Stadt St. Gallen
22.05.2020
22.05.2020 15:36 Uhr

Eichhörnchen-Beobachtungen gesucht

Im Winter wachsen an den Ohren die sogenannten Pinsel. Beim Sommerfell sind diese Ohrpinsel klein oder gar nicht vorhanden (Bild Michael Huber/stadtwildtiere.ch)
So alltäglich Eichhörnchen uns erscheinen, so wenig ist über ihr Leben bekannt. Deshalb sammelt die Stadt Eichhörnchen-Beobachtungen. Wer macht mit?

Wer ein Eichhörnchen entdeckt, kann dies unter www.stgallen.stadtwildtiere.ch melden. Ausserdem können Freiwillige bei Feldarbeiten mithelfen, die flinken Kletterkünstler und ihren Lebensraum in der Stadt St.Gallen zu erforschen.

Eichhörnchen verbringen die meiste Zeit ihres Lebens auf Bäumen. Im Zuge der Verdichtung der Städte geraten Grün- und Freiräume und besonders Bäume unter Druck. Stadtbäume spielen in Zukunft eine wichtige Rolle: Sie wirken wie natürliche Klimaanlagen auf das immer wärmer werdende Stadtklima und tragen massgeblich zur städtischen Lebensqualität bei. Stadtbäume sind zudem entscheidend für die Artenvielfalt. In Siedlungsgebieten bieten sie Lebensraum und Nahrung für Wildtiere. Eichhörnchen leben dort, wo genügend Bäume wachsen und sie eine Lebensgrundlage finden.

Beobachtungen können online gemeldet werden
In einem ersten Schritt werden Eichhörnchen-Beobachtungen gesucht. Wer in der Stadt ein Eichhörnchen entdeckt, kann dieses mit Bild auf www.stgallen.stadtwildtiere.ch melden. Anhand dieser Daten werden die Bedingungen erforscht, die Eichhörnchen ein Vorkommen im Siedlungsraum ermöglichen: Wie viele und welche Bäume braucht ein Gebiet, damit Eichhörnchen dort leben können? Welche Rolle spielen die Vernetzung von Grünräumen und die Fragmentierung der städtischen Gebiete für Eichhörnchen?

Feldarbeiten mit Beteiligung von Freiwilligen
Die Lebensraumansprüche der Eichhörnchen im städtischen Siedlungsraum werden im Projekt zusammen mit den St.Galler Stadt-Natur-Beobachtern mit den Methoden von Citizen Science erforscht. Wer sich für Eichhörnchen und Stadtbäume interessiert und etwas Zeit für die Feldarbeiten zur Verfügung hat, kann mitmachen. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Interessierte können sich unter stgallen@stadtwildtiere.ch melden.

Handlungsempfehlungen für die Grünraumvernetzung
Die Resultate des Projekts bilden die Grundlage für Handlungsempfehlungen bezüglich der Vernetzung von Grünräumen und Baumbeständen für kleine Wildtiere in der Stadt St.Gallen. Diese werden gemeinsam mit den Trägern des Projekts ausgearbeitet. In St.Gallen wird das Projekt im Rahmen von «Natur findet Stadt» von folgenden Institutionen getragen: Stadt St.Gallen, WWF St.Gallen, Pro Natura St.Gallen-Appenzell, Naturmuseum St.Gallen und Naturschutzverein St.Gallen und Umgebung.

PD/stz.