seil ziehen und ihn etwas zurückhalten.» Anrig, der am Fusse des Gonzens lebt, freut sich auf den 1. August, den Tag der offiziellen Zusammenführung: «Viele Höhenfeuer auf dem Bergzug werden symbolisch auf diesen historischen Moment hinweisen.»

Für alle Beteiligten ist klar: Der Margelchopf und der Gonzen – die beiden Hausberge der Schulstandorte Buchs und Sargans - waren sich noch nie näher.

Diese These unterstrich der designierte Rektor und Geologe Daniel Miescher auch wissenschaftlich: «Durch jedes kleine Beben kommen sich die beiden Berge näher. Zudem sind das Liechtenstein und das St.Galler Rheintal miteinander verbunden. Beide Regionen befinden sich auf derselben Platte und werden nur oberflächlich durch den Rhein getrennt.»

Über 270 Mitarbeiter und Gäste wohnten dem Festanlass zum Start des Berufs- und Weiterbildungszentrum bzbs bei. Bild: pd

Zusammenführung im richtigen Moment

Mit der Zusammenführung der beiden Schulen wird die Bildungsregion Süd gestärkt. Regierungsrat Stefan Kölliker versichert: «Eine gute Berufsbildung liegt mir am Herzen! Immerhin absolvieren im Kanton St.Gallen rund 80 Prozent von den Jugendlichen eine Berufslehre. Dieser Wert ist in praktisch keinem anderen Kanton so hoch. Er stellt der Ausbildungsbereitschaft und dem Engagement von unseren Ausbildungsbetrieben ein sehr gutes Zeugnis aus.»

In der künftigen, kantonsweiten Strategie der Berufs- und Kantonsschulen dürfte die Bedeutung der Schaffung von Kompetenzzentren weiter an Bedeutung gewinnen.

Der politische Prozess diesbezüglich ist im Gang. Im September wird der entsprechende Bericht im Parlament beraten. Was das neue Berufs- und Weiterbildungszentrum Buchs Sargans betrifft, forderte der Bildungsdirektor alle Beteiligten auf: «Zwei Schulen mit drei Standorten zu einer neuen Schule mit einheitlichem schulkulturellem Verständnis zu vereinen, braucht Zeit. Nehmen Sie sich diese Zeit, um die Diskussionen um gemeinsame Werte und Kultur zu führen.»

Bildungsdirektor Stefan Kölliker. Bild: pd

Bedeutendste Bildungsinstitution für Fürstentum Liechtenstein

Der jüngsten Entwicklung positiv entgegen sieht die Liechtensteiner Bildungs- und Aussenministerin Dominique Hasler: «Das Fürstentum Liechtenstein pflegt seit jeher eine enge und freundschaftliche Beziehung mit dem Berufs- und Weiterbildungszentrum. Wir sind dankbar, dass wir die Berufsfachschulen der Schweiz mitbenutzen dürfen.»

Ein Zeichen der Verbundenheit sei unter anderem die Wahl des neuen Rektors Daniel Miescher aus Vaduz. Das duale Bildungssystem habe im Fürstentum Liechtenstein einen hohen Stellenwert.

Pro Jahr werden von den Unternehmen im Liechtenstein rund 400 Ausbildungsplätze angeboten. Rund die Hälfte der Lehrlinge besuchen die Berufsfachschulen in Buchs oder Sargans.

In ihrer Grussbotschaft der Liechtensteiner Regierung wies Hasler darauf hin, dass Bildungsinstitutionen immer so gut seien wie deren Lehrkräfte. Entsprechend wichtig sei, dass diese die Erfolgsgeschichte mittragen und den gemeinsamen Weg der neuen Bildungsinstitution Berufs- und Weiterbildungszentrum Buchs Sargans mitgehen.

Dominique Hasler unterstrich in ihrer Rede die enge und freundschaftliche Beziehung zum Berufs- und Weiterbildungszentrum. Bild: pd
stgallen24/leaderdigital.ch