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08.05.2022

Einmal im Jahr die Mutter ehren

1909 wurde der Muttertag bereits in 45 amerikanischen Staaten gefeiert.
1909 wurde der Muttertag bereits in 45 amerikanischen Staaten gefeiert. Bild: Pixabay
Die Gründerin des Muttertages ist die Methodistin Anna Marie Jarvis, die Tochter der Gründerin der Mothers Friendships Day. Sie veranstaltete ein Memorial Mothers Day Meeting in Erinnerung an ihre Mutter.

Der Muttertag geht auf die Verehrungsrituale der Göttin Rhea und dem Kybele- und Attiskult der Römer zurück.

Die US-Amerikanerin Ann Maria Reeves Jarvis versuchte 1865 eine Mütterbewegung namens Mothers Friendships Day zu gründen. An diesen Tagen konnten sich Mütter zu aktuellen Fragen austauschen. Später folgte ein Initiativtag, damit Söhne nicht mehr dem Krieg geopfert werden.

Die Frauenbewegungen und -vereine, die sich auch immer mehr für Frieden, Frauenrechte und bessere Bildungschancen für Mädchen einsetzten, entstanden nach und nach in 1860er Jahren in Europa. 1890 wurde der internationale Frauenrat gegründet.

Erfunden – später Abschaffungswunsch

Als Begründerin des Muttertages gilt jedoch die Methodistin Anna Marie Jarvis, die Tochter von Ann Maria Reeves Jarvis. Sie veranstaltete 1907 an einem Sonntag, nach dem zweiten Todestag ihrer Mutter, ein Memorial Mothers Day Meeting. Im folgenden Jahr wurde allen Müttern eine Andacht in der Methodistenkriche gewidmet.

Anna Marie Jarvis widmete sich hauptberuflich dem Ziel, einen offiziellen Muttertag zu schaffen. Bereits 1909 wurde der Muttertag in 45 Staaten in der USA gefeiert. 1914 wurde er zum ersten mal nationaler Feiertag in den USA.

Anna Marie Jarvis hatte Mühe mit der fortschreitenden Kommerzialisierung des Muttertags und wollte ihn wieder abschaffen, leider ohne Erfolg.

Das Memorial Mothers Day Meeting ist der Ursprung des Muttertages. Bild: Pixabay

Der Durchbruch gelang 1930

1912 gab es eine Organisation, die das Ziel hatte, den Muttertag international zu verbreiten, was auch gelang. 1917 wurde er in der Schweiz eingeführt.

In der Schweiz setzten sich zwei Gruppierungen für den Muttertag ein, nämlich die Unions Chrétiennes de Jeunes Gens de la Suisse romande und die Heilsarmee. Die beiden Organisationen konnten sich aber bis in die zwanziger Jahre nicht richtig durchsetzen. Erst, als schweizerische Verbände der Floristen, Gärtnermeister und der Konditormeister sich für den Muttertag zu engagieren begannen, änderte sich das. Über die Presse, Flugblätter, das Radio, die Schaufenster der beteiligten Berufsleute wurde der Muttertag für den zweiten Maisonntag 1930 propagiert und gelangte so zum Durchbruch.

Laut den Angaben des deutschen Handelsverbandes gibt jeder Deutsche im Schnitt 25 Euro für Muttertagsgeschenke aus. Grösstenteils werden immer noch Blumen verschenkt, doch Sachgeschenke ziehen nach. Die grössten Umsätze macht deshalb immer noch der Blumenhandel.

Anna Marie Jarvis «erfand» den Muttertag, später wollte sie ihn wieder abschaffen. Bild: Pixabay

Der Muttertag fällt dieses Jahr auf den 8. Mai 2022.

Vielleicht einmal etwas anderes als Blumen dieses Jahr?

  • ein Gutschein für ein Wellness-Wochenende irgendwann im Jahr?
  • ein Muttertagsbrunch an einem besonderen Ort?
  • ein gemeinsamer Ausflug an den Lieblingsort von Mamie?
  • eine langersehnte Kleinigkeit.

Im Kindergarten und in den Schulen basteln die Kinder ein Geschenk für ihr Mamie.

Der Muttertag ist in der Schweiz kein Feiertag.

Patricia Rutz/Goldküste24