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Teufen AR
11.04.2022
20.04.2022 14:01 Uhr

«Panikmache mit unbelegten Kosten»

Bild: pd
Die erste Dorf-Begehung der IG Tüüfner Engpass und des Komitees Teufen mit Zukunft zeigte, dass kompetente und sachliche Abstimmungs-Informationen vor Ort einem Bedürfnis entsprechen.

Am vergangenen Mittwoch fand die erste Dorfbegehung statt, die von der IG Tüüfner Engpass und dem Komitee Teufen mit Zukunft im Vorfeld der Tunnel-Abstimmung vom 15. Mai durchgeführt wurde. 30 Personen nahmen teil. Detailreich und mit vielen Hintergrundinformationen gespickt wurde aufgezeigt, zwischen welchen Bahnvarianten sich Teufen zu entscheiden hat.

Weitere Führungen sind am Mittwoch, 13. April, und am Mittwoch, 20. April,  jeweils um 17.30 Uhr, vorgesehen. Treffpunkt ist der Parkplatz beim Bahnhof.

An den Samstagen 23. und 30. April, von jeweils 9 bis 13 Uhr, vor der Metzgerei Breitenmoser, gibt es an einem Informationsstand nicht nur Fakten und Argumente, sondern auch eine offerierte Bratwurst. Zusätzliche Dorfbegehungen starten an diesen Tagen jeweils um 10 Uhr ab Bahnhof Teufen.

Diskussion an Informationsabend

Am Montag, 25. April, von 18.30 bis zirka 20 Uhr, findet im Lindensaal ein Informationsabend der IG Tüüfner Engpass und des Komitees Teufen mit Zukunft statt. Eingangs werden das Projekt Doppelspur und Tunnelvariante vorgestellt. In einem Podiumsgespräch diskutieren dann Vertreter der IG Tüüfner Engpass und des Komitees Teufen mit Zukunft die Argumente für und gegen die Doppelspur und den Tunnel.

Gemeindevertreter als Befürworter der Doppelspur seien zu diesem Anlass ebenfalls eingeladen worden, diese würden aber auf eine Teilnahme verzichten, so die IG und das Komitee in einer Mitteilung. Abschliessend wird die Diskussion für Fragen aus dem Publikum geöffnet.

«Unhaltbare Vorwürfe»

Nach der ersten Dorf-Begehung sei der IG Tüüfner Engpass und dem Komitee Teufen mit Zukunft erneut vorgehalten worden, mit falschen Darstellungen, etwa der Fahrbahnbreite, zu operieren. Dabei würden sich die Doppelspur-Promotoren auf Planungen berufen, die sie bis heute der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht hätten.

«Es scheint so, als ob die Appenzeller Bahnen den Stimmbürgern weis machen wollen, dass mit zwei Geleisen nebeneinander mehr Platz für Fussgänger und Velofahrer bliebe als heute mit einem Gleis.» Die Tatsachen sprechen im Dorfkern eine andere Sprache. Bei der Doppelspur bliebe keine separaten Spuren für Velostreifen übrig. Auch die Sturzgefahr bei Abzweigungen durch vier Rillenschienen sei gross, so die IG und das Komitee weiter.

«Das Argument, dass ein Lastwagen noch einige Zentimeter breiter sei als eine Tango-Komposition der AB ist Augenwischerei.» Denn mit einer so genannten Kernfahrbahn könnten breitere Fahrzeuge jederzeit auf die Fahrradspuren ausweichen, hätten dort aber keinen Vortritt. Die Trambahn ist fest auf ihr Trassee angewiesen, weshalb das System der Kernfahrbahn bei einer Doppelspur nicht möglich sei.

Die Interview-Aussage des Direktors der Appenzeller Bahnen, es sei «sehr unrealistisch», dass man im Egglirank eine zweigleisige Kreuzungsstelle neben der Strasse einrichten könne, sei nicht abgeklärt. «Der betroffene Abschnitt ist nämlich noch unbebaut, und die dortigen Landbesitzer haben klar signalisiert, dass sie für eine solche Lösung zu haben wären.»

«Panikmache mit unbelegten Kosten»

Auch die Behauptung des Bahndirektors, dass ein Tunnel «sicher deutlich teurer, als die IG schätzt» werde, seien unseriös. Die IG Tüüfner Engpass geht von Mehrkosten von rund 35 Millionen Franken für einen Tunnel aus, wie das Bundesamt für Verkehr in der Korridorstudie dargestellt hat.

Deshalb sei es auch irreführend, wenn im Abstimmungsedikt der Gemeinde eine Zahl von 100 Millionen Franken herumgeboten wird. Diese Summe entbehre jeder Grundlage und soll wohl nur einen Zweck erfüllen: Wie 2015 den Teufnern die klar bessere Tunnel-Lösung auszureden.

Auch in weiteren Punkten erfülle das Edikt den Anspruch an korrekte Abstimmungsinformationen nicht. So vergleiche der Gemeinderat die Verkehrssicherheit der Doppelspur mit der heutigen Ist-Situation, nicht aber mit der Tunnel-Lösung ohne Bahn im Zentrum. Es wird ein Bild mit Velostreifen im Dorfkern gezeigt, wo es dafür gar keinen Platz gebe, heisst es weiter in der Mitteilung.

Komitee wächst rasant

An der Generalversammlung der IG Tüüfner Engpass Ende März konnte der Vorstand etliche neue Mitglieder verzeichnen, die IG sei für den Schlussspurt der Gemeindeabstimmung gut gerüstet. Auch das Komitee Teufen mit Zukunft wächst: Aktuell stehen schon weit über 300 Mitglieder für eine Tunnel-Lösung ein.

pez/pd